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Brandenburg/Havel MAZ-Sterntaler Brandenburg/Havel: die Zwillinge Pepe und Nele haben schon viele Operationen hinter sich
Lokales Brandenburg/Havel

MAZ-Sterntaler Brandenburg/Havel: die kranken Zwillinge Pepe und Nele

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08:26 07.12.2021
Die Zwillinge Nele und Pepe haben für ihr junges Alter schon allerhand mitgemacht. Mehrere Operationen zum Beispiel. Ihre Eltern Björn Gehrmann und Marie-Luise Mergner passen auf, dass alles gut wird.
Die Zwillinge Nele und Pepe haben für ihr junges Alter schon allerhand mitgemacht. Mehrere Operationen zum Beispiel. Ihre Eltern Björn Gehrmann und Marie-Luise Mergner passen auf, dass alles gut wird. Quelle: Heike Schulze
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Brandenburg/H

Nele und Pepe sind auf den ersten Blick zwei ganz normale kleine Kinder. Munter, ein bisschen zutraulich und ein bisschen schüchtern, im Zweifel mit engem Blickkontakt zu Mama und Papa.

Die beiden kleinen Sterntaler-Brandenburger, gerade einmal ein Jahr und vier Monate alt, sind Zwillinge. Und sie haben schon mehr erlebt in ihrem jungen Leben als die allermeisten anderen Kinder in ihrem Alter. Zusammen gerechnet fünf Operationen und regelmäßige, auch längere Krankenhausaufenthalte.

Sorgenvolle Tage und Nächte

Der Stress der vergangenen Monate ist den jüngsten Mitgliedern unserer diesjährigen Sterntaler-Familie kaum anzumerken, so wenig wie ihren Eltern Marie-Luise Mergner (26) und Björn Gehrmann (30), von Beruf Fachlagerist. Doch haben sie schlaflose und sorgenvolle Nächte hinter sich. Gerade genießen sie das Glück mit ihren beiden Goldstückchen.

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Erst am Mittwoch ist Papa Björn mit Sohnemann Pepe nach der dritten Operation zurückgekehrt aus dem Krankenhaus. Der Brustkorb hatte sich an der Naht der vorherigen Naht entzündet, das Kind hatte hohes Fieber. Es bestand die Gefahr, dass sich die Entzündung ausbreitet und den Knochen in Mitleidenschaft zieht.

Der Junge hat einen Herzfehler

Wieder nach Hause zu kommen war für beide Kinder (und die Eltern) ein Fest. „Nele ist sofort zu ihrem Bruder hin und beide haben ganz viel gelacht“, erzählt die Mutter. Die Zwillinge haben sich so vermisst, obwohl sie einander vorher über Videotelefon sehen konnten. Vater Björn: „Nele küsst dann immer das Telefon.“

Die Zwillinge Nele und Pepe sind Kinder der MAZ-Sterntaler-Spendenaktion. Quelle: Heike Schulze

Pepe hat von Geburt an einem Herzfehler. „Der Mittelpunkt seines Herzchens fehlt, dort ist ein großes Loch“, erklärt Mutter Marie-Luise dem Medizin-Laien von der MAZ. Wer es genauer wichtiger möchte: Atriumseptumdefekt (ASD) oder Vorhofscheidewanddefekt heißt die Fehlbildung mit dem Loch in der Herzscheidewand zwischen den beiden Vorhöfen des Zentralorgans.

Mit einer Lippen-Kiefer-Spalte geboren

Schon vor der Geburt war aufgrund der Frühdiagnostik klar, dass es ein Problem gibt, aber unklar, ob das Neugeborene lebensfähig sein würde und welche Schädigung es haben könnte. Zusätzlich war mit einem Down-Syndrom zu rechnen.

Von dem zweiten Zwilling, dem Mädchen, war bekannt, dass es mit einer Lippen-Kiefer-Spalte zur Welt kommen würde, die frühzeitig behandelt werden muss.

Eng zusammenstehen und -sitzen, das ist wichtig in Zeiten, wie sie die junge Familie aus Brandenburg an der Havel erlebt hat. Quelle: Heike Schulze

Die Geburt lief für beide Kinder gut. Björn Gehrmann war bei seiner größer werdenden Familie im Kreißsaal und durfte die Nabelschnur des Zweitgeborenen durchtrennen. „Fühlte sich an wie ein Gartenschlauch“, erinnert sich der stolze Vater.

Schwierige Geburt

Pepe war bei seiner Geburt stabil und nicht unmittelbar behandlungsbedürftig. Auch die zwei Minuten ältere Nele hat den ersten Schrei in guter Verfassung von sich gegeben.

