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Brandenburg/Havel 20 Millionen Euro für ein umweltfreundlicheres Brandenburg
Lokales Brandenburg/Havel 20 Millionen Euro für ein umweltfreundlicheres Brandenburg
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11:22 30.08.2019
Die EEW-Müllverbrennungsanlage in Premnitz soll Wärme nach Brandenburg liefern. Quelle: ew
Brandenburg/H

Die Finanzierung für eines der ambitioniertesten Invest-Vorhaben der Stadtwerke Brandenburg steht. Das sagt der Aufsichtsratsvorsitzende und Oberbürgermeister Steffen Scheller (CDU) am Donnerstag am Rande eines Besuchs von Wirtschafts- und Energieminister Jörg Steinbach (SPD) im Unternehmen.

20 Kilometer lange Trasse

Es geht um den Bau einer 20 Kilometer langen Pipeline, über die Fernwärme aus der Müllverbrennungsanlage Premnitz nach Brandenburg an der Havel transportiert wird. Das macht den Betrieb des Gaskraftwerkes in der Havelstadt überflüssig, so können etwa 70.000 Tonnen Kohledioxid-Emissionen im Jahr eingespart werden.

20 Millionen Fördergeld

„Alle Förderzusagen sind bereits eingetroffen über insgesamt knapp 20 Millionen Euro. Das Geld kommt aus Programmen zum Fördern der Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) sowie zum Senken des energiebedingten Kohlendioxid-Ausstoßes (RENPlus)“, so Scheller.

Wirtschaftsminister Jörg Steinbach, OB Steffen Scheller und Stadtwerke-Chef Gunter Haase.. Quelle: JACQUELINE STEINER

„Die Bescheide wurden bereits einige Tage vorher mit der Post verschickt. Es verträgt sich nicht mit meiner Auffassung von politischer Hygiene, wenn ich hier zwei Tage vor der Landtagswahl mit einem großen Scheck winken würde“, sagt der Minister. Es war ohnehin klar, dass die Landesregierung zu dem Vorhaben steht, mehrere Kollegen Steinbachs, darunter Finanzminister Christian Görke (Die Linke), hatten das „Leuchtturmprojekt öffentlich gelobt.

Die Baukostenschätzung sei nunmehr zuverlässig, sagt Stadtwerke-Geschäftsführer Gunter Haase. Errechnet worden sei eine Gesamtinvestition von 35 Millionen Euro. Darin enthalten sind die reinen Baupreise, sämtliche Planungsleistungen und alle Maßnahmen zum Schutz von Natur und Umwelt.

Hausaufgaben für die Stadt

Nun müssten noch einige Hausaufgaben gemacht werden, sagt Scheller. Es genüge nicht nur ein Beschluss des Stadtwerke-Aufsichtsrats, man brauche zudem das Votum der Gesellschafterversammlung in den Technischen Werken Brandenburg TWB. Im November wolle er einen entsprechenden Beschlusstext dem Hauptausschuss vorlegen und parallel das ganze Vorhaben öffentlich bekannt machen.

Baurecht muss schnell kommen fürs Projekt. Quelle: JACQUELINE STEINER

Zudem müsse man sich um schnelles Baurecht bemühen, schließlich seien die Fördermittel immer an bestimmte Fristen gebunden, demnach soll bereits im nächsten Jahr gebaut werden. Die von den Stadtwerken beauftragten Planer haben bereits umfangreiche Vorleistungen erbracht: Die Fledermäuse und Eidechsen sind bereits gezählt, die Biotop-Kartierung ist erfolgt. Zudem wurde jeder mögliche Trassen-Meter darauf untersucht, an welchen Stellen die Pipeline überirdisch geführt werden kann und wo sie in den Boden versenkt werden muss.

Empfehlung für Wasserstoff-Technologie

Minister Steinbach informierte sich am Donnerstag ausführlich über das Vorhaben, der ausgewiesene Energie-Experte diskutierte mit der StWB-Führung auch über neue Energien aus der Wasserstoffverbrennung. „Ich persönlich bin ein bekennender Fan der Wasserstofftechnologie und halte sie für viel besser als die derzeit auch von Brüssel einseitige Orientierung auf Batterieantriebe für Fahrzeuge.“ Er halte das für einen Irrweg, so sei die Mobilitätswende nicht zu schaffen. Gleichwohl gebe es nun aber neue Förderungen aus Brüssel für bestimmte Anwendungen der Wasserstofftechnologie.

Grünes Gas im Rohr

Für die Stadtwerke bedeute das beispielsweise, nicht nur den Wasserstoffanteil in den Gasturbinen zu erhöhen, sondern beispielsweise auch den Anteil im gesamten Erdgas-Leitungssystem, um das Gas „grüner“ zu machen und fossile Brennstoffe zu sparen. Man könne beispielsweise mit der Anlage in Ketzin kooperieren, wo Biogas mittel Hydrolyse aufgespalten und dabei Waysserstoff gewonnen wird.

Von André Wirsing

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