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Brandenburg/Havel „Mit dem Tod muss ich leben“
Lokales Brandenburg/Havel „Mit dem Tod muss ich leben“
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10:27 27.02.2015
Frank Gorgas, der im Stahlwerk, später bei der Bas arbeitete, an seiner Lieblingsstelle im Garten. Quelle: V. Maloszyk
Brandenburg an der Havel

Ein Wort, das tröstlich klingt, aber das Gegenteil bedeutet. Krebs im Endstadium. „Die Ärzte können mir nicht mehr helfen“, sagt der gelernte Buchdrucker. Mit dem nicht mehr fernen Tod „muss ich leben. Wir haben nichts versäumt, die Kinder sind groß, ich habe keine Angst. Ich bin zwar nicht kirchlich, aber ich schaue dem Kommenden ins Auge.“

Das vorige Jahr, es begann so schön für Frank Gorgas und seine Frau Gertrud. Sie feierten goldene Hochzeit, ihre Tochter wurde 50 Jahre alt. Jubiläen, Familientreffen, Reisen. Im Juni merkte Frank Gorgas, dass er kaum noch etwas essen musste, um satt zu werden. Binnen weniger Wochen verlor er zehn Kilo an Gewicht, dann schließlich nach weiteren Wochen nahm er erneut zehn Kilo ab. Er bekam Bauchschmerzen. Immer wieder. Immer schlimmere. Auch während einer Reise in die Lüneburger Heide. Die Fahrt war ein Geschenk zur goldenen Hochzeit.

Sein Hausarzt wies ihn schließlich ins Krankenhaus ein. Doch die Blutwerte waren in Ordnung. Man schickte Frank Gorgas wieder nach Hause. „14 Tage später waren die Schmerzen wieder da.“ Wieder Klinikum. Den Ärzten dort sagte er: „Ich gehe heute nicht mehr nach Hause, ich bleibe.“ Nun lief die große Maschinerie an mit aufwändigen Untersuchungen, „CT, MRT, Magenspiegelung.“ Dann die Diagnose am 6.November.

Elf Tage später die fünfstündige Operation. Es blieb eine 40 Zentimeter lange Narbe. Und der Satz: Der Magen sei durchwachsen, infiltriert. Der Tumor habe das Organ zusammengedrückt. Es wurde ein weiterer Magenausgang geschaffen. Doch über Wochen musste Frank Gorgas über eine Sonde in die Blutbahn künstlich ernährt werden. Er konnte selbst Tee und kleine Bissen Weißbrot nicht mehr bei sich behalten.

Im Moment kann er wieder Weißbrot ohne Rinde und kleine Stücke Kuchen, „weil er weich ist“, zu sich nehmen. Er erbricht es nicht mehr und wird nur jeden zweiten Tag künstlich ernährt. „Ich denke wenig an den Tod. Aber wenn es mir wieder schlechter geht, wird es mehr. Doch im Moment kann ich aufstehen und wackle hier noch herum.“ Wenn es mild ist in diesem Februar, „setze ich mich mittags eine Stunde in die Sonne in den Garten“.

Frank Gorgas wird von seiner Frau gepflegt. Sie wäscht ihn, stützt ihn, wenn er zu schwach ist. Solange es geht will er zu Hause bleiben, das ist sein Ziel. „Es wird die Zeit kommen, wo ich nicht mehr aufstehen kann. Dann muss ein Pflegedienst kommen.“ In das Brandenburger Hospiz zu gehen, „daran habe ich gedacht. Aber noch ist es nicht an der Zeit.“

Eine Krankenschwester des Palliativpflege-Teams der Jedermann-Gruppe schaut täglich bei Frank Gorgas vorbei. Sie kontrolliert den Portkatheter, durch den der Schwerstkranke künstlich ernährt wird. Es ist ein dauerhafter Zugang zum Blutkreislauf, die Wunde hatte sich entzündet. Einmal die Woche kommt ein Arzt des Pflegeteams, das sich ausschließlich um schwerstkranke Menschen kümmert.

Um jene, die unter starken Schmerzen leiden oder nur noch eine geringe Lebenserwartung haben. Frank Gorgas’ Schmerzen sind noch durch Tabletten zu mildern. Wenn sie nicht mehr ausreichen, erhält er eine Schmerzpumpe. Dabei wird ein starkes Schmerzmittel automatisch in die Blutbahn abgegeben. Auch Gorgas’ Hausarzt schaut regelmäßig nach seinem Patienten.

Seit 39 Jahren lebt das Paar auf dem Görden. Aufgehoben fühlt sich Gorgas durch den Beistand seiner Freunde und Nachbarn. Sie erledigen Einkäufe, helfen bei der Gartenarbeit. „Der Zusammenhalt ist doll“ – auch, wenn Gorgas aus Angst vor Infekten häufig nur durch das offene Fenster mit dem Besuch spricht. Seine Frau ist an Grippe erkrankt. Sie fällt als Pflegerin in diesen Tagen fast aus. Ihr „Guten Tag, mein Schatz“ rufen sie sich nur von Weitem zu.

Von Marion von Imhoff

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