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Brandenburg/Havel Krankenhaus eröffnet, aber nicht fertig
Lokales Brandenburg/Havel Krankenhaus eröffnet, aber nicht fertig
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15:55 26.01.2018
Das Marienkrankenhaus unterhält im Neubau zwei Stationen mit je 24 Betten für Palliativmedizin sowie für kognitive Einschränkungen. Quelle: Ruediger Boehme
Brandenburg/H

Eröffnung gefeiert wurde am Freitag für den Neubau von zwei Stationen im Marienkrankenhaus, dessen Kapazität sich mit den 48 neuen Betten um mehr als 50 Prozent erhöht. Doch in Betrieb gehen kann der Bau noch nicht. Die ersten 24 Patienten im Erdgeschoss werden wohl frühestens in drei Wochen untergebracht werden können, hier ist die Station für Menschen mit kognitiven Ausfällen – das können Demenzerscheinungen sein, Verwirrung oder Ausfälle nach Operationen unter Vollnarkose, sagt Verwaltungsleiterin Beate Hindorf. Der Bezug des Obergeschosses mit der palliativmedizinischen Station kann noch Monate dauern. „Ja, wir haben ein Problem mit der Fassade, die nicht rechtzeitig fertig geworden ist. Das liegt am Fensterbau“, gibt die Verwaltungsleiterin zu. Nach MAZ-Informationen gibt es einen handfesten Streit zwischen der Bauherrin Caritas-Krankenhilfe Berlin und der für den Fensterbau verantwortlichen Firma – es sollen etliche Maße nicht stimmen. Nur das relativ milde Wetter lässt die Schäden nicht noch größer werden. Dem Vernehmen nach bemüht man sich um eine „friedliche“ Lösung, um größere juristische Auseinandersetzungen zu vermeiden.

Schlagartig seine Bettenzahl um mehr als 50 Prozent erweitert hat das Marienkrankenhaus der Caritas in Brandenburg an der Havel. Der Neubau soll in einigen Wochen in Betrieb gehen, im Obergeschoss werden schwerkranke Menschen palliativmedizinisch versorgt, im Erdgeschoss kommen ältere Patienten unter, die teilweise kognitive Ausfälle haben.

Das Problem ist ein relativ akutes, welches erst in voller Größe erschien als der Eröffnungstermin schon feststand und die Einladungen an Sozialministerin Diana Golze (Die Linke) und den Erzbischof Heiner Koch bereits versandt waren. Also wurde tapfer Eröffnung gefeiert.

Ministerin Golze stellt auch nicht die Bauleistung an erste Stelle: „Es sind die Menschen – bei allem Beton und bei aller Technik – die ein Krankenhaus am Laufen halten. Deshalb finde ich das Leitbild der Klinik stark, welches sich die Mitarbeiter selbst gegeben haben: ,Von Mensch zu Mensch’.“ Demografie sei in einem Krankenhaus mit geriatrischem Schwerpunkt besonders zu spüren. Der Versorgungsauftrag werde im Marienkrankenhaus in vollem Umfang wahrgenommen. „Deshalb mein Dank an die Beschäftigten, die hier einen festen Anker in der medizinischen Versorgung bilden.“

Schwieriger Neustart als Geriatrie-Klinik

Um die Jahrtausendwende gab es im Marienkrankenhaus einen Auslastungs-Einbruch, teilweise waren nur 40 der 100 Betten belegt.

Das Land wollte die Bettenzahl auf 65 reduzieren. In Sankt Marien suchte man Verbündete bei der Stadt und am Klinikum. Es wurden 80 Stationsbetten und 15 Tagesbetten genehmigt.

Der Neustart gelang mit Chefärztin Katrin Schumann. 2004 gab das Land 14 Millionen Euro für Neubau und Sanierung, im März 2008 war alles fertig. 2013 wurden weitere 52 Betten genehmigt, realisiert sind 48.

Die durchschnittliche Belegung liegt bei 98 Prozent.

Durch den Neubau steigt die Bettenzahl des Krankenhauses um 48 auf 138 Betten. Daneben gibt es 15 teilstationäre Plätze. Das Land fördert rund drei Viertel der Neubaukosten von 7,5 Millionen Euro über die Investitionspauschale. Den Rest finanziert der Träger, die Caritas Krankenhilfe e.V., aus Eigenmitteln. Im Erweiterungsbau entstanden zwei neue Stationen, die rund um einen begrünten Lichthof angeordnet sind. Nach außen sind in jeder Etage zwölf Patientenzimmer, die Dienstzimmer sind zum Innenhof ausgerichtet. Ein spezielles Farbkonzept dient der Orientierungshilfe für ältere Patienten.

Geriatrie befasst sich mit den Krankheiten des alternden Menschen. In der Regel ist die Zusammenarbeit verschiedener Fachabteilungen notwendig, da viele ältere Menschen an mehreren Krankheiten gleichzeitig leiden. Für die Arbeit in den neu errichteten Stationen mussten knapp 50 Ärzte, Krankenschwestern und Pfleger gefunden werden, bislang zählte das Sank-Marien-Team 130 Beschäftigte, einschließlich Sozialarbeitern und Seelsorgern.

Das 1927 gegründete Krankenhaus wird in diesem Jahr 91 Jahre alt, zusätzlich zu den nun 138 Betten in der vollstationären Pflege gibt es 15 Betten in der Tagesklinik.

Von André Wirsing

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