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Brandenburg/Havel Sterntaler-Bescherung im Brandenburger Frauenhaus
Lokales Brandenburg/Havel Sterntaler-Bescherung im Brandenburger Frauenhaus
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14:03 25.12.2019
Christiane Schmidt (l.) und Christel Mück-Hannemann inmitten der Sterntaler-Weihnachtsgeschenke für das Brandenburger Frauenhaus. Quelle: JACQUELINE STEINER
Brandenburg/H

MAZ-Sterntaler-Überraschungen gleich kistenweise hat auch das Brandenburger Frauenhaus erhalten. Dank der großzügigen Spenden der MAZ-Leser hat die Schutzeinrichtung für Frauen und Kinder dutzende Spiele, Bälle und Kuscheltiere erhalten. Dazu viele, viele Gesellschaftsspiele, geeignet vom Kleinkindalter bis für Teenager.

Der Bedarf ist groß: Nach Angaben von Leiterin Christel Mück-Hannemann haben allein vom Jahresbeginn bis zum 23. Dezember 51 Frauen und 60 Kinder in der Einrichtung Schutz gefunden. Die Auslastung lag bei 102 Prozent. Das berichtet Christiane Schmidt, sie ist sozialpädagogische Mitarbeiterin im Frauenhaus und steht den Frauen wie Kindern bei, das Erlebte zu verarbeiten. Die Zahlen entsprechen etwa denen des Vorjahres. Was aber auffällt, ist die steigende Verweildauer der Bewohnerinnen in der Einrichtung.

Schwierige Wohnungssuche

Viele der Schützlinge haben Mühe, eine neue Wohnung zu finden. Das beobachtet das Team um Christel Mück-Hannemann seit Längerem. Betroffen sind Frauen mit Migrationshintergrund oder aber Mütter mit behinderten Kindern, die es auf dem angespannten Wohnungsmarkt besonders schwer haben.

„90 Frauen und 150 Kinder konnten wir in diesem Jahr nicht aufnehmen“, auch diese hatten um Obdach im Frauenhaus gebeten, um der Gewalt und Bedrohung durch den Partner zu entkommen.

An Weihnachten gibt es ein gemeinsames langes Frühstück für alle Bewohner. Im Wohnzimmer des Gebäudes steht ein festlich geschmückter Weihnachtsbaum. Rund herum sind die MAZ-Sterntaler-Überraschungen ausgebreitet. „Wir danken den MAZ-Lesern sehr herzlich für die Sterntaler-Geschenke“, sagt Christel Mück-Hannemann.

Auch Kinder sind traumatisiert

Die Kinder, die dort mit ihren Müttern Zuflucht gefunden haben, sind oft ebenso traumatisiert wie die Frauen. Deswegen kommen die Sterntaler-Spiele wie gerufen. Ablenkung, Spiel und Spaß heitern die Jungen und Mädchen auf und schenken ihnen neue Zuversicht.

Das Frauenhaus hilft auch ambulant. 218 Gespräche haben die Mitarbeiter mit ratsuchenden Brandenburgerinnen und Mittelmärkerinnen in diesem Jahr geführt, entweder telefonisch oder auch persönlich. Dabei fahren die Frauenhaus-Angestellten auch hinaus auf das Land, um dort Fragen der Betroffenen zu beantworten und Hilfsangebote zu erläutern.

Schutz hat oberste Priorität

Der Schutz und die Anonymität der Frauen stehen an höchster Priorität. In einem Fall war es einem Mann gelungen, dennoch seine Frau aufzuspüren, weil er über alle sozialen Netzwerke ein Foto seiner Frau gepostet und dazu aufgefordert hatte, ihn zu informieren, sobald jemand seine Frau irgendwo sehe. „Die Frau ist daraufhin zu ihrem Mann zurückgekehrt.“

Mück-Hannemann appelliert an betroffene Frauen: „Jede Trennung ist gefährlich, der Verlassene ist immer verletzt. Mit ihm sollte man nicht mehr unter einem Dach leben und auch nie unter dem gleichen Dach noch ein letztes klärendes Gespräch führen. Man steckt nicht drin, welches Gewaltpotenzial in dem anderen noch steckt.“ Die Frauenhaus-Leiterin nimmt als warnendes Beispiel dabei Bezug auf den Fall, in dem ein Brandenburger am 10. April mit einem Messer auf seine schlafende Partnerin losgegangen war und sie fast erstochen hatte, nachdem sie ihm ihre Trennungsabsicht mitgeteilt hatte.

Von Marion von Imhoff

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