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Brandenburg/Havel Kraftprotz fürs Klinikum
Lokales Brandenburg/Havel Kraftprotz fürs Klinikum
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12:06 16.05.2019
Am Südhang des Marienberges zwischen Strahlenklinik OGD, Parkplatz und Klinikum wird ein neues Blockheizkraftwerk gebaut. Quelle: Heike Schulze
Brandenburg/H

Ein Kraftprotz wird künftig das Team des Städtischen Klinikums verstärken: Die Stadtwerke bauen demnächst ein eigenes Blockheizkraftwerk für den Medizinbetrieb. Das Bauwerk hinter dem Parkplatz zwischen der OGD-Strahlenklinik und dem Haus 3 mit Notaufnahme und OP-Trakt wird auch gut zu sehen sein. Das Haus selbst ist um sieben, der Edelstahlschornstein etwa 25 Meter hoch.

Zwei unabhängige Einspeisungen

Gunter Haase, technischer Geschäftsführer der StWB Stadtwerke Brandenburg an der Havel GmbH & Co. KG Quelle: Rüdiger Böhme

„Wir werden dann zwei gesicherte Mittelspannungs-Einspeisungen von jeweils 15 Kilovolt haben“, sagt Stadtwerke-Geschäftsführer Gunter Haase. Im vergangenen Juni hatte das Unternehmen auf der Bettenhausseite des Klinikums eine mehr als 50 Tonnen schwere Trafostation errichtet.

Das Klinikum braucht ziemlich viel Energie: In der Spitze zieht es etwas mehr als 1,6 Megawatt aus dem Netz, der Jahresverbrauch liegt bei 8223 Megawattstunden alleine an Elektroenergie. Zudem werden aus dem Fernwärmenetz bis zu 2,7 Megawatt an thermischer Leistung abgerufen.

999 ist die Förder-Grenze

Das neue gasbetriebene Blockheizkraftwerk deckt die Bedarfe nicht ganz. Das nun georderte Modell erzeugt 999 Kilowatt Strom. „Das ist dem EU-Beihilferecht geschuldet. Anlagen mit mehr als einem Megawatt müssen ausgeschrieben werden, zudem werden sie nicht gefördert“, sagt Haase. Die thermische Leistung liegt aber leicht oberhalb von einem Megawatt. Die Gasstation steht bereits in unmittelbarer Nähe des künftigen BHKW.

Die volle Leistungsfähigkeit des Blockheizkraftwerkes wird ohnehin nicht permanent abgerufen, nur zu den Spitzenzeiten. Deshalb bauen die Stadtwerke in den Komplex noch einen Warmwasserspeicher ein. Die Überschusswärme des Kraftwerkes wird dann nämlich in Kälte umgewandelt. Bisher geschah das über die Fernwärme. „Aber wir blasen die Wärme vom Kraftwerk nicht einfach in die Luft.“

Vorteile für beide Seiten

Das Vorhaben soll sich für beide Unternehmen lohnen: Die Stadtwerke übernehmen die Investitionen von etwa zwei Millionen Euro. Das Klinikum spart durch das direkte Einspeisen in Größenordnungen Netzentgelte und Umlagen nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz EEG, gibt von diesem Betrag einen Teil an die Stadtwerke ab, so dass nach zehn Jahren die Anlage refinanziert sein dürfte. Die Stadtwerke übernehmen die Betriebsführung, auch für das gesamte Mittelspannungsnetz des Klinikums. Vereinbart wurde eine so genannte energetische Kooperation, die eine kostengünstige, effiziente und sogar energiesparende Versorgung für das Krankenhaus sichert.

„Eigentlich hatten wir gehofft, dass wir gleichzeitig mit Inbetriebnahme des neuen Hauses 11 mit Apotheke, Pathologie und Forschungslaboren das BHKW starten können. Nun wird es etwas später“, sagt Klinikums-Geschäftsführerin Gabriele Wolter.

Lange Lieferzeiten

An der Verzögerung hat keiner der Brandenburger Partner Schuld, die Baufläche ist längst vorbereitet: Bäume und Gestrüpp sind gerodet, es gab Suchschachtungen nach anderen Leitungen, eine kleine Spundwand zum Abfangen des Hanges ist gesetzt. „Der Markt boomt, die Anlagenbauer haben derzeit Lieferzeiten von etwa neun Monaten“, sagt Haase. In wenigen Wochen soll aber Baubeginn sein.

Von André Wirsing

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