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Brandenburg/Havel MAZ-Sterntaler: Die kleine Juna ist trotz Leukämie auf bestem Wege
Lokales Brandenburg/Havel

MAZ-Sterntaler: Die kleine Juna ist trotz Leukämie auf bestem Wege

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07:58 24.11.2020
Juna (2) kümmert sich rührend um ihre große Puppe im kleinen Bett. Die Krankheit ist dem Mädchen nicht anzusehen.
Juna (2) kümmert sich rührend um ihre große Puppe im kleinen Bett. Die Krankheit ist dem Mädchen nicht anzusehen. Quelle: Rüdiger Böhme
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Brandenburg/H

Juna ist nichts anzumerken. Das zwei Jahre alte Mädchen aus Brandenburg an der Havel strampelt gemütlich in den Armen ihrer Mutter Stefanie Haferanke (33) oder läuft ein paar Schritte durch die Wohnung im Haus auf dem Görden. Oder sie kümmert sich, zumal das Gespräch der Erwachsenen langweilig wird, lieber um ihre große Puppe, die im kleinen Bettchen schlummert.

Wenig deutet darauf hin, dass hinter dem kleinen Mädchen und seiner Familie anstrengende Wochen und Monate liegen. Denn Juna hat Leukämie. Sie bekommt über eine längere Zeit verteilt Chemotherapie. Fünf Blöcke.

Im vierten Therapieblock

Das Kind befindet sich aktuell im vierten dieser fünf Behandlungszyklen, die sich über mehrere Wochen erstrecken.

Juna ist in diesem Jahr ein MAZ-Sterntalerkind. Wie seit mehr als zwanzig Jahren sammelt die MAZ in der Vorweihnachtszeit Spenden ihrer Leserinnen und Leser.

Junge und ältere Menschen aus Brandenburg an der Havel und der Umgebung sollen zum Fest mit Geschenken verwöhnt werden. Entweder weil sie es nicht so üppig haben. Oder weil in einem Jahr, das für sie schwierig war und ist, ein Aufheller am Jahresende richtig guttut.

Stefanie und Martin Haferanke mit der kleinen Juna und ihrem Bruder Jakob. Quelle: Rüdiger Böhme

Die Anzeichen der schweren Krankheit waren zunächst nur so mittelmäßig alarmierend. Anfang Mai hatte das damals noch nicht zwei Jahre alte Kind Probleme, aus der Hocke wieder hochzukommen. Außerdem stolperte sie plötzlich beim Laufen.

Hüftschnupfen war anfängliche Vermutung

Eltern und Ärzte vermuteten zunächst einen Hüftschnupfen, also eine Erkrankung der Hüfte. Weitere Untersuchungen beim Kinderarzt und in der städtischen Kinderklinik folgten. Ein Blutbild wurde gemacht.

Stefanie Haferanke erinnert sich noch genau an den Tag, als sie das Ergebnis bekam. Samstag, der 6. Juni. Die Eltern hatten keine Gelegenheit, sich im Schockzustand aufzuhalten.

Das Rückenmark der kleinen Leukämie-Patientin musste punktiert werden. Am folgenden Montag erlebte die Familie eine große Erleichterung. Es gibt sehr gute Behandlungsmöglichkeiten, gerade in so jungem Alter.

95 Prozent Heilungschance

Einen Satz der Ärzte werden die Eltern nie vergessen: Die Heilungschancen liegen bei 95 Prozent. „Wir waren nur noch glücklich und zufrieden“, erzählt Junas Mutter.

Die Studentin begleitet ihr Kind jedes Mal, wenn es zur anfangs mehrwöchigen Behandlung in die Klinik nach Berlin-Buch muss. Am Sonntag sind Mutter und Tochter nach vier Tagen Krankenhaus wieder zu Hause angekommen.

Vater Martin Haferanke (31) kümmert sich zu solchen Zeiten noch mehr um die Geschwister Jakob (5), John (9) und Johanna (10). Im Sommer haben sie viele Ausflüge unternommen – leider ohne die älteste und jüngste Frau im Haushalt.

Medikamente schlagen sehr gut an

Die Brüder und die Schwester wissen, dass Juna Leukämie hat, aber auch, dass sie durch die Behandlung tolle Fortschritte macht. „Die Medikamente schlagen sehr gut an“, berichtet eine erleichterte Mutter. Die Chemo wird ambulant verabreicht.

Die Brandenburger Familie trifft Vorkehrungen, um ihre jüngste Tochter nicht in Gefahr zu bringen. Denn das Immunsystem der Kleinen ist während und nach der Therapie natürlich äußerst geschwächt.

Infektionsgefahr

Die Haferankes haben die Kinder inzwischen aus der Kita und aus dem Hort genommen. Eine Ansteckung, womöglich mit dem Coronavirus, wäre das Letzte, was Juna gebrauchen könnte, die sich wegen der Infektionsgefahr auch keimarm ernähren muss. Nichts Rohes.

Woher die Leukämie kommt, lässt sich nicht sagen. Eine solche erbliche Vorbelastung ist nicht bekannt. „Es ist einfach Pech“, erklärt Stefanie Haferanke, die ihr Studium der Wirtschaftsingenieurwesen an der TH Brandenburg erst einmal auf Eis gelegt hat.

So kommt Ihre Sterntaler-Spende an

Spenden für die MAZ-Sterntaler können Sie auf das folgende Konto des DRK-Kreisverbandes Brandenburg an der Havel. Es wird geführt bei der Brandenburger Bank unter der IBAN- Nummer: DE 77 1606 2073 0100 0707 00.

Bitte geben sie als Spendenzweck „MAZ-Sterntaler“ an und nennen Sie Namen und Adresse, sodass das DRK Ihnen eine Spendenquittung ausstellen kann.

Bis zu einem Betrag von 200 Euro benötigen Sie keine Spendenquittung. Dem Finanzamt reicht dafür in der Steuererklärung Ihr entsprechender Kontoauszug.

Über die MAZ-Sterntaler-Aktion möchten die Eheleute andere Menschen motivieren, Blut oder Blutplasma zu spenden und Stammzellenspender zu werden. Sie selbst sind schon viele Jahre registriert., also gewissermaßen Vorbilder.

Kleine Überraschung für jedes Kind

Die materiellen Wünsche der Familie sind dagegen äußerst bescheiden, schließlich herrscht keine Not. Jedes Kind soll einen Wunsch erfüllt bekommen. Sohn Jakob zum Beispiel eine Playmobil-Rakete, Johanna einen kleinen Roboter, John ein Videospiel.

Und die kleine Juna? An einem Klangturm hätte die Kleine Freude. Mit diesem wohlklingenden Spielzeug hat das Mädchen schon im Krankenhaus Freundschaft geschlossen.

Wenn Sie, liebe Leserinnen und Leser, Ihren Beitrag zur Sterntaleraktion in dieser Vorweihnachtszeit leisten möchten, nutzen Sie bitte das vom DRK-Kreisverband Brandenburg an der Havel geführte MAZ-Sterntaler-Spendenkonto bei der Brandenburger Bank. Die Kontonummer lautet IBAN DE77 1606 2073 0100 0707 00.

Von Jürgen Lauterbach