Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Brandenburg/Havel Knallen und Karpfen: Alte Bräuche an Silvester
Lokales Brandenburg/Havel Knallen und Karpfen: Alte Bräuche an Silvester
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
11:52 31.12.2018
Silvester I., Papst (314–35) – Gemälde von Pacino di Buonaguida (um 1280 – vor 1340) Quelle: Foto: epd
Brandenburg/H

Der letzte Tag im Kalender heißt Silvester – benannt nach einem Papst, der am 31. Dezember 334 gestorben ist. Auf alten Bildern trägt Silvester einen Schlüssel in der Hand, mit dem er symbolisch das alte Jahr abschließt und das neue öffnet.

Um die Jahreswende werden die Tage allmählich wieder länger, und die Sehnsucht der Menschen nach dem Frühling wächst. Unsere Vorfahren glaubten, böse Geister seien die Herren über Kälte und Finsternis. Nach alten Vorstellungen half Lärm und Getöse, diese Unholde zu vertreiben.

Ansichtskarte aus dem frühen 20. Jahrhundert mit der Darstellung eines Trinkers zwischen Weinfässern. Quelle: Eugen Gliege

Zum Abwehrzauber gegen diese dunklen Mächte gehörten in unserer Heimat auch Peitschengeknall und lärmende Umzüge. Dabei machte das Blasen auf Hörnern und Trichtern sowie das Trommeln auf allerlei Blechgefäßen einen höllischen Krach. Gegeneinander geschlagene Topfdeckel bestimmten dabei den Rhythmus, und die Teilnehmer des Umzugs waren kostümiert.

Dieses harmlose Vergnügen wurde Ende des 19. Jahrhunderts durch Böller- und Feuerwerkskörper abgelöst. Obwohl um das Jahr 1900 Verbote gegen diese „Unsitten“ aus Sparsamkeits- und Gefährlichkeitsgründen ergingen, konnten die neuen Bräuche nicht aufgehalten werden. In jüngster Zeit steigert sich die Lust am Geknalle und Raketenschießen immer mehr. Niemand sieht darin noch etwas vom Anliegen unserer Ahnen, die damit die Gespenster des Winters verjagen wollten.

Neujahrsgrüße auf einer historischen Ansichtskarte um 1900. Quelle: Christiane Sommer

Andere Bräuche hielten sich bis in die Gegenwart. In vielen Familien wurde Blei gegossen. Das flüssige Blei ließ man in Wasser fließen. Aus den Gebilden, die dabei entstanden, konnte man die Zukunft deuten.

Junge Mädchen schälten die Äpfel derart, dass die Schale ein langes Stück gleich einer Schlange bildete. Dieses Geringel rückwärts über den Kopf geworfen, sollte den Anfangsbuchstaben vom Namen des zukünftigen Geliebten erkennen lassen. Dessen Gesicht konnte man ebenfalls in der Silvesternacht in den Flammen des Ofenlochs erkennen, wenn man durch die gegrätschten Beine hineinschaute.

Am Silvesterabend aß man im Havelland Karpfen mit vielem Rogen und die sogenannten Mohnpielen. Man musste sich Schuppen vom Neujahrskarpfen in die Geldbörse legen, dann geht einem, wie man sagte, das Geld nie aus. Auch umwickelte man in der Neujahrsnacht die Bäume mit Stroh, beschenkte sie also, damit sie im neuen Jahr gute Früchte tragen sollten.

So wetteiferte gleichsam christliche Überlieferung mit altheidnischer, um der Zeit um den Jahreswechsel herum eine besondere Weihe zu geben.

Von Eugen Gliege

Alle Flächeneigentümer teilen sich neuerdings die Kosten für die Schöpfwerke. Deshalb haben die Wasser- und Bodenverbände die Beiträge neu kalkuliert. Eigenheimbesitzer bemerken davon wenig.

31.12.2018

Schöffengericht Brandenburg verurteilt 38 Jahre alten Mann, der im Streit um die gemeinsamen Kinder sexuell übergriffig geworden ist. Aus einem guten Grund konnte der Angeklagte eine milde Strafe erreichen.

30.12.2018

Spezialkräfte nahmen in der Neuendorfer Straße einen auffälligen Mieter in Gewahrsam. Der Mann war mit einem Messer bewaffnet und hatte Nachbarn und Polizisten bedroht. Nicht zum ersten Mal.

30.12.2018