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Brandenburg/Havel Kunstausstellung in der Johanniskirche in Brandenburg
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Kunstausstellung in der Johanniskirche in Brandenburg

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16:40 14.07.2021
Ausschnitt aus dem Werk „Invasion“ von Franka Schwarz.
Ausschnitt aus dem Werk „Invasion“ von Franka Schwarz. Quelle: Franka Schwarz
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Brandenburg/H

Keine hübschen Brandenburger Landschaften und nette historisierende Stadtansichten – diese „Heimat-Liebe”, so der Titel der neuen Kunstausstellung in der Johanniskirche in Brandenburg ander Havel, ist anders. Sechs Künstler, so divers wie ihre Arbeiten, zeigen Klanginstallation, Objekte, Animation, Malerei und Grafik. Zu sehen ist die Ausstellung ab Samstag, 17. Juli. Die Vernissage in Anwesenheit aller Künstler beginnt um 15 Uhr. Fast alle Möglichkeiten der zeitgenössischen Kunst werden in den Werken ausgeschöpft, um die vielfältigen Gedanken und Assoziationen der Ausstellenden zum Thema darzustellen.

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Gleb Bas, der sein Studium der Malerei an der Staatlichen Kunstakademie Münster absolvierte, berichtet: „Im Alter von zwölf Jahren, mit einsetzender Pubertät, bin ich aus der Ukraine nach Deutschland immigriert und habe meine Heimat gewechselt. Aber ist das überhaupt möglich?“ Sein Unbehagen gegenüber dem Begriff „Heimat“ drückt sich in seiner Malerei aus.

Sae Esashi aus Japan hingegen findet hochpoetische Bilder für ihre Beziehung zur Heimat – ihre Animation führt zu einem Teich, an dem sie in ihrer Kindheit viel Zeitverbrachte. Thomas Lang versucht, mit innovativen grafischen Techniken das Vergessen seines Heimatdorfes erfahrbar zu machen – und vielleicht aufzuhalten.

In der Johanniskirche in Brandenburg an der Havel läuft die Ausstellung bis zum 7. August. Quelle: Heiko Hesse

Mit dem Mittel der Malerei gelingt dies auch Sumiyo Nagai, Meisterschülerin von Werner Liebmann an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee. Sie bringt japanische Architektur, Geschichte und Erinnerungen auf der Leinwand zusammen. Der in Brandenburg lebende Künstler Tim-Dominik Matuschke erforscht im wahrsten Sinne des Wortes den Grund unter sich – mit Klangkunst und Fotografie.

Ins Phantastische geht es mit Franka Schwarz Arbeit „Invasion“. Sie testet mit dem neuen Werk die Möglichkeiten des 3D-Drucks für ihr künstlerisches Werk aus. Die gebürtige Brandenburgerin und Dozentin an der Wredowschen Zeichenschule war es auch, die die Künstler auf den interessanten Raum in der Johanniskirche aufmerksam machte.

Zusammenarbeit mit Stadtmuseum

Zusammen entwickelte man die Ausstellung, besuchte Brandenburg und recherchierte im Stadtmuseum. Beim Versuch, der Komplexität des Titels gerecht zu werden, ohne die Schattenseiten der Heimat-Liebe auszuklammern, haben die bildenden Künstler sich mit der Berliner Mezzosopranistin und Performerin Kim Seligsohn zusammengetan.

Zur Vernissage der Kunstausstellung am 17. Juli improvisiert sie zu Texten von H. Peter Maier C.d.F. unter dem Titel: „Wo bleibt die Liebe, wenn einem die Heimat gekündigt hat?Von innen drinnen nach außen draußen.“

Erinnerung an Opfer

Am Samstag, 24. Juli, um 17 Uhr erklingt Seligsohns „Hymne an die Namen“ – eine Vertonung der Namen der Opfer des Naziregimes in Brandenburg an der Havel. Benjamin Jähn, Kurator der Ausstellung „Enttäuschung Hoffnung Sehnsucht“ im Stadtmuseum, berichtet anschließend vom Schicksal der jüdischen Bevölkerung Brandenburgs vor, während und nach dem Zweiten Weltkrieg.

Weitere Informationen unter www.frankaschwarz.de. Die Ausstellung läuft bis zum 7. August und ist mittwochs bis samstags von 14 bis 18 Uhr, sowie sonntags von 11 bis 14 Uhr geöffnet.

Von MAZ