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Brandenburg/Havel Kunsthalle Brennabor mit ungewisser Zukunft
Lokales Brandenburg/Havel Kunsthalle Brennabor mit ungewisser Zukunft
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11:16 21.12.2016
Die Brennaborhöfe in Brandenburg beherbergen die Kunsthalle. Dort hat im vorigen Jahr auch Armin Mueller-Stahl seine Bilder ausgestellt. Quelle: Imago
Brandenburg/H

„Wenn man die Kunsthalle Brennabor betritt, dann ist natürlich alles wunderschön und schwerlich zu überbieten“, sagt der Brandenburger Kulturmanager Tim Freudenberg bei der Vernissage zur aktuellen Ausstellung „Harmonie der Gegensätze“. Doch bekanntlich läuft der Mietvertrag für die Kunsthalle im ehemaligen Brennaborgebäude in zehn Jahren unwiderruflich aus. Deshalb ist Freudenberg nach wie vor an einer Lösung interessiert, die der Kunsthalle eine dauerhafte Perspektive sichert. Die bietet sich nun möglicherweise.

Der Investor, der das ehemalige Brennabor-Industrieensemble saniert, hat angeboten, einen vorzeitigen Auszug der Kunsthalle Brennabor mit 500 000 Euro zu vergüten. Das würde der Stadt die Möglichkeit eröffnen, für die Kunsthalle und das Stadtmuseum einen gemeinsamen Standort zu entwickeln – auch dies ein schon lange gehegter Plan, der bisher am fehlenden Geld scheiterte.

Doch damit das Geld fließen kann, muss die Entscheidung spätestens bis zum Frühjahr 2017 erfolgen. Sind die Bauarbeiten des Behördenkomplexes nämlich weiter fortgeschritten, wäre es nicht mehr möglich, den Umbau der Kunsthalle für die Nutzung durch die Rentenversicherung noch in das Bauvorhaben einzutakten.

Protestplakat gegen die Schließung. Quelle: Volkmar Maloszyk

So zumindest erklärt Tim Freudenberg, warum es notwendig wäre, dass die Kunsthalle zunächst in ein Übergangsdomizil umzieht, denn für den Umbau eines endgültigen Standortes wären schätzungsweise drei bis vier Jahre zu überbrücken. Dafür ist die Johanniskirche in Aussicht genommen worden.

Die Mitglieder des Freundeskreises Kunsthalle Brennabor stehen zwar einem Umzug prinzipiell positiv gegenüber. Einig seien sich alle Mitglieder allerdings darin, dass vor der Kündigung des derzeitigen Mietvertrages vertraglich feststehen müsse, wie und wo die Kunsthalle Brennabor endgültig untergebracht werden soll, informiert Solveigh Calderin, Vorsitzende des Freundeskreises Kunsthalle Brennabor. Interessant ist für den Freundeskreis auch die Frage, was mit den 500 000 Euro Ablöse geschieht, wofür sie eingesetzt werden sollen. Alle treibe die Angst um, dass die Kunsthalle doch noch geschlossen werden könne und das Geld im Stadtsäckel verschwindet.

Als Beleg dafür, dass die Stadt an der Kunsthalle Brennabor festhalten wolle, benennt Kulturmanager Freudenberg die Tatsache, dass die Stadt Brandenburg an der Havel die Finanzierung der Kunsthalle trotz Haushaltssicherungskonzept wieder aufgenommen habe, die sie zwischenzeitlich eingestellt hatte. Die 500 000 Euro sollen in die Entwicklung des Standortes für Kunsthalle und Museum fließen.

Kurator Christian Kneisel. Quelle: JACQUELINE STEINER

Bei der Zwischennutzung der Johanniskirche als Kunsthalle gibt es einige gravierende Probleme, die gelöst werden müssten. Die klimatischen Bedingungen sind schlecht. Im Sommer heizt sich der Raum stark auf, wenn die Sonne auf dem Glasgiebel steht. Im Winter ist der Raum gar nicht beheizbar. Es müsste umgebaut werden, um die ausgestellte Kunst vor Schäden zu schützen. Bilder dürfen nicht an die Wände gehängt werden. Entsprechende Lichttechnik fehlt. Es gibt keine sanitären Anlagen in dem Raum. Das sind für Vorstandsmitglied Wolfgang Niemeyer beispielsweise Gründe, die Johanniskirche auch als vorübergehendes Domizil für die Kunsthalle Brennabor kategorisch abzulehnen, weil aus seiner Sicht den Problemen kaum abzuhelfen sein dürfte.

Solveigh Calderin gibt zu bedenken, dass Kunsthallen ein Alleinstellungsmerkmal haben müssen, damit sie für renommierte Künstler als Ausstellungsort interessant sind. Das Renommee, das sich die Kunsthalle Brennabor mit 70 Ausstellungen erarbeitet hat, ist untrennbar mit ihren derzeitigen Räumlichkeiten verbunden und in hohem Maße auch für berühmte Künstler attraktiv. Die Johanniskirche hingegen wird vielfach genutzt. Im Sommer wird sie beispielsweise durch das Event Theater bespielt. Und es werden Gottesdienste darin abgehalten. Das ginge aus Sicht des Freundeskreises gar nicht.

Für Kurator Christian Kneisel ist die Johanniskirche ein attraktiver Ort. Sofern man die Probleme in den Griff bekomme, könne er sich spannende Ausstellungen dort vorstellen. Einen Imageschaden für die Kunsthalle befürchtet er durch die zwei Umzüge nicht. Allerdings brauche er baldmöglichst Planungssicherheit, um die nächsten Ausstellungen vorbereiten zu können.

Von Ann Brünink

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