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Brandenburg/Havel Mit Schlägen bedroht
Lokales Brandenburg/Havel Mit Schlägen bedroht
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16:57 17.05.2013
Quelle: Jast
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BRANDENBURG/H.

Emilia Müller traute sich allein nicht mehr aus dem Haus. Sie hatte Angstzustände.

Die Auszubildende wurde im Internet attackiert. Tatort war ein soziales Netzwerk.

Es fing harmlos an. Emilia Müller äußerte gegenüber Familienangehörigen, dass eine Freundin bei ihr Schulden über fast 200 Euro habe. Eine Bekannte, die davon erfuhr, brachte die im Familienkreis gefallene Äußerung ins Netzwerk, gekoppelt mit Anschuldigungen gegen die Freundin. Nun trat deren Freundeskreis in Aktion und warf Emilia Müller auf der Internetseite wüste Beschimpfungen an den Kopf.

Was im Internet begann, setzte sich bald mit Telefonterror fort. „Ich habe Anrufe bekommen, wurde vollgemeckert und mit Schlägen bedroht.“ Die Clique der Freundin teilte ihr mit, vorbeizukommen und sie zu verprügeln, sollte sie die Anschuldigungen weiter im Netz verbreiten. Dabei hatte Emilia Müller überhaupt nichts ins Netz gestellt bezüglich der Schulden ihrer Freundin. Sie war völlig unschuldig. „Ich wollte nicht mehr rausgehen, hatte ständig Angst.“

Emilia Müller wandte sich Hilfe suchend an die Streetworkerin Christiane Schmidt. Die arbeitet für den Humanistischen Regionalverband im Kinder- und Jugendtreff Kiju in Hohenstücken. Schon mehrmals stand sie Opfern von Cybermobbing zur Seite. So gelang es der Streetworkerin relativ schnell, das Cybermobbing gegen Emilia Müller zu beenden. Sie sprach mit beiden Seiten, klärte auf, dass Emilia Müller keine Beschuldigungen ins Netz gestellt hatte. „Zwei klärende Gespräche habe ich geführt, dann hatte sich alles beruhigt.“

Der Mobbingfall gegen Emilia Müller sei typisch, sagt Christiane Schmidt. Irgendjemand gebe eine falsche Behauptung ins Netz, dort verbreite sie sich, andere „geben ihren Senf dazu und alles putscht sich hoch“. Jugendliche würden so bloßgestellt, „das ist tief beleidigend, weil es so öffentlich ist und nicht Auge in Auge geschieht“, so Schmidt. „Alle können im Netz mitlesen.“

Die Streetworkerin rät zum schnellen Eingreifen, um das Internet-Mobbing zu beenden. Mit den Parteien zu reden sei wichtig. In schweren Fällen könne auch helfen, mit einer Anzeige wegen Beleidigung zu drohen.

Christiane Schmidt rät Jugendlichen, so wenig Informationen und Fotos von sich ins Netz zu stellen wie möglich und im Mobbingfall schnell Hilfe zu suchen bei den Eltern oder Lehrern. Für diese gibt es Fortbildungen, wie Cybermobbing zu begegnen ist. (Von Marion von Imhoff)

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