Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Brandenburg/Havel Chefärztin zeigt sich hüllenlos
Lokales Brandenburg/Havel Chefärztin zeigt sich hüllenlos
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
10:48 17.09.2014
Der Stein des Anstoßes: Auf dem Fashionday-Laufsteg öffnen Birgit Didczuneit-Sandhop (r.) und zwei weitere Frauen kurz ihre Kittel. Quelle: Tiemann
Brandenburg an der Havel

Aufregung nach dem Fashion Day. Der Landespflegerat Berlin-Brandenburg distanziert sich „auf das Schärfste“ vom Laufsteg-Auftritt dreier Frauen des Klinikums, die ganz kurz ihre Kittel geöffnet hatten. Die Vorsitzende Christine Vogler: „Pflegende punkten mit Fachwissen und nicht mit Unterwäsche. Die Zeiten, in denen Krankenschwestern mit sexueller Freizügigkeit entsprechend sattsam bekannten Altherrenwitzen assoziiert wurden, liegen definitiv hinter uns.“

Was ist passiert?

Wer am 5. September beim Fashion Day auf dem Neustadt Markt zugeschaut hat, erinnert sich an den außergewöhnlichen Auftritt der Frauen und Männer aus dem Städtischen Klinikum. Zum Helene-Fischer-Lied „Atemlos“ präsentierten sie schwungvoll modische Berufskleidung. Bei Helene Fischers letzter Atemlosigkeit fielen zwar keine Hüllen, doch drei Frauen gaben unter Applaus einen kurzen Einblick, was sich unter ihren Kitteln verbirgt: bei der HNO-Chefärztin Birgit Didczuneit-Sandhop eine vorn ausgeschnittene Bluse, bei zwei Klinik-Mitarbeiterinnen eine Korsage und ein BH-Hemdchen.

Der LPR Berlin-Brandenburg verurteilt den „freien Blick auf Dessous in weißer Berufskleidung“. Unter der Überschrift „Keine Anzüglichkeiten im Pflegeberuf“ werden namentlich die Chefärztin und Klinikum-Chefin Gabriele Wolter gerügt: „Die HNO-Chefärztin Dr. Sandhop hat mit dem Vorschlag, sich aufreizend leicht bekleidet an der Modenschau zu beteiligen, keine Krankenschwester zum Mitmachen motivieren können – nur sie selbst und zwei Servicekräfte waren als Models aktiv. Die Geschäftsführung des Klinikums hatte die Idee befürwortet.“

Anja Kistler, Geschäftsführerin des Deutschen Berufsverbandes für Pflegeberufe Nordost, kommentiert: „Ich bin froh, dass die Pflegenden hier nicht mitgemacht haben – das passt nicht zum Berufsstand, schadet dem Image in der Öffentlichkeit und kann nicht als witzig bewertet werden.“ Die Klinik-Chefin habe dem Image der professionellen Pflege geschadet und gezeigt, „welchen Blick sie auf die Pflege hat – und der stellt sich wenig wertschätzend dar.“

Birgit Didczuneit-Sandhop versteht die Aufregung nicht.

„Wir haben uns in der Gruppe einen Gag überlegt nach dem Motto: Wir wollen Spaß“, erklärt sie. „Manch einer versteht eben und manch einer nicht.“ Niemand habe die Arbeit von Pflegekräften in eine falsche Schublade stecken wollen. Sie selbst habe niemanden zu irgend etwas überredet oder dies auch nur versucht. Die Chefärztin empfiehlt, die Kirche im Dorf zu lassen, niemand sei wie ein Häschen halbnackt herumgelaufen.
„Viele Menschen sind im Sommer offenherziger“, erläutert sie. „Mein eigenes Blüschen war blickdicht, mit ein bisschen mehr Dekolleté, aber nicht so freizügig wie Angela Merkel in Bayreuth“, fügt Birgit Didczuneit-Sandhop hinzu.

„Zur Modeschau gab es sehr unterschiedliche Meinungen: von großer Spaß bis zur Empörung“, sagt Gabriele Wolter. Sie fand es „ein netter Gag an dem Abend“ und mehr sollte es nicht sein „Es ist schade, wenn aus berufspolitischen Gründen Probleme herbeigeredet werden.“ Schriftlich fordert die Klinikum-Chefin den Landespflegerat auf, „die anmaßende Unterstellung fehlender Wertschätzung gegenüber den Pflegenden unverzüglich zurückzunehmen“. „In einer aufgeklärten Gesellschaft sehe ich mich nicht als strenger Sittenwächter“, schreibt Wolter. Man müsse auch ein Stück Freiheit lassen statt zu reglementieren, wenn Teilnehmer einer Modenschau kreativ sind.

Von Jürgen Lauterbach

Polizei Brandenburg an der Havel: Polizeibericht vom 16. September - Motorräder gestohlen

+++ Altstadt: Aus einem Schuppen in der Gottfried-Krüger-Straße klauen Unbekannte eine Simson 51 +++ Hauptbahnhof: Auch am Brandenburger Hauptbahnhof machen sich Motorraddiebe ans Werk und entwenden eine Yamaha +++ Neustadt: Am wahlwochenende wird aus einem Klassenraum eine Beamer und ein Laptop gestohlen +++

16.09.2014
Brandenburg/Havel Samtrot-weiße Züchtung für die Buga blüht nun auf dem Packhof - Die Rose der Einheit

Eine wunderschöne Neuzüchtung mit dem Titel „Rose der Einheit“ ist die offizielle Pflanze der Bundesgartenschau im kommenden Jahr. Vertreter der Buga-Standorte pflanzten am Montag, 215 Tage vor Eröffnung der Schau, im bereits fertig gestellten Themengarten „Feuer und Flamme“ auf dem Packhofgelände erste Exemplare.

18.09.2014
Brandenburg/Havel Wegen einer Baustelle müssen Zugpendler in die S-Bahn umsteigen - Fahrt nach Berlin dauert 20 Minuten länger

Brandenburger Pendler, die in Berlin arbeiten und mit dem Zug fahren, haben es wieder schwer. Seit dem Wochenende fährt der Regionalexpress nicht mehr wie gewohnt. Zwischen den Bahnhöfen Potsdam und Berlin-Wannsee hat die Deutsche Bahn bis zum 28. September eine Baustelle eingerichtet. Nun heißt es S-Bahn fahren.

16.09.2014