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Brandenburg/Havel MAZ-Sterntaler bescheren Familie Marian neues Glück und Hoffnung
Lokales Brandenburg/Havel MAZ-Sterntaler bescheren Familie Marian neues Glück und Hoffnung
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13:22 25.12.2019
Kimberly, Emily, Vater Roberto Marian, seine Tochter Skylar, Mutter Anja Marian und Sohn Jaxon freuen sich über die Sterntaler-Bescherung am Heiligabend. Quelle: André Großmann
Brandenburg/H

Tränen der Freude fließen bei der Bescherung der MAZ-Sterntaler über Anja Marians Gesicht. Die 31-Jährige und ihr Mann Roberto erfahren, dass der Grabstein für ihre im Alter von sieben Monaten verstorbene Tochter Casey durch Leserspenden bezahlt ist.

Freudentränen und Erleichterung begleiten Familie Marian bei der Sterntaler-Bescherung am Heiligabend. Der Grabstein für ihre verstorbene Tochter Casey ist bezahlt.

Von einer Last befreit

„Ich kann das Gefühl nicht beschreiben, es ist eine unglaubliche Last, die uns von den Schultern fällt. Es ist befreiend, die finanziellen Sorgen von 1100 Euro los zu sein“, sagt Anja Marian.

Die Familie erlebt 2019 ein Horror-Jahr. Ihre Tochter Casey kämpft vom 10. bis 17. März dieses Jahres gegen den Respiratorischen Syncytial (RS)-Virus, doch das Baby hat keine Chance.

Familie hält zusammen

Dieser Schicksalsschlag schweißt die Familie zusammen, Kinder und Eltern passen aufeinander auf. „Ich bin deutlich vorsichtiger und gehe noch früher mit den Kindern zum Arzt. So ein tragisches Ereignis kann jeden treffen. Deshalb ehren und genießen wir die Zeit im Kreise unserer Liebsten. Jeder gemeinsame Tag ist wichtig. Wir bedanken uns bei allen Spendern für ihre Unterstützung“, sagen Anja Marian und ihr Ehemann Roberto.

Trauer und neue Kraft

Die Eltern sind still, als sie an den Tod ihrer Tochter denken. Sie ehren die kleine Casey, Anja Marian pflegt das Grab ihres verstorbenen Kindes und bepflanzt es winterfest.

Doch als sie ihre Kinder bei der Bescherung beobachtet, lächelt die Brandenburgerin. „Es ist gut zu wissen, dass uns Menschen in der Not helfen. Das gibt neue Kraft“, sagt die 31-Jährige.

Neue Abenteuer mit Drachen und Pferden

Ihr sechsjähriger Sohn Jaxon jubelt laut, als er in einer Verpackung das Ei des Spielzeugdrachen „Ohnezahn“ erblickt. Der Junge will die Kreatur beschützen und ihr das Fliegen und Feuer speien beibringen. „Ich passe auf den Babydrachen auf und lege ihn erstmal in mein Bett“, sagt Skylar Marian der MAZ.

Während die zweijährige Skylar ein Plüschauto im Wohnzimmer bewegt, bauen ihre Schwestern Kimberly und Emily einen Pferdeclub. „So etwas hatten wir noch nie, das ist eine neue Welt. Zuerst baue ich einen Reisebus zusammen, damit alle Menschen den Club sehen können“, sagt Kimberly Marian.

Die Geschwister räumen für ihr Projekt um und schaffen so in ihrem Kinderzimmer Platz für ein Spielzeughaus, den Reiterplatz und eine neue Scheune.

Emily und Kimberly Marian genießen die Bescherung der MAZ-Sterntaler am Heiligabend. „So viele Geschenke haben wir noch nie erlebt und es ist toll, die Spielsachen in Ruhe auszuprobieren. Das macht Spaß und bringt uns auf neue Gedanken“, sagen die Mädchen.

Lob für Hilfsbereitschaft und neue Ziele

Die Hilfsbereitschaft der MAZ-Leser stimmen Anja und Roberto Marian auch nach über einer Stunde noch nachdenklich. „Das bedeutet uns sehr viel und wir wissen es zu schätzen“, sagt die 31-Jährige. Berufskraftfahrer Roberto Marian und Hausfrau Anja versuchen im Alltag zu sparen, doch das gelingt nicht immer.

Da jetzt ihre monatliche Rate in Höhe von hundert Euro für den Granit-Grabstein entfällt, sind neue Träume möglich. Im nächsten Jahr möchte die Familie mit ihren vier Kindern eine Woche an der polnischen Ostsee verbringen. „Wenn es möglich ist“, sagt Familienvater Roberto.

Sekunden später sieht er, wie sein Sohn Skylar ein Fußballtrikot seiner Lieblingsmannschaft Hertha BSC aus einer Tüte holt. Der 33-Jährige ist stolz und will mit ihm im nächsten Jahr ein Bundesligaspiel im Berliner Olympiastadion erleben.

Kinder überraschen Eltern

Wie groß der Zusammenhalt bei der Familie Marian ist, beweisen Emily und Kimberly. Sie haben für ihre Eltern als Weihnachtsüberraschung Anhänger und Ketten gebastelt.

Am Heiligabend besucht die Familie Marian auch ihre Freundin, die Ehrenamtlerin Nancy Petsch. Dort wartet in der sozialen Kleiderbörse „Urselstube“ die nächste Überraschung. Extremsportler Sebastian „Satu“ Kopke hat vom Schicksal der Familie erfahren.

„Es ist kaum zu ertragen, wenn man einen geliebten Menschen verliert. Ist es dann noch das eigene Kind, kann man sich den Schmerz kaum vorstellen“, sagt der 39-Jährige der MAZ. Er verkleidet sich als Weihnachtsmann und bringt die Kinder zum Lachen. „Seid euch sicher, dass ich auf euch alle achte“, sagt der Brandenburger.

Optimismus für das neue Jahr

Anja Marian hat die Eindrücke des Tages mit ihrem Smartphone dokumentiert. „Es ist heute so viel passiert, wir lassen die Ereignisse erstmal ein paar Tage sacken“, sagt die Brandenburgerin. Sie denkt immer noch an ihre kleine Casey, blickt aber zuversichtlich in das neue Jahr.

Anja Marian hat sich bei der Brandenburger Stadtverwaltung für eine Ausbildung zur Verwaltungsfachangestellten beworben und träumt von einem neuen Job. „Wie es auch kommt, die Familie hält zusammen“, sagt Anja Marian und genießt die Weihnachtsfeiertage.

Von André Großmann

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