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Brandenburg/Havel Ministerpräsident hört kritische Worte im von-Saldern-Gymnasium
Lokales Brandenburg/Havel Ministerpräsident hört kritische Worte im von-Saldern-Gymnasium
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18:06 17.10.2018
Die Schüler Alexander Albrecht und Niklas Hannemann haben 7.-Klässlern im Programmieren unterricht. Ministerpräsident Dietmar Woidke (v. li.) darf das dabei heraus gekommene Computerspiel ausprobieren. Quelle: Rüdiger Böhme
Brandenburg/H

Nicht jeden Tag kommt ein Ministerpräsident zu Besuch. Als Dietmar Woidke (SPD) das Schulgelände des von-Saldern-Gymnasiums in der Neustadt betritt, stürmen einige Mädchen ans Fenster ihres Klassenzimmers, prüfen, wie ein Landesvater aussieht und winken ihm etwas schüchtern zu. Er winkt zurück.

Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke hat am Mittwoch auf seiner „Zukunftstour Jugend“ Station gemacht in Brandenburg/Havel. Mehrere Stunden hält er sich an der Saldria auf, lässt sich Besonderheiten der Schule und Zukunftspläne von Schülern erklären, spricht vor allem aber mit Jugendlichen.

Der Vormittag an der Europaschule mit ihren 777 Schülern verläuft angenehm für den Spitzenpolitiker. Das Gymnasium ist bestens auf den Ehrengast vorbereitet, Vize-Schulleiterin Barbara Jechow und die Schülerinnen Pia Moderegger und Merle Rosenmüller moderieren den Besuch.

Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke hat am Mittwoch auf seiner „Zukunftstour Jugend“ Station gemacht in Brandenburg/Havel. Mehrere Stunden hält er sich an der Saldria auf, lässt sich Besonderheiten der Schule und Zukunftspläne von Schülern erklären, spricht vor allem mit Jugendlichen.

Im abschließenden Gespräch mit aktuellen und ehemaligen Schülern wird es nur einmal etwas heikel für den SPD-Mann, der letztlich auch die Bildungspolitik im Land Brandenburg verantwortet.

Reiko Piontek hat vor zwei Jahren sein Abitur am von-Saldern gemacht und studiert inzwischen Informatik. Der junge Mann räumt ein, dass er während der Schulzeit Informatik abgewählt hatte, die Schule ihn somit nicht optimal auf das Studium vorbereiten konnte.

Reiko Piontek berichtet dem Brandenburger Landesvater, dass Studienanfänger aus Bundesländern wie Bayern und Baden-Württemberg „deutlich besser aufgestellt“ seien mit ihren Vorkenntnissen als die Berliner und Brandenburger.

Rückstand nach einem Jahr aufgeholt

„Es ist spürbar, wo jemand sein Abitur gemacht hat und die Bayern und Württemberger haben uns das auch spüren lassen“, erzählt der Informatik-Student. Sein Trostpflaster: Nach einem Jahr Studium ist der Rückstand aufgeholt und „alle wissen gleich wenig“.

Woidke spricht sich dafür aus, dass möglichst viele Bundesländer ihr Abitur einander angleichen sollten, dafür setze er sich ein. Den vermeintlichen Vorsprung der südlichen Bundesländer führt der Sozialdemokrat darauf zurück, dass dort schon nach der 4. Klasse über den Wechsel aufs Gymnasium entschieden wird um den Preis, dass der Druck schon an den Grundschulen hoch sei.

Woidke: „Diesen Druck lehne ich ab.“ Unterstützt wird er von Mia Schönwolf, die mit ihrer Schwester zunächst in Niedersachsen zur Schule gegangen ist und den erwähnten Druck dort bestätigt. In Niedersachsen hätte ihre Schwester wohl kein Abitur gemacht. In Brandenburg am von-Saldern schon. Inzwischen studiere sie erfolgreich Informatik.

Schülerfirma und Saldern-Bridge

„Meine Schule und vor allem mein Biologie-Leistungskurs haben mich sehr gut auf mein Studium vorbereitet“, versichert Ex-Schülerin Elisabeth Krieger, die in Leipzig Medizin studiert und keinerlei Startprobleme hatte. Marvin Rathmann erzählt dem Ministerpräsidenten, wie ein Projekt seines Gymnasiums ihn auf das Medieninformatik-Studium gestoßen habe, das er in diesem Monat begonnen hat.

Die gastgebenden Schüler stellen dem Politiker viele anschauliche Beispiele dafür vor, wie das von-Saldern sie auch im Hinblick auf ihr späteres Berufsleben etwa in Projektwochen und an Wissenschaftstagen fördert.

Woidke erfährt etwas über Auslandsaufenthalte, Praktika, Arbeitsgruppen, unterrichtende Schüler, Jugend-forscht-Projekte und die von-Saldern-Schülerfirma, die erfolgreich Sweatshirts, Schülerkalender und Kugelschreiber mit von-Saldern-Emblem vermarktet. Er lernt die Comic-AG kennen, die preisgekrönte „Saldern-Bridge“. Eine stabile Brücke aus Papier, die die Siebtklässler Kolja Krispin und und Ronja Hentschel konstruiert haben.

Das gute Gefühl nach zehn Minuten

Der Gast aus Potsdam lobt die „tolle Schule“, bei der er ein „gutes Gefühl“ habe. Innerhalb von zehn Minuten, so Woidke, spüre er, ob das Klima zwischen Lehrern und Schülern an einer Schule stimmt.

Von Jürgen Lauterbach

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