Größere Schwierigkeiten hatte im Kreißsaal die Mutter. „Ich habe so viel Blut verloren, dass ich eine Woche im Krankenhaus bleiben musste“, erzählt Marie-Luise Mergner. Ihren Beruf als Friseurin und Kosmetikerin kann sie wegen der Kinder derzeit nicht ausüben, hofft aber auf das nächste Jahr. Denn auch finanziell sind solche Zeiten nicht ohne.

Nele hat inzwischen zwei Operationen überstanden. Die Eltern sind der Ärztin Guel Schmidt, Spezialistin der Charité auf diesem Gebiet, für das tolle Operationsergebnis für immer dankbar. So wie ihre Familien, die die jungen Leute unterstützen, wo es nur geht.

Trotzdem, manchmal überschlagen sich die Ereignisse. An Neles Klinik-Entlassungstag nach der Nasen-OP sind Mutter und Vater wegen Pepes anstehender Operation zum Vorgespräch in der Charité. Da ist der Junge vier Monate alt. Herzinsuffizienz. Die Ärzte behalten ihn gleich da. Die Familie nach Hause zu schicken, wäre womöglich lebensgefährlich.

Mit Glück in einem Jahr medikamentenfrei

An Neles Krankenhausaufenthalt schließen sich wegen Pepes Operation gleich weitere drei bis Wochen in der Klinik an. Inzwischen sind beide Kinder auf einem guten Weg. Die Familie geht alle drei bis vier Wochen zur engmaschigen Kontrolle in die städtische Kinderklinik.

Chefarzt Hans Kössel schätzt die Fürsorge der Eltern für ihre beiden Kinder, für die ihnen kein Aufwand zu hoch ist. Die Wertschätzung beruht auf Gegenseitigkeit. „Herr Kössel und unsere Kinderärztin Frau Karau sind unsere rettenden Engel“, versichert Marie-Luise Mergner. Die beste Nachricht, die sie zuletzt gehört hat: Mit Glück könnte Pepe in einem Jahr medikamentenfrei sein.

So kommt Ihre Sterntaler-Spende an

Die MAZ sammelt mit der großzügigen Unterstützung von Leserinnen und Lesern Sterntaler-Spendengeld, um damit Wünsche zu erfüllen, manchmal auch um ein bisschen Licht ins plötzliche Dunkel zu bringen.

Spenden für die MAZ-Sterntaler können Sie auf das folgende Konto des DRK-Kreisverbandes Brandenburg an der Havel. Es wird geführt bei der Brandenburger Bank unter der IBAN- Nummer: DE 77 1606 2073 0100 0707 00.

Bitte geben sie als Spendenzweck „MAZ-Sterntaler“ an und nennen Sie Namen und Adresse, sodass das DRK Ihnen eine Spendenquittung ausstellen kann.

Bis zu einem Betrag von 300 Euro benötigen Sie keine Spendenquittung. Dem Finanzamt reicht dafür in der Steuererklärung Ihr entsprechender Kontoauszug.

Mit der alljährlichen Sterntaleraktion zur Adventszeit unterstützt die MAZ Familien wie die Mergners in Hohenstücken. Besser gesagt: Es sind Sie, also die Leserinnen und Leser, die mit ihren Spenden dazu beitragen, dass diese und andere Sterntaler-Familien nach schwierigen Zeiten ein besonderes Weihnachtsfest erleben kann.

Die Wünsche sind bescheiden

Die Wünsche strömen nicht gerade wie ein Wasserfall aus den Sterntaler-Eltern heraus, die gern auf Flohmärkte gehen, um dort bei der Kinderkleidung ein Schnäppchen zu machen. Marie-Luise und Björn sind sehr zuversichtlich, dass sich ihre Kleinen zum Beispiel über einen Kaufmannsladen, eine Spielküche und eine Werkbank für Kinder freuen würden.

Das sehr alte und reichlich klapprige Auto der Familie hält vielleicht noch bis nächstes Jahr durch. Aber passende Kinderautositze würden sich die Eltern freuen. Ebenso wie über ein Laufrad, damit das Radfahren eines Tages leichter fällt.

Vielleicht ein Zoobesuch

Den nächsten Kontrolltermin in der Charité würde die Familie gern einmal verbinden mit einem Besuch im Berliner Zoo. Denn die Kinder mögen Tiere. Sie werden groß mit Familienhund Luna und den beiden Katzen Elli und Filou.

Eigene Wünsche äußert das Elternpaar so gut wie gar nicht. Mal sehen, was die MAZ und die Sterntaler-Spenderinnen und -Spender sich vielleicht noch einfallen lassen.

Von Jürgen Lauterbach