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Brandenburg/Havel Kostbarer Schatz: So will der Domförderverein die alten Kunstwerke retten
Lokales Brandenburg/Havel Kostbarer Schatz: So will der Domförderverein die alten Kunstwerke retten
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11:26 22.07.2019
100 Schätze für den Dom suchen einen Paten. Quelle: Domstift Brandenburg
Brandenburg/H

Dutzende Millionen Euro sind seit der Wende in den Brandenburger Dom geflossen, dem Schinkel prophezeite, er werden das Jahr 2000 nicht erleben.

Während fast das gesamte Areal in einer nie zuvor dagewesenen Schönheit erstrahlt, sind nur noch die Ostklausur und die Spiegelburg des Doms in jenem schlechten Zustand, den sie nach der Teilsanierung in den 80er Jahren des vorigen Jahrhunderts hatten.

Alle an einem Strang

Dom-Kuratorium, Dom-Förderverein und zahlreiche Geldgeber wie die Bundesregierung und die Stiftung Denkmalschutz haben sich zusammen mit der Stadt Brandenburg vorgenommen, die wertvolle Bausubstanz der beiden Bauwerke vor dem weiteren Verfall zu retten und die Einheit von Domkirche und Klausur sichtbar und erlebbar zu machen.

Der Förderverein des Brandenburger Doms sucht in einem großen Projekt Paten für die Kostbarkeiten, die künftig im „Haus der alten Schätze“ zu sehen sind.

Wie die MAZ berichtete, soll in der Spiegelburg das „Haus der alten Schätze“ am Brandenburger Dom entstehen. „Zukunft braucht Herkunft“, meint der Kurator des Dom-Fördervereins und Domherr Manfred Stolpe. Der frühere Ministerpräsident ist dem Dom seit Jahrzehnten treu verbunden und hat viel für seinen Wiederaufbau getan. Zusammen mit der Vorsitzenden des Vereins Cornelia Radecke-Engst wirbt Stolpe jetzt dafür, diese Geschichte erlebbar, begreifbar und persönlicher zu machen.

Ein Baustein für ein ganzes Haus

Vor kurzer Zeit hat der Förderverein ein Projekt mit dem Titel „100 Schätze suchen einen Schatzpaten“ gestartet. Gesucht werden 100 Paten, die jeweils 1000 Euro in den Erhalt der Kulturgüter und den Aufbau der Schatzkammer investieren. Dass das nur ein Baustein ist, dessen ist sich Cornelia Radecke-Engst bewusst.

Aber die Idee hat Charme. In einer kleinen Broschüre, die am Brandenburger Dom zu haben ist, werden die 100 ausgewählte Schätze vorgestellt und Teile ihrer Geschichte erzählt.

Es ist ein Streifzug durch die Geschichte der Stadt Brandenburg und des Bistums, der sich hinter diesen Kostbarkeiten versteckt, von denen jede ihre eigene Geschite erzählt. Galerie Teil 2 „Haus der alten Schätze“

Diese Schätze, zu denen Klingelbeutel, Schränke, Truhen, Gewänder und Plastiken ebenso gehören wie Urkunden, Holzstiche und bedeutende Fotografien, werden zukünftig in der Spiegelburg der Domklausur für alle sichtbar bewahrt und ausgestellt. Auch Oberbürgermeister Steffen Scheller beteiligt sich und wirbt um Unterstützung.

100 Geschichten in 100 Exponaten

Hinter jedem Schatz steckt eine eigene Geschichte. So wie beispielsweise hinter den beiden Leuchterengeln aus dem Jahr 1441 aus Bronze. Die beiden Leuchter gehen sind ein Geschenk des Domprobstes Peter von Klitzke. Sie sind aus einem Stück gegossen, einen halben Meter hoch „und total schwer“, wie Radecke-Engst sagt. Sie dienten ursprünglich wohl als Leuchter auf einem Alter in der Marienkirche auf dem Marienberg. Um Sie entspann sich in den Neunzigerjahren ein regelrechter Krimi. Bei einem Einbruch in den Dom wurden die beiden schweren Leuchter gestohlen.

Sie verschwanden auf Jahre, blieben unauffindbar. Dann, plötzlich tauchten sie bei einer Versteigerung von Sotheby’s, dem traditionsreichen Auktionshaus in London, wieder auf. Entdeckt wurden sie im Katalog durch Alexandra Gräfin von Lambsdorff. Ihr Mann, Otto Graf Lambsdorff, war zeitlebens ein Unterstützer des Doms nachdem er an der Ritterakademie zur Schule gegangen war. Die Auktion in London wurde gestoppt. Doch der Verkäufer, der aus den Niederlanden kam, war wieder der Dieb noch ein Hehler.

Krimi wegen Altarleuchtern von 1441

„Das hat damals ziemlich viel Aufwand bereitet, bis wir die Leuchter wieder hatten“, erinnert sich die frühere Dompfarrerin Radecke-Engst. Die beiden Leuchterengel haben inzwischen eine Patin gefunden. 90 andere Schätze mit ähnlich spannenden Geschichten, suchen nach einem Menschen, einer Familie, einem Handwerksbetrieb – der sich ihrer annimmt. Eine Urkunde wird für jede Patenschaft nach der Überweisung der Spende ausgestellt, so dass jeder Spender auch seinen Kindern, Enkeln oder Geschäftspartnern vom Haus der Schätze und seinem Engagement für den Brandenburger Dom und die Geschichte erzählen kann.

Mitmachen leicht gemacht

Mitzumachen ist ganz einfach: Seite www.foerderverein-dom-brandenburg.de aufrufen. Dort findet sich in digitaler Form die Broschüre mit den 100 Schätzen die einen Paten suchen. Auf einer Übersicht lässt sich erkennen, ob der Schatz schon einen Paten hat. Dann Geld sammeln, auf das Spendenkonto IBAN DE05 1605 0000 3601 0414 63; Verwendungszweck Schatzpatenschaft Nr (ausgesuchter Schatz) und eigener Adresse überweisen. Der Förderverein meldet sich an.

Von Benno Rougk

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