Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Brandenburg/Havel Kulturschloss in den Sommerwochen
Lokales Brandenburg/Havel Kulturschloss in den Sommerwochen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:51 17.07.2016
Bodo Krug von Nidda auf der Terrasse seines Schlosses in Roskow nahe Brandenburg. Quelle: JACQUELINE STEINER
Anzeige
Roskow

Seit sechs Jahren ist das Schloss Roskow wieder im Familienbesitz der Nachkommen derer von Katte. Bodo Krug von Nidda, dessen Mutter Gisela eine von Katte ist, kaufte 2010 das Gutshaus für 190 000 Euro von der Gemeinde. Das aus dem 18. Jahrhundert stammende Bauwerk, einst Herrensitz, dann Flüchtlingsheim und später Schule, ist noch bis September Ausstellungsort des Festivals Rohkunstbau, das am 9. Juli seine Vernissage feierte. Am Freitag erwartet die Heinrich-Böll-Stiftung als Veranstalter der renommierten internationalen Kunstschau auch Außenminister Frank Walter Steinmeier ( SPD) zu einer Führung.

Künstler und Organisatoren des Rohkunstbaus 2016 zum Auftakt der Vernissage am 9. Juli, ganz rechts Schloss-Eigentümer Bodo Krug von Nidda. Quelle: Volkmar Maloszyk

Wenn Bodo Krug von Nidda von seinen Plänen für das Schloss, ja für die gesamte Region spricht, ist sein Enthusiasmus nicht zu überhören. Dem Immobilienentwickler mit Wohnsitz in Berlin, der beruflich viel in London und Amsterdam zu tun hat, sind seine neuen Heimatgefühle zu Roskow anzumerken.

Anzeige
Zwischen Kulturbetrieb und Dornröschenschlaf: Schloss Roskow Quelle: Volkmar Maloszyk

Das Barockschloss mit Ball-, Tanz- und Musiksaal ist auch Veranstaltungsort für Hochzeiten. Auf der Homepage ist es für weitere Events zu buchen. Etablieren will Krug von Nidda es als Kulturschloss. Indes: Die Fassade bröckelt. Das Dach freilich ist neu eingedeckt. Sein Plan sei die behutsame Sanierung des Gebäudes, führt Krug von Nidda aus. „Wichtig ist es, die Bausubstanz zu erhalten. Das Projekt erfordert Geduld und Demut.“ Schließlich sei das Haus fast 300 Jahre alt.

XXII.Rohkunstbau

Der XXII. Rohkunstbau im Schloss Roskow ist noch bis zum 18. September zu besuchen. Geöffnet ist die renommierte Kunstschau jeweils samstags und sonntags von 12 Uhr an bis um 18. Uhr.

Im vorigen Jahr zählte der Veranstalter, die Heinrich-Böll-Stiftung, 4000 Besucher.

Der Park wird ab und an gemäht wie jetzt für das Kunstfestival. Innen drin ist das Unterschoss nahezu kahl, nur jetzt belebt und wachgeküsst durch Rohkunstbau und die Exponate von elf Künstlern.

Kunstwerk von Arne Schreiber im Schloss Roskow: Zersägter Baumstamm im Kaminzimmer. Quelle: Jan Brockhaus

Im Obergeschoss stehen neben hergerichteten Privatzimmern sieben Doppel-und ein Einzelzimmer zur Verfügung. 15 Personen könnten damit in dem Schloss nächtigen. Wichtig sei das für Hochzeiten. Doch für diese reichten die Übernachtungskapazitäten nicht aus, sagt Krug von Nidda. Das zu ändern, etwa durch den Erwerb eines Hotelbetriebes in der Nähe, sei eines seiner Ziele. Froh sei er, dass das Schloss kaum je leer stand. „Was ein Haus rettet, ist Nutzung.“

Außerhalb der Rohkunstbauwochen: der verstaubte prächtige Treppenaufgang im Schloss Roskow. Quelle: Volkmar Maloszyk

Der 43-Jährige ist nicht daran interessiert, fremde Investoren mit ins Boot zu holen: „Das Schloss bleibt fest in Familienhand.“ Hoffnung setzt Bodo Krug von Nidda auf ein Studienförderwerk, „es hat Interesse, es als Stammsitz zu nehmen“. Krug von Nidda spricht in der Rolle des möglichen Vermieters.

Hunderte Kulturbegeisterte allein schon zur Vernissage

So wie sich während der Vernissage hunderte Kulturbegeisterte in den Schlossgängen drängten und durch den Park flanierten, so wäre es auch wünschenswert außerhalb der zehn Rohkunstbauwochen. „Wir schauen, was passiert.“ So jedenfalls sagt es der Schlossherr.

Rohkunstbau im Schloss Roskow im Sommer 2016. Quelle: Volkmar Maloszyk

Von Marion von Imhoff

14.07.2016
Bauen & Wohnen Stadtentwicklung in Brandenburg/H. - Das E-Center soll in einem Jahr begonnen sein
13.07.2016
Anzeige