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Brandenburg/Havel Mutmaßlicher Vergewaltiger auf freiem Fuß
Lokales Brandenburg/Havel Mutmaßlicher Vergewaltiger auf freiem Fuß
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17:03 08.04.2015
Quelle: dpa
Brandenburg an der Havel

Nach MAZ-Informationen hat der junge Mann bei der Polizei bestritten, eine Straftat begangen zu haben. Vielmehr sei der Sex zwischen ihm und der Frau am frühen Morgen des Ostermontags einvernehmlich gewesen.

Der Verdächtige war den offiziellen Angaben zufolge zur Polizei gegangen, „da er aus den Medien“ von dem Geschehen erfahren habe. Eine wesentliche Rolle dürften aber die Einträge seines Bekannten Andy M. bei Facebook im Internet gewesen sein.

Der 17-Jährige und dieser Bekannte waren nach der „Abrissparty“ in der Diskothek Manhattan auf dem zentralen Omnibusparkplatz am Hauptbahnhof dem späteren Vergewaltigungsopfer und deren Freundin begegnet. Andy M. beobachtete mit einem weiteren Freund, wie der 17-Jährige die Frau aus Bad Belzig zum Bahnhof begleitete.

Soweit bekannt, gab es noch keine ausführliche polizeiliche Vernehmung des Opfers. In der Erstbefragung ging es um den reinen Tatablauf. Kurz nach einer Vergewaltigung halten sich Vernehmungsbeamte mit Fragen und Einwänden zurück, die das Vertrauen des Opfers erschüttern könnten. Wichtige Fragen zum Geschehen sind also in diesem Ermittlungsstadium ungeklärt.

Kriminalisten rätseln vor allem über den sehr langen Tatzeitraum an einem derart öffentlichen Platz, wie es das WC eines Hauptbahnhofs ist. Für eine Vergewaltigung sind diese Umstände untypisch. Die Bilder einer Überwachungskamera zeigen nach MAZ-Informationen, zu welchem Zeitpunkt der Jugendliche und die fast doppelt so alte Frau gemeinsam in Richtung Toilette gehen und wie der 17-Jährige nach mehr als einer Stunde allein aus dem Gebäude kommt. Eine Passantin entdeckte die weinende Frau erst später gegen 8 Uhr im Gebäude.

Der Verdächtige, der in der Altstadt wohnt, durfte nach seiner Vernehmung nach Hause gehen. Polizei und Staatsanwaltschaft sehen keinen Haftgrund, weil keine Flucht- oder Verdunkelungsgefahr erkennbar ist.

Von Jürgen Lauterbach und Marion von Imhoff

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