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Brandenburg/Havel Wahlplakate? Keine Entscheidungshilfe!
Lokales Brandenburg/Havel Wahlplakate? Keine Entscheidungshilfe!
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12:42 17.05.2019
Die unterschiedlichsten Plakate sind derzeit im Stadtbild zu erleben. Quelle: Rüdiger Böhme
Brandenburg/H

2019 ist alles anders, dann läuft der Wahlkampf nur noch über Social Media und diverse Messenger-Dienste, spart ja auch Papier! Denkste!

Im Gegenteil, es scheint noch schlimmer geworden zu sein. Ich habe schon erwogen, bei der Mebra anzurufen und eine zusätzliche blaue Tonne zu ordern.

Gleichwohl sind einige Kandidaten online aktiv, einige belassen es dabei, ihr Konterfei in das von den Parteien zur Verfügung gestellte Passepartout mit dem Schriftzug „Ich kandidiere“ zu kopieren, andere geben „Arbeitsnachweise“ in Bildern ab, wieder andere überhäufen Unschuldige mit Freundschaftsanfragen bei Facebook. Das ist ja alles noch leicht beherrschbar, Im Netz kann man ja wegscrollen, löschen, blockieren.

Wenn das nur so einfach bei den Wahlplakaten wäre, ohne dass man gleich eine Anzeige wegen Diebstahls oder Sachbeschädigung riskiert. Lassen wir den gigantischen Verschleiß an Pappe, Papier, Plastik und Sperrholz an dieser Stelle mal unberücksichtigt.

An der Kreuzung oder im Stau komme ich nicht umhin, einige der Wahlbotschaften lesen zu müssen. Bei den meisten frage ich mich, was soll das? Nur ein paar willkürliche Beispiele: Herbert Nowotny von der FDP wirbt mit dem Slogan „Brandenburg besser machen“. da frage ich mich, was hat der Mann in den 30 Jahren getan, in denen er bereits in der Stadtverordnetenversammlung saß. Geholfen hätte allenfalls das Einfügen eines „noch“.

Die freien Wähler wollen Eliten bekämpfen, zeigen eine Hand mit Schere, die eine Zigarre abschneidet, das verwendete Modell ist allenfalls eine „Jagdstolz“ und keine Cohiba. Noch lächerlicher ist das Plakat „Wasser in öffentlicher Hand“ – soll jetzt die Brawag verstaatlicht werden, Kevin Kühnert hätte seine helle Freude. Die Brawag ist Tochter der Stadtwerke, die sich ohnehin in kommunaler Mehrheit befinden. Ich glaube den Freien Wählern ging es nur darum, möglichst viele Laternenmasten mit Platzhaltern zu blockieren, da waren ihnen die ausrangierten Plakate aus Berlin und Hamburg von den Parteifreunden gerade recht.

Nicht besser sind die Sozialdemokraten, die immerhin ihre Plakate selber beschrifteten. Irgendwas muss in den Edding-Stiften aber an Duftstoffen drin gewesen sein, sonst wären sie nicht in solch einen Forderungsrausch geraten. Wahlversprechen sind gut und schön, aber wenigstens ein Zehntel davon sollte noch finanzierbar sein: 20-Minuten-Abstand im RE1, kürzere Takte innerstädtisch, kostenfreies Frühstück für alle Grundschulkinder, Abschaffung der Parkgebühren am Marienbad, Packhof als Park... weitere Aufzählungen würden die ganze Seite füllen.

So unvernünftig agieren noch nicht einmal die Linken. Die machen, was sie gelernt haben: Die Plakate aufhängen, die aus der Berliner Zentrale geliefert worden sind. Darauf Forderungen zu Gesundheitsversorgung, guter Bildung und billigen Mieten. Das passt. Auch bei den Umweltbewegten. Die belassen es bei einer überschaubaren Zahl von Plakaten und einer einfachen Botschaft: „Einfach mal Grün wählen“. Und die CDU hängt einfach nur Personen auf. Das Triumvirat Tiemann, Scheller, Paaschen kenne ich schon, auf den anderen Plakaten sind die Bilder lediglich in Briefmarkengröße drauf, die müsste man eine Viertelstunde lang studieren.

Und ich? Weiß immer noch nicht, was ich wählen soll. Aus den Plakaten jedenfalls bin ich nicht schlauer geworden. Ich werde meine Wahlentscheidung in der Kabine wohl auspendeln müssen. Oder einen Schamanen mitnehmen. Muss nur vorher den Wahlvorsteher fragen, ob das erlaubt ist.

Von André Wirsing

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