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Brandenburg/Havel Lange Mängelliste Brandenburger Radfahrer
Lokales Brandenburg/Havel Lange Mängelliste Brandenburger Radfahrer
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19:20 29.04.2019
Nicht gerade ein Vergnügen für Radfahrer sind Baustellen und die damit verbundene Verkehrsführung. Hier in der Bauhofstraße geht es eng zu. Quelle: Rüdiger Böhme
Brandenburg/H

 Die Radfahrer in Brandenburg/Havel sind weiterhin nicht sonderlich zufrieden mit den Bedingungen, die sie in ihrer Stadt vorfinden. Erneut nur ein schwaches Ausreichend bekommt die Stadt in Bezug auf ihre Fahrradfreundlichkeit.

So weist es das aktuelle Ergebnis des „Fahrradklima-Tests“, den der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) alle zwei Jahre deutschlandweit erhebt. Er ist zwar nicht repräsentativ, gilt aber als Stimmungsbarometer.

In Brandenburg/Havel haben für die aktuelle Erhebung 448 Teilnehmer im vergangenen Jahr Schulnoten vergeben in einer ganzen Reihe von Kategorien der Fahrradfreundlichkeit. In der Summe aller Einzelnoten erhält Brandenburg/Havel die Note 4,18.

Platz 78 von 106

Damit hat sich die Stadt im Vergleich zur vorherigen Erhebung 2016/17 um 0,1 leicht verbessert – allerdings auf einem schwachen Niveau.

„Die schlechte Note stimmt leider, dabei könnten wir als Fahrradstadt viel weiter sein“, bedauert Christoph Kirch von der ADFC-Ortsgruppe Brandenburg an der Havel. Doch das Radfahren sei in der Stadt nicht populär. Kirch: „Fürs Radfahren gibt es in der Stadtverwaltung wenig Unterstützung.“

In der Gruppe der Städte mit 50.000 bis 100.000 Einwohnern kommt Brandenburg/Havel mit der unterdurchschnittlichen Note 4,18 knapp hinter Frankfurt/Oder auf Platz 78 von 106. Spitzenreiter ist das westfälische Bocholt mit Schulnote 2,39. Schlusslicht ist das sauerländische Lüdenscheid, das mit Note 4,74 abgestraft wird.

Absteigen und schieben

Der Hauptkritikpunkt der bewertenden Radfahrer betrifft seit Jahr und Tag das Problem, wie Brandenburg/Havel ihre Radfahrer an Baustellen vorbei führt. Offenbar ganz schlecht beziehungsweise mangelhaft.

Das drückt sich in der Schulnote 4,9 aus, die die knapp 500 Brandenburger Radler dem Rathaus ins Stammbuch schreiben. Meist seien Radler an Baustellen gezwungen, abzusteigen und zu schieben.

An dieser Stelle folgt ADFC-Fahrradexperte Kirch der Kritik nicht vollständig. Er mache an Baustellen gar nicht so schlechte Erfahrungen. Schlimmer findet er, dass zwar Fahrbahnen wie in der Ziesarer Landstraße auf Note 1 getrimmt werden, die Radfahrer sich aber mit viel schlechterer Qualität zufrieden geben müssten.

Ebenso schlecht wird die öffentliche Werbung für das Radfahren bewertet. Wenig besser – Schulnote 4,7 – beurteilen die Juroren ihre Stadt im Hinblick darauf, wie gut man als Radler im Mischverkehr mit Kraftfahrzeugen zurechtkommt.

Das Sicherheitsgefühl ist bei den Radfahrern in Brandenburg offenbar eher schwach ausgeprägt und das drückt sich in der Einzelnote 4,5 aus. Die Mehrheit findet, dass man selbst größere Kinder nicht mit gutem Gewissen allein Rad fahren lassen kann.

Für Kinder zu gefährlich

Zur Gefährlichkeit tragen nach Einschätzung der Umfrageteilnehmer die ebenfalls schwach bewerteten Kategorien Konflikte mit Kraftfahrzeugen, Hindernisse und Falschparkerkontrollen auf Radwegen sowie deren Oberfläche und Breite bei. Die Noten schwanken dabei zwischen 4,2 und 4,6.

Vergleichsweise positiver antworten sie auf die Frage, ob das Radeln in Brandenburg/Havel Spaß oder Stress bringt. Die Havelstadt erreicht hier die Schulnote 3,7.

Es scheint auch nicht alles ganz schlecht zu sein am Radfahren in Brandenburg/Havel. Die beste Einzelnote – nämlich eine 2,9 – bekommt die Stadt dafür, dass dort Alt und jung Fahrrad fahren.

Großzügiger gestaltet wurde der Radweg mit dem Umbau der Freiherr-von-Thüngen-Straße. Insgesamt bietet der Stadtteil Nord oft gute Bedingungen für Radfahrer. Quelle: Rüdiger Böhme

Für „zügiges Radfahren“ und die „Erreichbarkeit des Stadtzentrums“ gibt es immerhin ein schwaches befriedigend (3,3 und 3,4). Beide Ergebnisse sind besser als vor zwei Jahren.

Brandenburgs Radfahrer haben in der Tendenz überwiegend den Eindruck, dass der Stellenwert des Radfahrens in ihrer Stadt schwach ausgeprägt ist und „in jüngster Zeit kaum etwas für den Radverkehr getan wurde“.

Wird die aktuelle Kritik der 448 radelnden Bürger im Rathaus durchdringen. Christoph Kirch hat wenig Hoffnung: „Das interessiert da niemanden.“

Lesen Sie mehr zum aktuellen Fahrradklimatest und zu den Ergebnissen von vor zwei Jahren hier: http://www.maz-online.de/Nachrichten/Panorama/Umfrage-Das-sind-die-fahrradfreundlichsten-Staedte-Deutschlands und hier: http://www.maz-online.de/Lokales/Brandenburg-Havel/Radler-geben-der-Havelstadt-schlechte-Noten

Von Jürgen Lauterbach

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