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Brandenburg/Havel Die Dusche hängt direkt im Labor
Lokales Brandenburg/Havel Die Dusche hängt direkt im Labor
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13:58 25.07.2018
Die Technischen Assistentinnen Katharina Heinzel (links) und Karina Börner beim Ausstatten des Labors. Frauen bekämen das besser hin als Männer – man würde danach wenigstens alles wieder finden, sagen sie. Quelle: JACQUELINE STEINER
Brandenburg/H

Die neuen Labore von Klinikum und Medizinischer Hochschule MHB sind noch gar nicht in Betrieb genommen – und bald schon wieder zu klein. Knapp 1400 Quadratmeter für Forschung und klinische Studien stehen im Obergeschoss des Neubaus zur Verfügung, der ab Mitte Oktober auch die Pathologie und zum Jahresbeginn 2019 die Krankenhausapotheke mit dem Zytostatika-Labor beherbergt.

„Gerade einmal ein Büro und drei Laborräume sind derzeit noch frei, die werden wir schnell vergeben haben“, sagt der Biochemiker Werner Dammermann. Unter anderem Immunologen, Genetiker, Physiologen und Biochemiker werden hier forschen und auswerten können. „Es gibt keine Stammplätze, wir vergeben die Flächen danach, wie die Wissenschaftler Drittmittel für ihre Forschung einwerben.“ Klinikums-Geschäftsführerin Gabriele Wolter bringt es lachend auf den Punkt: „Wer die Miete bezahlen kann, darf sich einmieten.“

Es gibt in der Forschungsetage einen großen Umlauf mit zwei langen parallelen Fluren, unterbrochen von Kommunikationszonen mit Sesseln und Stehtischen für Gespräch und Pause. Die inneren Wände sind alle aus Glas oder fehlen ganz, „wir haben es bewusst offen gestaltet, damit sich alle sehen können“, erläutert Dammermann.

Lernen im Gesundheitscampus

Gesundheitscampus ist ein Gemeinschaftsprojekt der Universität Potsdam, der BTU Cottbus-Senftenberg und der privaten Medizinischen Hochschule Brandenburg. Dafür beteiligt sich das Land erstmals auch finanziell an der MHB.

Ziel ist es, die gesundheitliche Versorgung im Land zu verbessern. Besondere Schwerpunkte sind dabei dünn besiedelte Regionen und demografischer Wandel sowie Alterung.

Mit jährlich 1,6 Millionen Euro wird das Land vier Forschungsprofessuren unterstützen, um eine hohe Qualität beim Ausbilden der Mediziner langfristig zu sichern.

Die MHB ist eine am 28. Oktober 2014 gegründete private Medizinische Universität im Land Brandenburg, es gibt im Bundesland keine staatliche Hochschule für das Ausbilden von Ärzten.

Nicht mehr ganz so offen ist es im Labortrakt: Hier gibt es streng definierte Zutrittsrechte per Schlüsselkarte. Zimmergroß ist eine eingebaute Kühlzelle mit einer Temperatur knapp über 5 Grad Cesius. Die Labore unterliegen der biologischen Sicherheitsstufe S2. Das bedeutet unter anderem, dass über bestimmten Arbeitsplätzen spezielle Luftabsaugvorrichtungen angebracht sind, die Werkbänke und Fußböden aus bestimmten sicheren Materialien bestehen, Gase, Laugen, Säuren streng von einander getrennt gelagert werden müssen. In jedem Labor hängt ein grüner Brausekopf nahe der Tür – es ist tatsächlich eine Kaltwasserdusche, die per Reißleine betätigt wird: Hat sich ein Mitarbeiter verätzt oder verbrannt, kann er den giftigen Stoff schnell aus- oder wegspülen.

Spezielle Werkbänke braucht es zudem für gentechnische Arbeiten. Die Forscher setzen für ihre Arbeit auch Tiere ein: Neben Mäusen und Ratten seien bei den Wissenschaftlern auch Zebra- und Glasfische beliebt, sagt Gabriele Wolter. Die Tiere werden gleich nach ihrer Ankunft getötet, erst dann dienen sie den Forschungszwecken.

Man müsse bereits jetzt weiterplanen, sagt der Chefarzt und MHB-Forschungsdekan René Mantke. „Spätestens in fünf, sechs Jahren muss ein neues Gebäude in Betrieb gehen, für das wir vorsorglich ein Baufeld frei gelassen haben.“ Mit Blick auf den Gesundheitscampus (siehe Infobox) brauche man Platz für Firmen, für Ausgründungen oder Neuansiedlungen sowie für Kooperationsprojekte mit der Technischen Hochschule THB.

„Wir müssen uns um die klassischen Standorte wie Elektrostahlwerk und ZF in Zukunft Sorgen machen. Die Gesundheitsindustrie ist eines der Potentiale, das es zu heben gilt. Da müssen wir als Stadt auch mal egoistisch und ein Nukleus für die Entwicklung der Gesundheitswirtschaft in unserem Land sein“, sagt die Bundestagsabgeordnete Dietlind Tiemann (CDU). Noch als Oberbürgermeisterin und Aufsichtsratsvorsitzende hat sie dafür gesorgt, dass es für den knapp 21 Millionen teuren Neubau bei der hundertprozentigen Tochter Klinikum einen Zuschuss der Kommune von 1,8 Millionen Euro gab, den die Stadtverordneten dann bewilligten.

Von André Wirsing

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