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Brandenburg/Havel Gerettet aus Nutella-Glas: So erholt sich Igel Borstel im Krugpark
Lokales Brandenburg/Havel Gerettet aus Nutella-Glas: So erholt sich Igel Borstel im Krugpark
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20:22 08.01.2020
Igel Borstel ist acht Monate alt und erholt sich im Naturschutzzentrum Krugpark. Quelle: André Großmann
Brandenburg/H

Dem Tod entkommen kuschelt sich Igelmädchen Borstel in ein Handtuch. Sie liegt in der Tieraufnahme im Naturschutzzentrum Krugpark, isst Bananen, Katzenfutter, trinkt Wasser und läuft durch ihren Käfig. Das acht bis zehn Monate alte Säugetier erholt sich von seinen Strapazen im Nutella-Glas.

Helfer befreien den acht Monate alten Igel Borstel im Naturschutzzentrum Krugpark aus einem Nutella-Glas und retten ihm so das Leben. Das Säugetier erholt sich und tankt neue Kraft.

Lebensretter mit Hammer

Das Tier steckte kopfüber im Glasgefäß und schwebte deshalb in Lebensgefahr. Hausbesitzer Udo Beutel entdeckte den Igel in Rietz vor seiner Kellertreppe und bringt ihn in das Naturschutzzentrum. Es ist eine Entscheidung, die dem Tier das Leben rettet.

Pflegerin Viola Witowski kümmert sich im Naturschutzzentrum Krugpark um den Igel Borstel. Quelle: André Großmann

„Der Igel wäre ohne fremde Hilfe verhungert und verdurstet. Sein Kopf war etwas schief und ein Auge hing etwas heraus“, sagt Pflegerin Viola Witowski.

Mitarbeiter Bodo Geppert vom Naturschutzzentrum befreit das Tier aus seiner misslichen Lage. Mit der Rückseite eines Hammers schlägt er behutsam auf die Rückseite des Glases ein. Mit jedem Hieb tastet er sich voran. Dabei hat er das Tier im Blick und entfernt einzelne Scheiben sofort.

Vitamine für neue Kraft

Das Igelmädchen genießt seine neue Freiheit, Mitarbeiter des Naturschutzzentrums päppeln den Igel auf, versorgen ihn mit Vitaminen, geben ihm Wasser aus einer Pipette und eine Wärmflasche. Momentan liegt Borstel in einem Käfig, ist in Papier und Handtücher eingewickelt. Wenn sie nicht schläft, läuft sie im Minutentakt.

Igel nimmt zu

„Dem Igel geht es schon deutlich besser. Und wir machen ihn wieder richtig fit“, sagt Viola Witkowski. Beim Füttern des Tiers stellt sie fest, dass Borstel zunimmt und 430 Gramm Gewicht auf die Waage bringt. Doch bis das Tier ausgewildert werden kann, muss er mindestens 600 Gramm Körpergewicht auf die Waage bringen.

Vorbereitung auf den Winterschlaf

Nach einer Woche in der sogenannten Tieraufnahme des Naturschutzzentrums tragen Mitarbeiter den Igel in die Zentimeter entfernte Quarantänestation. Dort herrschen Temperaturen um die 15 Grad, das Tier soll sich so langsam an kältere Temperaturen gewöhnen und seinen Stoffwechsel herunterfahren.

„Anschließend bringen wir das Tier in ein Igelhaus im Wald des Krugparks. Dort macht er dann Winterschlaf und wacht normalerweise gegen Ende März auf“, sagt die Leiterin des Naturschutzzentrums Andrea Kausmann.

Auswilderung im Frühling

Nach dieser Pause soll das Tier ausgewildert werden. Die Mitarbeiter des Krugpark beachten hierfür ,dass Tierbesitzer nicht an einer Fernverkehrsstraße wohnen, wo den Tieren Gefahren drohen könnten. Igel sind Einzelgänger, laut Andrea Kausmann suchen sich die Tiere ihr Revier.

Die 59-Jährige betont auch, wie wichtig es ist, dass Menschen ihre weggestellten Deckel, Gläser und Becher abdecken. „Wenn Igel Müll finden und dieser Nahrungsreste enthält, gehen sie dort ran. Durch ihre Stacheln am Körper stecken sie fest, die Dose kann so zu einer Todesfalle für die Tiere werden“, sagt Andrea Kausmann.

Ein Garten für den Igel

Sie empfiehlt deshalb auch, dass Menschen ihre Gläser vorab ausspülen. Einen Igel aus Haustier zu halten ist ihrer Ansicht nach nicht sinnvoll. „Man kann die Tiere aber unterstützen, indem man ihnen im Garten eine wilde Ecke lässt, in der sie Nahrung finden und ihren Winterschlaf verbringen“, sagt Andrea Kausmann.

Das Ehepaar Monika und Udo Beutel will diese Pläne umsetzen. Sie freuen sich schon jetzt, den Igel wiederzusehen. „Wir haben einen großen Garten, in dem sich Borstel frei bewegen kann“, sagt die Rietzerin.

Von André Großmann

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