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Brandenburg/Havel Märchenhafte Musik zum Fest von den Symphonikern
Lokales Brandenburg/Havel Märchenhafte Musik zum Fest von den Symphonikern
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14:12 22.12.2019
David Reiland dirigierte das Weihnachtskonzert der Brandenburger Symphoniker und des Rasché Saxophon Quartetts. Quelle: Ruediger Boehme
Brandenburg/H

Die Publikumserwartungen für das Weihnachtskonzert der Brandenburger Symphoniker waren verschieden. Musik, die man traditionell hören möchte – Festliches aus der Barockzeit oder Romantisch-Heimeliges aus der Romantik - gab es diesmal nicht. Die meisten Besucher ließen sich aber gern auf eine Entdeckungsreise mitnehmen, abseits von Klischees. Auf den besonderen Zauber von Märchen zur Weihnachtszeit musste niemand verzichten.

Präzise Zeichengebung

Zum Wanderleiter in die Märchenwelt erkoren sich die Symphoniker den Belgier David Reiland. Er vermochte alle auf eine bezwingende Klangreise mitzunehmen, bei der er mit präziser Zeichengebung für eine pointierte Gestaltung sorgte. Sein Dirigat war ein großes Geschenk an die Zuhörer sowie hör- und sichtbar auch für die Musiker. Das Orchester folgte dem Dirigenten mit gespannter Aufmerksamkeit und entspanntem Musizieren. Ist vielleicht mit Reiland ein Nachfolger für den verdienstvollen 85-jährigen Peter Gülke gefunden worden, dessen Vertrag endet?

Zum Weihnachtskonzert haben die Brandenburger Symphoniker gemeinsam mit dem Rasché Saxophone Quartett und unter Leitung von Dirigent David Reiland eingeladen. Quelle: Ruediger Boehme

Gleich zu Beginn wird man in eine ferne Zauberwelt versetzt. Angeführt von einem wunderschön geblasenen Horn-Solo erklang die Ouvertüre zur Oper „Oberon“ von Carl Maria von Weber, in der man auch Motive aus Shakespeares „Sommernachtstraum“ wiederfindet. David Reilands Tempovorstellung war einheitlich, nichts wirkte gedrosselt oder zerdehnt. Die Bewegung entwickelte er ganz natürlich aus der Komposition heraus.

Entfesselte Urgewalten

Auf Weber folgte Strawinsky. Dessen „Feuervogel“-Suite aus dem Jahr 1910, entnommen einem russischen Märchen, erzählt die Geschichte des Prinzen Iwan, der den Zauberer Kastschej mi Hilfe des Feuervogels überwältigt und die geliebte Prinzessin befreit. In Reilands Dirigat wird das Märchen so authentisch erzählt, als sei man mittendrin. Die Handlung wurde regelrecht greifbar und eins mit der Musik. Entfesselte Urgewalten und subtile rhythmische Finessen stellte das Orchester ebenso überzeugend dar wie kammermusikalische Ruhe vor dem erneuten Sturm. Die Symphoniker gingen den avantgardistisch schattierten Facetten der Partitur mit feiner Transparenz auf den Grund.

Dirigent David Reiland in Aktion. Quelle: Ruediger Boehme

„Haben Sie sich als Kind nicht schon einmal erträumt, durch Zaubereien einen Wunsch zu erfüllen?“, so beginnt Siegfried Matthus‘ Zauber-Hör-Anleitung zu den „Fantastischen Zauberträumen“ von 2005. Die Komposition mit dem Untertitel „Ein saxophonistisches Märchen für Saxophonquartett und Orchester“ wartet mit vielfarbiger musikalischer Fabulierlaune auf. Das Land Phantásien nach der Unendlichen Geschichte von Michael Ende, lieferte die Basis.

Bildhafte Interpretation

In sieben Sätzen versammelt sich eine bunte, geistreiche Mischung aus Zaubersprüchen, Schlafliedchen, Ständchen und Besentänzen, die vom Raschér Saxophone Quartet aus den USA ausdrucksstark zum Klingen gebracht wurden. Die Vier reizten die Möglichkeiten ihrer Instrumente wirksam aus. Im Zusammenspiel mit den Symphonikern und Reiland gelang eine bildhafte, fein differenzierte Interpretation.

Die Musiker nahmen das Publikum mit auf eine Entdeckungsreise. Quelle: Ruediger Boehme

Häufig sah sich das Saxophon-Quartett dem Schlagwerk in sämtlichen Schattierungen gegenüber. Klänge von hauchzart, fast flirrend hell bis hin zu dunklen, kraftvollen Donnerschlägen waren zu hören. Die programmatischen Titel der einzelnen Sätze, die man im spärlich informativen Programmflyer nicht nachlesen konnte, ließen viel Raum zu Traumwanderungen auf der Bühne und im Zuschauerraum.

Von Klaus Büstrin

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