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Brandenburg/Havel Die „Jungen Wilden“ von Kloster Lehnin
Lokales Brandenburg/Havel Die „Jungen Wilden“ von Kloster Lehnin
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17:20 19.02.2014
Neu im Schulausschuss von Kloster Lehnin: Max Stodolny (l.) und Kevin Bolz, der für den Gemeinderat und Ortsbeirat kandidiert. Quelle: V. Maloszyk
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Kloster Lehnin

Der Göhlsdorfer Max Stodolny (16) und der fünf Jahre ältere Kevin Bolz aus Damsdorf sind seit kurzem sachkundige Einwohner im Schul- und Sozialausschuss der Gemeinde Kloster Lehnin. Und damit die Jüngsten. Sie sehen es als Einstieg in die Politik. „Demokratie lebt davon, dass sich Bürger einbringen.“

Der eine ist Schüler, will an der Potsdamer Voltaire-Gesamtschule sein Abitur ablegen und ist Jung-Mitglied der CDU. Der andere studiert an der TU Berlin Wirtschaftsingenieurwesen, möchte nach dem Master in die Chemieindustrie gehen und ist parteilos, steht bei der Kommunalwahl am 25. Mai aber auf der SPD-Liste.

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Beide haben die Damsdorfer Grund- und die Lehniner Oberschule besucht, sich vom Klassensprecher „hochgearbeitet“. Während Kevin Bolz es am OSZ Werder in den Schulausschuss schaffte, ist Marx Stodolny vom mittelmärkischen zum Potsdamer Kreisschülerrat gewechselt, wo er Vize ist. Zur Neuwahl des Landesschülerrats trat er nach vier Jahren nicht mehr an, weil er Gründungsvorsitzender der Schüler-Union, eine Nachwuchsorganisation für die CDU auf Landesebene, werden will. „Wir möchten sie diesen Sommer gründen“, erklärt er, der auf etwa 40 politisch interessierte Schüler verweist, „die sich für eine bessere Bildungslandschaft einsetzen wollen“.

Bei der Kommunalwahl wäre Max Stodolny, der im Mai 17 wird, gern als Kandidat angetreten, „doch ich bin ein Jahr zu spät geboren“. Er freut sich darauf, zum ersten Mal seine Stimme abgeben zu können. Seine „kritisch-konstruktive“ Schüler-Sicht will er im Bildungsausschuss der Gemeinde einbringen. Großes Thema sei die Entwicklung des Schulcampus. „Gesundes Essen ist wichtig, der weitere Bestand der Schullandschaft in Lehnin in allen Facetten.“ Da er Volkswirt werden will, möchte er noch in den Wirtschaftsausschuss.

Während Max als Kind ein Schlüsselerlebnis mit der CDU-Politikerin Saskia Ludwig hatte, fand Kevin Bolz über Ortsvorsteher Uwe Brückner den Weg zur Kommunalpolitik, der für die SPD im Gemeinderat sitzt, den Schulausschuss leitet und Fan der Damsdorfer Fußballer mit dem 21-Jährigen als Torwart ist. „Mein Wunsch war es schon immer, politisch aktiv zu sein“, sagt der geschichtsinteressierte junge Mann, der sich zwar den Blick nach oben bis zum Bundestag offen hält, aber auf dem Teppich bleibt. „Das jetzt ist der erste Schritt, um Fuß zu fassen.“ Vorerst will er parteilos bleiben, weil es ihm mehr Spielraum lasse.

Da er zum ersten Jahrgang gehörte, der in Lehnin kein Abi machen konnte, unterstützt er Bemühungen für eine Wiederherstellung der Abiturstufe. „Sport und Nachwuchsförderung liegen mir am Herzen, die Beziehung zwischen Jung und Alt, eine noch bessere Präsentation des Wirtschaftsraumes Kloster Lehnin“, sagt der aufgeschlossene Neueinsteiger.

Mit der Einführung des Wahlalters 16 für Kommunal- und Landtagswahl ist für Max Stodolny die Aufhebung des Besuchsverbots für Politiker vor Wahlen an brandenburger Schulen „logische Konsequenz“. Kevin Bolz ist nur dafür, wenn alle Parteien gleichberechtigt vertreten sind. „Am besten in Diskussionsrunden mit Schülern.“

Von Claudia Nack

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