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Brandenburg/Havel Sexueller Missbrauch im Ferienlager
Lokales Brandenburg/Havel Sexueller Missbrauch im Ferienlager
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00:17 16.03.2014
Quelle: dpa
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Brandenburg an der Havel

Ein 20 Jahre alter Brandenburger Schüler hat kleine Jungen sexuell ausgenutzt, die ihm als Betreuer einer Kinderfreizeit anvertraut waren. Das Jugendschöffengericht verurteilte Christian F. (Name geändert) zu einem Jahr und zehn Monate Freiheitsstrafe bei einer dreijährigen Bewährungszeit. Das berichtet Ralf Weller, der Sprecher des Amtsgerichts Brandenburg.

Richterin Caroline du Vinage habe die Strafe wegen sexuellen Missbrauchs eines Kindes in Tateinheit mit sexuellem Missbrauch von Schutzbefohlenen in drei Fällen und einem versuchten schweren sexuellen Missbrauch verhängt. Außerdem muss sich der junge Mann, der sich als homosexuell bezeichnet, einer Therapie unterziehen.

Christian F., damals 19 Jahre alt, nahm im vergangenen Juli als Betreuer an einer einwöchigen Freizeit im Jugendwaldheim in Jabel (Müritz) teil. Anvertraut waren ihm Kinder aus Brandenburg, Berlin und Mecklenburg-Vorpommern.

Gleich am Tag der Ankunft fasste der Betreuer zwei 13-jährige Jungen an deren Geschlechtsteile und forderte sie auf, verbotene Dinge zu tun, die ihn sexuell erregen sollten. Die Jungen taten, wozu ihr Aufpasser sie aufforderte. In der folgenden Nacht machte sich der Brandenburger Schüler in einem der Schlafräume erneut an mehrere Jungen heran.

Christian F. versprach ihnen Süßigkeiten und andere Dinge. Dafür sollten die Kinder ihre Hose herunterlassen. Anschließend bemalte er die entblößten Geschlechtsteile der Zwölfjährigen mit einem Stift.

In einer weiteren Nacht näherte sich der junge Mann aus Bad Belzig erneut mehreren Jungen und verlangte von ihnen verbotene Handlungen, die sehr weit gehen sollten. In einem besonders schweren Fall blieb es beim Versuch, weil die Kinder seinem Willen nicht folgten.
Die Sexualstraftaten wurden nach der Kinderfreizeit bekannt, das Berliner Landeskriminalamt ermittelte. Der 19-Jährige wurde zwei Wochen lang in Untersuchungshaft genommen.

Der Oberstufenschüler hatte die Anschuldigungen zunächst verniedlicht, dann aber doch ein Geständnis abgelegt. Damit ersparte er es seinen jungen Opfern, im Gerichtssaal zu erscheinen und als Zeugen auszusagen. F. erklärte sein Verhalten damit, dass er sexuell unter Druck gestanden habe.

Der junge Mann hatte Glück, dass er nicht nach dem strengeren Erwachsenenstrafrecht verurteilt wurde, sondern dass er sich als Heranwachsender nur vor dem Jugendschöffengericht verantworten musste.

Der Freizeitveranstalter Kiju Reisen mit Sitz in Brandenburg hat noch nicht auf die Fragen der MAZ geantwortet, wie er die Betreuer von Kinderreisen auswählt und ob er Konsequenzen aufgrund der Straftaten im Ferienlager zieht. Nach Auskunft von Stephan Breiding, Sprecher des Jugendministeriums, gelten für freie Unternehmen keine gesetzlichen Standards bei der Betreuerauswahl. Anerkannte Träger der freien Jugendhilfe müssten für ihre Freizeitbetreuer ein erweitertes polizeiliches Führungszeugnis vorlegen.

Von Jürgen Lauterbach

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