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Brandenburg/Havel Kunst erobert Innenstadt
Lokales Brandenburg/Havel Kunst erobert Innenstadt
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13:41 03.12.2018
Sieben regionale zeitgenössische Künstler stellen eine Woche lang in der Christmas Pop-up Galerie ihre Werke aus. Nicole Fritzsche-Brandt stellt Aktmalereien und Skulpturen aus. Quelle: Foto: Jast
Brandenburg/H

Es ist der pure Wahnsinn! Mehr als 200 Kunstwerke sind für einige Tage am Neustädtischen Markt 5/6 zu bewundern. Die sechs Künstlerinnen und ein Fotograf kommen aus Berlin, Potsdam Klein Machnow und Stahnsdorf und stellen in den Räumlichkeiten, die dem Weihnachtsmarkt direkt gegenüber liegen, Malereien, Fotografien und Skulpturen aus.

Temporär oder dauerhaft? Vorerst für nur eine Woche hat jetzt am Neustädtischen Markt eine Galerie mit zeitgenössischer Kunst eröffnet. Die Besitzerin des Hauses, durch ein Erbe an die Immobilie gelangt, überlegt, daraus einer dauerhafte Einrichtung zu machen.

Die unlängst verstorbene Renate Brandt ist vielen Brandenburgern ein Begriff wegen ihres Jahrzehnte langen Engagements als Vorsitzende des Vereins „Freunde des Brandenburger Theaters“. Nach ihrem Tod hatte ihre Schwiegertochter, die Malerin Nicole Fritzsche-Brandt, die Idee, die zur Zeit leerstehenden Räume im geerbten Haus am Neustädtischen Mark 5/6 für die Kunstausstellung zu nutzen. „Hier ist der Neustadt Markt. Hier muss Kunst her“, sagt die resolute Malerin, die sich mit ihrer Kunst selbständig gemacht hat. Da es in der Stadt Brandenburg eine vielfältige Kunstszene gibt, überlegt sie inzwischen ernsthaft, ob sie die weitläufigen Räume nicht sogar dauerhaft als Ausstellungsort für Kunstschaffende in der Stadt anbieten sollte.

Kunst, die gefallen will

In der Ausstellung erwartet den Betrachter Kunst, die gefallen will, die heimatliche Gefühle vermitteln will, die wenig Geheimnisvolles verbirgt. Allerdings ist hier weit mehr als rein „dekorative“ oder „tümelnde“ Kunst zu erleben. Die Malereien, die größtenteils wirklich hervorragend ausgeführt sind, folgen seltener akademischen Malschulen, sondern sprechen eher das Gefühl der Betrachter an.

Ein Gefühl von Einsamkeit und Verlassenheit strahlt beispielsweise das Gemälde „Der gefallene Engel“ von Pamela Henning-Salomone aus, das in dunklen Blautönen gemalt ist. „Ich bin an dem Tag, als das Bild entstand, tatsächlich etwas depressiv gewesen“, berichtet die Künstlerin. Das Malen habe sie damals von der trüben Stimmung befreit.

Großstadt als Inspiration

Großstadtflair von Berlin hat diese Künstlerin eingefangen. Und von der Malerin, die lange in Rom und in Italien gelebt hat, sind natürlich auch Bilder italienischer Landschaften und Hafenmotive zu sehen.

Sehnsucht nach der Weite des Horizonts vermitteln die drei Gemälde „Weiter Blick“ von Sabine Christel Schmidt. Grazil und wunderschön wirken ihre Malereien von jungen Balletttänzerinnen und dabei so real, als ob die Mädchen gleich aus dem Bild heraus tanzen könnten.

Sissy Walldorf stellt in ihren Malereien die verschiedenen Religionen vor. Sie verarbeitet nicht nur in ihren Bildern ihre Erlebnisse im Nahen Osten und Tunesien, sondern sie hat auch ein Buch darüber geschrieben „Die Berberbraut“.

Die Weite der Brandenburger Landschaft

Nicole Fritzsche-Brandt stellt in der Ausstellung kraftvolle Aktzeichnungen vor, wie sie Frauen eher selten erschaffen. Landschaftsmalereien mit Motiven rund um ihren Wohnort Stahnsdorf fangen die Schönheit und Weite der Brandenburgischen Landschaft ein.

Die Künstlerinnen in der Ausstellung haben zumeist einen kurvenreichen Weg beschritten, bis sie bei ihrer Kunst angekommen sind. Dabei haben sie durchaus auch Malerei studiert, sie haben an Workshops teilgenommen und sich künstlerisch vielfältig weiter gebildet. Sie alle brennen für ihre Kunst, ihre künstlerische Tätigkeit ist für sie etwa so notwendig wie das Atmen.

Info: Die Christmas Pop-up Galerie ist bis zum 8. Dezember täglich von 11 bis 18 Uhr geöffnet.

Von Ann Brünink

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