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Brandenburg/Havel Sebastian Block begeistert „dort, wo alles begann“
Lokales Brandenburg/Havel Sebastian Block begeistert „dort, wo alles begann“
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10:48 15.10.2018
Nach 20 Jahren wieder zu Hause: Sebastian Block auf der Bühne des Fontane Klubs.
Nach 20 Jahren wieder zu Hause: Sebastian Block auf der Bühne des Fontane Klubs. Quelle: Tobias Wagner
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Brandenburg/H

1998 spielte er sein erstes Konzert auf der Bühne des Fontane Klubs, nun meldete sich Sebastian Block zurück in seiner Heimatstadt: am Freitag spielte Block auf seiner alten Wirkungsstätte in Brandenburg an der Havel und hatte das neues Album „Wo alles begann“ im Gepäck. Auch wenn Block mittlerweile in Berlin lebt, so ist er zumindest einem treu geblieben –seinem Stil.

„Irgendwo muss es noch ein Bild von meinem ersten Auftritt geben“, schmunzelt Block. „Damals trug ich Schlaghosen.“ Das hat sich mittlerweile geändert, eins jedoch blieb gleich: seine Geschichten vom Alltag im urbanen Raum. Mal lebensfroh und mal nachdenklich, bewegt sich der Musiker auf seinem mittlerweile dritten Album „Wo alles begann“ am Puls der Zeit.

Block greift dazu auf diverse Beziehungskisten zurück und lässt den Zuhörer an allerhand Privatem teilhaben, ohne ins Kitschige zu verfallen. Stilistisch veränderte sich in Hinblick auf die letzten beiden Alben wenig, was in diesem Fall nichts negatives darstellt. Block ist sich als lebenswacher Melancholiker einfach treu geblieben. Allerdings hat sich die Klangpalette Blocks mittlerweile hörbar erweitert.

70 Gäste im Konzertraum des Fonte

Bevor Block jedoch vor etwa 70 Gästen zwischen den Stimmungen hin und her wechselte, durfte Bandkollege und Gitarrist Moritz Ecker sein Können zeigen. Ecker schaffte es mit seiner Fahrt auf einem gefundenen Fahrrad von Berlin nach Melbourne im letzten Jahr sogar in Medien wie die Huffington Post oder die Gala, und nahm nun wiederum die Gäste mit auf eine mal melancholische und mal flotte Reise durch die Gefühlswelten.

Ganz alleine, nur mit seiner Akustikgitarre und einer Hand voll selbst geschriebener englischer Titel ausgestattet, stimmte er das Publikum vorab musikalisch auf Block ein. Leider waren zu diesem Zeitpunkt noch nicht allzu viele Gäste vor der Bühne versammelt, der Berliner Weltenbummler Ecker hätte aufgrund seiner charismatischen Stimme und seiner Spielfreude mehr Aufmerksamkeit verdient gehabt.

Anders sah es nach kurzer Umbauphase dann wiederum bei Block aus. Schnell füllte sich der Raum vor der Bühne, und die Gäste schwangen zu neuen Stücken wie „Warum rufst du mich an?“ und „Die Nacht kennt keine Farben“ das Tanzbein. Ältere Songs durften bei dem Konzert ebenfalls nicht fehlen. „Selbstverständlich spielen wir nicht nur Songs vom neuen Album“, so der Musiker. „Natürlich haben wir auch extra Tanzbares dabei.“ Und die Songs, egal ob neu oder bereits bekannt, kamen gut an.

Schwärmerei von detailverliebter Musik

„Ich mag die Musik von Sebastian, sie ist so detailverliebt“, schwärmt Michaela Schiffmann (31). Die Brandenburgerin ist Fan seit dem ersten Album und beklagte das fehlende Interesse für das Konzert im Fontane Klub. „Schade, dass wenn es mal etwas Kultur gibt, kaum einer den Hintern hoch bekommt“, so Schiffmann.

„Aber später regt sich jeder auf, weil nichts los ist.“ Diejenigen, die am Freitag den Weg in den Fontane Klub gefunden hatten, durften jedoch erfahren, dass die Kultur in der Havelstadt lebendig ist. Auch wenn sie manchmal erst extra aus Berlin angereist kommt und Schlaghosen trägt.

Von Tobias Wagner