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Brandenburg/Havel Auto rast in Baugerüst: Maurer springen um ihr Leben
Lokales Brandenburg/Havel Auto rast in Baugerüst: Maurer springen um ihr Leben
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16:29 25.10.2018
In der Rathenower Straße ist am Donnerstagmorgen ein Pkw aus noch ungeklärter Ursache in ein Gerüst gefahren.
In der Rathenower Straße ist am Donnerstagmorgen ein Pkw aus noch ungeklärter Ursache in ein Gerüst gefahren. Quelle: Rüdiger Böhme
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Brandenburg/H

Dirk Haber zittern noch die Hände. Minuten zuvor brachte sich der Maurer mit einem Sprung zur Seite vor einem außer Kontrolle geratenen Pkw in Sicherheit. Glück im Unglück hatte ebenso sein Kollege Mike Schüler.

Auch er konnte sich in letzter Sekunde in eine Tür retten. „Wir waren gerade beim Fenster abkleben. Da hat es plötzlich geknallt. Schnell weg, haben wir bloß noch gedacht“, berichteten die Mitarbeiter der Sanierungsfirma Tomaschewski aus Brandenburg. Was ist passiert?

Am Donnerstag kurz vor 8 Uhr verlor eine Autofahrerin in der Rathenower Straße in Brandenburg/Havel die Kontrolle über ihren Pkw. Ihr Wagen kam nach rechts von der Fahrbahn ab. Dann krachte das Auto in ein Baugerüst vor einem Haus.

Am Donnerstag kurz vor 8 Uhr verlor eine Autofahrerin in der Rathenower Straße die Kontrolle über ihren Pkw. Ihr Wagen kam nach rechts von der Fahrbahn ab. Dann krachte das Auto in das Baugerüst vor dem Haus Nummer 8.

Dabei wurden einige Stützen weggerissen. Auch eine Straßenlampe wurde umgefahren. Schließlich blieb der Wagen im Gerüst und auf dem Lampensockel stecken. Die beiden Arbeiter vor der Fassade kamen durch ihre schnelle Reaktion mit dem Schrecken davon. Die schwangere und unter Schock stehende Autofahrerin wurde im Klinikum behandelt.

Die Lage in der Rathenower Straße war stundenlang heikel. Das gesamte Baugerüst wurde über Stunden von dem Pkw gehalten, der sich unter die Konstruktion geschoben hat. Während dieser Zeit war die Straße für den Durchgangsverkehr gesperrt. Autofahrer mussten die Unglücksstelle in der Altstadt umfahren.

„Wir lassen zunächst das Gerüst von Material und Mörtelkübel entlasten. Dann muss die Gerüstbaufirma ran“, informierte der Einsatzleiter der Berufsfeuerwehr am Vormittag. Danach jedoch wurde schnell klar: Vor einer Bergung des Fahrzeuges musste das Baugerüst komplett abgebaut werden. Mit sechs von anderen Baustellen abgezogenen Männern rückte die Firma an. Polier Mario Zäper: „Es bestand akute Einsturzgefahr.“ Das Gerüst solle ab nächstem Montag wieder aufgebaut werden.

Wie es zu dem Unfall kommen konnte, muss im Detail noch geklärt werden. Die Autofahrerin selbst gab an auf dem Kopfsteinpflaster mit ihrem Auto ins Rutschen gekommen zu sein. In den Nachmittagsstunden konnte die Rathenower Straße wieder für den Verkehr freigegeben werden. Das Fahrzeug wurde abgeschleppt.

Von Frank Bürstenbinder