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Brandenburg/Havel Der Messerstecher ist wieder frei
Lokales Brandenburg/Havel Der Messerstecher ist wieder frei
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22:03 28.04.2014
Quelle: C. Griebel
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Brandenburg an der Havel

Grund zur Angst dürfte die 48-jährige Brandenburgerin, die am Freitag letzter Woche von ihrem Ex-Partner angegriffen wurde, nun wieder haben. Der zuständige Richter entschied am Wochenende, dass der 54 Jahre alte Fred B., den die Polizei in Gewahrsam genommen hatte, wieder auf freien Fuß gesetzt wird. „Es lag kein Haftgrund vor“, begründete Sarah Kress, Sprecherin der Staatsanwaltschaft Potsdam die Entscheidung.

Einen besonderen Schutz für das Opfer gibt es seit der Freilassung bisher nicht. Die Polizeiinspektion Brandenburg und die Staatsanwaltschaft Potsdam analysieren nun die Gefährdung der durch die Messerattacke verletzten Doreen G., teilte Polizeisprecher Christoph Koppe gestern mit. Welche Maßnahmen die Polizei zu welchem Zeitpunkt zum Schutz des Opfers womöglich ergreift, lasse sich erst sagen, wenn die Gefährdungsanalyse beendet ist.

Fred B. war am Freitag mit zwei Küchenmessern und einem Pfefferspray bewaffnet in das Büro seiner früheren Partnerin Doreen G. in der Carl-Reichstein-Straße gestürmt. Er stach mit einem der Messer zu. Die Frau verteidigte ihr Leben. Sie wehrte den Stich mit den Händen ab und erlitt dabei schwere Schnittverletzungen an den Händen. Der Angreifer wollte dann mit seinem zweiten Messer auf die Frau einstechen, ließ die Waffe aber fallen, als ein Büronachbar zur Hilfe ins Zimmer eilte.

Die Staatsanwaltschaft Potsdam wertet den gesamten Angriff bisher nicht als versuchten Mord oder Totschlag, sondern als gefährliche Körperverletzung. Sie prüft, ob der Angreifer Fred B. seine Attacke aus eigenem Antrieb aufgegeben hat. Denn nach dem Strafgesetzbuch wird nicht bestraft, wer freiwillig die weitere Ausführung der Tat aufgibt: In diesem Fall den versuchten Mord oder Totschlag.

Sollten die Strafverfolger den Tatablauf vom Freitag in dieser Weise werten, würde Fred B. mutmaßlich nur wegen gefährlicher Körperverletzung strafrechtlich verfolgt und angeklagt. In diesem Fall kann ein Richter Untersuchungshaft nur dann anordnen, wenn Flucht- oder Verdunkelungsgefahr bestünde. Beides erkennen die Juristen bei Fred B. nicht.

Von Jürgen Lauterbach

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