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Brandenburg/Havel Konzert mit Harfe im Industriemuseum
Lokales Brandenburg/Havel Konzert mit Harfe im Industriemuseum
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14:35 30.09.2018
Freddie K. spielte Celtic Soul im Industriemuseum. Quelle: Christine Lummert
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Brandenburg/H

Noch Gegensätzlicher geht es fast nicht. Die zarten Töne einer Harfe erklingen vor dem stählernen Koloss des historischen Siemens-Martin-Ofen des Brandenburger Industriemuseums. Diese Polarität ist natürlich auch der Künstlerin Friederike Kuhnt nicht entgangen, die unter dem Namen Freddie K. seit fast zwei Jahrzehnten Musik der besonderen Art macht.

Deshalb setzte sich die Frau, deren Markenzeichen die langen roten Haare sind, beim Gang auf die Bühne erst einmal Bauarbeiterhelm auf den Kopf. „Die Kulisse für das Konzert ist wirklich etwas ganz besonders.“ Das Team um Museums-Leiter Marius Krohn steuerte mit flackernder Fackelbeleuchtung und knisternden Brennkörben noch ein bisschen romantisches Flair zum Atmosphären-Mix aus hauchzart und stahlhart bei.

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Instrumentalstücke, gezupft auf der keltischen Harfe waren aber nur die eine Seite des Programms. Freddie K. ließ auch eine glockenklare und vor allem raumgreifende Sopran-Stimme hören, die sich in der großen Halle des Industriedenkmals so richtig schön ausbreiten konnte. Dazu lieferte sie selbst die Begleitmusik am Piano. Die rund 70 Zuhörer zeigten sich begeistert von der Mischung verschiedener Klangfarben.

Die Künstlerin verortete sich zu Beginn des Konzerts selbst als Interpretin „von Popmusik zum Zuhören, die sich am besten als Celtic Soul umschreiben lässt“. So lauschte das Publikum mal andächtig ergriffen, mal rhythmisch mitgehend den Liedern, die überwiegend aus der Feder von Freddie K. stammen. Auch inhaltlich war die Bandbreite weit gestreut.

Mal greift die Künstlerin auf biblische Geschichten oder nordische Sagen als Inspirationsquelle für ihre Texte zurück. Andererseits kommt auch das Alltagsleben im hier und jetzt als Ehefrau und Mutter von zwei Kindern nicht zu kurz und wird, mal ironisch gespiegelt, dann wieder emotional aufgeladen in ihren Liedern verarbeitet. Und das alles zu eingängigen Melodien, die vom Publikum gefeiert wurden.

Von Christine Lummert