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Brandenburg/Havel Kloster Lehnin hilft: Spendenaktion für Flutopfer läuft an
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Kloster Lehnin hilft: Spendenaktion für Flutopfer läuft an

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09:27 21.07.2021
Göhlsdorfs Ortsvorsteherin Silvana Schille (m.) nimmt die ersten Spenden von Martina Bodenstab (l.) und ihrer Tochter Madeleine entgegen. Im Dorfgemeinschaftshaus können jeden Abend von 18 Uhr bis 19 Uhr Hilfspakete für die Flutopfer abgegeben werden.
Göhlsdorfs Ortsvorsteherin Silvana Schille (m.) nimmt die ersten Spenden von Martina Bodenstab (l.) und ihrer Tochter Madeleine entgegen. Im Dorfgemeinschaftshaus können jeden Abend von 18 Uhr bis 19 Uhr Hilfspakete für die Flutopfer abgegeben werden. Quelle: Frank Bürstenbinder
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Kloster Lehnin

Sie bringen Toilettenpapier, Fischkonserven, Zucker und Speiseöl. Martina Bodenstab und Tochter Madeleine gehörten am Dienstagabend zu den ersten Überbringern von Spenden für die Flutopfer im westdeutschen Katastrophengebiet. Zentraler Aufbewahrungsort für die Hilfsmaterialien ist das Göhlsdorfer Dorfgemeinschaftshaus. Dort sammelt Ortsvorsteherin Silvana Schille Frauen und Männer um sich, die einen Spendentransport aus Kloster Lehnin ins Unglücksgebiet vorbereiten. Gerade verbreitet sich die Aktion in den sozialen Medien. Zwar gab es schon private Reisen von Einzelpersonen, doch jetzt wollen sich Helfer zusammenschließen, um ihre Kräfte zu bündeln.

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Mehrere Tage wird gesammelt

„Wir werden mehrere Tage sammeln. Dann entscheiden wir über die Details und über den Termin der Abfahrt“, sagte Schille der MAZ. Zunächst ist das Göhlsdorfer Dorfgemeinschaftshaus, in der auch der Spiel-, Sport- und Bürgerverein sein Domizil hat, in den nächsten Tagen zwischen 18 und 19 Uhr für die Annahmen von Spenden geöffnet. Alle Spenden sollen vor der Übergabe an die Empfänger in handliche Pakete gepackt werden. Angeschlossen haben sich dem Aufruf bereits die Damsdorfer Landfrauen, die den Erlös eines Kuchenbasars spenden wollen. „Geldspenden werden wir betroffenen Vereinen oder Kindereinrichtungen übergeben. Sachgegenstände verteilen wir über private Kontakte“, erklärt Schille.

Kai-Uwe Manzke aus Trechwitz berichtet Silvana Schille von seinen Erfahrungen beim Hochwassereinsatz an der Elbe bei Fischbeck 2013. Er weiß, was Flutopfer dringend brauchen. Quelle: Frank Bürstenbinder

Als Berater der Initiative stellt sich Kai-Uwe Manzke zur Verfügung. Der Trechwitzer weiß, was Flutopfer jetzt brauchen. 2013 war er im Krisenstab des Landkreises Stendal, als das Elbehochwasser den Deich bei Fischbeck zerstörte. Über drei Monate hielt sich Manzke damals im Katastrophengebiet auf. „Bitte keine Klamotten oder Möbel“, rät Manzke allen Menschen, die sich der Hilfsaktion anschließen wollen. „Aber Arbeitssachen, Gummistiefel und Handschuhe werden dringend gebraucht. Da gibt es einen hohen Verschleiß bei den Aufräumarbeiten“, weiß Manzke. Dankbar sind die Flutopfer auch immer für langhaltbare Lebensmittel, Hygieneartikel bis hin zu Mücken- und Desinfektionssprays. Selbst Tiernahrung wird gebraucht. „Die Leute müssen Fußböden rausreißen und Putz abklopfen. Begehrt sind deshalb auch Schippen, Besen, diverse Werkzeuge, Baulampen und Trockungsgeräte“, berichtet der Trechwitzer.

Anfrage ans Rathaus

Silvana Schille will außerdem bei den Apotheken in der Region vorsprechen und um Spenden bitten. Möglicherweise reiht sich auch das Hansa-Heemann-Werk in Lehnin mit einer Getränkelieferung ein. Beim Transport setzt die Initiatorin auf die Hilfe der Gemeinde Kloster Lehnin. Möglicherweise kann die Kommune ihren Kleintransporter für die Fahrt ins Katastrophengebiet zur Verfügung stellen. Wenn Kai-Uwe Manzke die Bilder im Fernsehen aus der zerstörten Eifel-Region und anderen Gebieten sieht, kommen bei ihm schlimme Erinnerungen an die Kraft des Wassers beim Elbehochwasser 2013 hoch: „Das war damals schon ganz schlimm für Menschen und Tiere. Aber wir konnten auf Grund der Topographie noch reagieren. Doch was jetzt in den Tal-Lagen von Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen passiert ist, übersteigt das menschliche Vorstellungsvermögen. Vielleicht können wir mit der Hilfsaktion aus Kloster Lehnin einen kleinen Beitrag leisten, um die Not zu mildern.“

Von Frank Bürstenbinder