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Brandenburg/Havel Madeira-Busunglück: Opfer aus Brandenburg/Havel und Brielow
Lokales Brandenburg/Havel Madeira-Busunglück: Opfer aus Brandenburg/Havel und Brielow
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16:16 29.04.2019
Eine Frau arrangiert eine Kinderzeichnung mit der Botschaft «Ruhet in Frieden» zwischen Kerzen und Blumen an der Unfallstelle auf Madeira. Die Botschaft gilt auch den Toten aus Brandenburg. Quelle: Armando Franca/AP/dpa
Brandenburg/H

Das Potsdamer Innenministerium hat soeben bestätigt, dass vier Frauen aus dem Bundesland Brandenburg bei dem schweren Busunglück auf der portugiesischen Ferieninsel Madeira ums Leben gekommen sind.

Unter den inzwischen unzweifelhaft identifizierten Toten sind wie befürchtet eine 48 Jahre alte städtische Verwaltungsangestellte, die in Brielow lebte, sowie deren 75 Jahre alt Mutter aus Brandenburg/Havel. Das haben die Untersuchungen der portugiesischen Staatsanwaltschaft nach Angaben des Innenministers abschließend bestätigt. Die Polizei habe die Angehörigen der Unfallopfer verständigt.

Bereit seit mehr als einer Woche war die Stadtverwaltung in Brandenburg an der Havel in großer Sorge um ihre Mitarbeiterin gewesen, die für die Verwaltungsdienste arbeitete.

Bestätigung des Innenministeriums

„Nach Tagen des Wartens haben wir heute leider die Bestätigung seitens des brandenburgischen Innenministeriums erfahren: Unter den vielen Opfern des schrecklichen Busunglücks auf der portugiesischen Urlaubsinsel Madeira ist auch eine Mitarbeiterin der Stadtverwaltung und noch eine Bürgerin aus Brandenburg an der Havel“, gibt Oberbürgermeister Steffen Scheller (CDU) an diesem Nachmittag bekannt.

„Wir haben hierzu seit Ostern mit dem Lagezentrum des Auswärtigen Amtes und dem brandenburgischen Innenministerium in engem Kontakt gestanden“, sagt der Oberbürgermeister und fügt hinzu: „Unsere Gedanken und unser ganzes Mitgefühl sind in dieser schweren Zeit bei der Familie und den Angehörigen.“

Ganzes Mitgefühl

Auch den anderen Familien, die Opfer zu beklagen haben oder in Sorge um die Gesundheit ihrer Angehörigen sind, wünscht Scheller viel Kraft und er hofft wie viele andere Bürger auf eine baldige Genesung der Verletzten. Aus Pietätsgründen möchte er keine weiteren Angaben machen.

Guido Müller Amtsdirektor des Amtes Beetzsee drückt den Angehörigen ebenfalls sein Mitgefühl aus. Er sagt:„Die Todesnachricht haben wir mit Bestürzung aufgenommen. Wir sind tief betroffen, dass sich eine Bewohnerin unserer Amtsgemeinde unter den Opfern befindet.“

Polizei sammelte persönliche Gegenstände

Bereits kurz nach Ostern hatte der Brandenburger Oberbürgermeister, wie er der MAZ sagte, „vom Schlimmsten ausgehen müssen. Denn im Rathaus war bekannt, dass die Mitarbeiterin mit ihrer in Brandenburg/Havel lebenden Mutter in den Urlaub auf die portugiesische Ferieninsel im Atlantik gereist ist.

Seit dem Busunglück vom 17. April bestand zu ihr kein Kontakt mehr und sie war nicht zu ihrem Arbeitsplatz zurückgekehrt.

Ende der vergangenen Woche hatten Brandenburger Polizeibeamte das Haus des Unglücksopfers in Brielow aufgesucht und persönliche Gegenstände wie Zahnbürste und Kamm mitgenommen.

Zwei weitere Opfer aus Linum

Diese Dinge dienen in solchen Katastrophenfällen dazu, die Opfer anhand eines Erbgutabgleiches einwandfrei zu identifizieren. Nur wenn hundertprozentig gesichert ist, um wen es sich bei den Verstorbenen handelt, bestätigten die Behörden deren Tod.

Nach MAZ-Informationen wurde ebenfalls in der vergangenen Woche bereits ein Brandenburger Bestattungsunternehmen beauftragt worden.

Bei den zwei getöteten Urlauberinnen aus Linum bei Fehrbellin handelt es sich um eine 55 Jahre alte Frau und deren 79 Jahre alte Mutter.

Innenminister Karl-Heinz Schröter (SPD) wird mit den Worten zitiert: „Das furchtbare Unglück auf Madeira hat uns alle tief bestürzt. Nach Tagen der Unsicherheit besteht für die Angehörigen der Verstorbenen nun traurige Gewissheit. Es ist ein sehr trauriges Ende eines unbesorgt begonnenen Osterurlaubs.“

Insgesamt waren bei dem Unglück am 17. April nach Angaben der portugiesischen Behörden 29 Touristen aus Deutschland ums Leben gekommen.

Lesen Sie hier mehr zu dem Thema: http://www.maz-online.de/Lokales/Brandenburg-Havel/Grosse-Sorge-um-zwei-Madeira-Urlauberinnen-aus-Brandenburg-Havel und http://www.maz-online.de/Lokales/Ostprignitz-Ruppin/Fehrbellin/Zwei-Frauen-aus-dem-Ruppiner-Land-auf-Madeira-verunglueckt

Von Jürgen Lauterbach und Frank Bürstenbinder

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