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Brandenburg/Havel Nach Busunfall: Drei verletzte Kinder bleiben im städtischen Klinikum Brandenburg
Lokales Brandenburg/Havel Nach Busunfall: Drei verletzte Kinder bleiben im städtischen Klinikum Brandenburg
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17:47 29.08.2019
Kinderchefarzt Hans Kössel lobt nach dem Busunfall in der Bauhofstraße die Zusammenarbeit mehrerer Fachbereiche im städtischen Klinikum. Quelle: André Großmann
Brandenburg/H

Der schwere Busunfall, bei dem sich mehrere Kinder in der Brandenburger Bauhofstraße verletzten, wurde für das städtische Klinikum zum sogenannten Großschadensereignis. Rettungskräfte transportierten Mittwochabend 14 Kinder und einen Erwachsenen in das Klinikum. „Das war gemessen an der Zahl der Verletzten der bislang größte Unfall in diesem Jahr“, sagt der ärztliche Direktor Matthias Sprenger der MAZ.

Drei verletzte Kinder im Klinikum

Aktuell sind noch drei verletzte Kinder im städtischen Klinikum, sie sollen in den nächsten Tagen das Haus verlassen. Ein Mädchen musste laut Kinderchefarzt Hans Kössel zunächst auf die Intensivstation. Es galt als schwer verletzt und wurde per Computertomographie (CT) untersucht. „Der Schülerin geht es aber schon besser, sie wird nach jetzigem Stand bald entlassen“, sagt der Mediziner.

Lob für Ärzte und Pflegekräfte

Der ärztliche Direktor und Kinderchefarzt Hans Kössel reden von einer „gigantischen Teamleistung, bei der um die 50 Ärzte verschiedener Fachbereiche blitzschnell handelten, um zu helfen.“ Mediziner aus der Traumatologie, Anästhesie, Neurochirurgie, Radiologie und Kinderheilkunde unterstützten sich dabei gegenseitig. Sprenger lobt die Vorbereitung seines Personals und die schnelle Alarmierung.

Mathias Sprenger ist ärztlicher Direktor am städtischen Klinikum Brandenburg. Nach dem Busunfall in der Bauhofstraße lobt er die Zusammenarbeit mehrerer Fachbereiche. Quelle: Klinikum Brandenburg

Alarmierung im Ernstfall

Doch wie läuft diese im Falle eines sogenannten Großschadensereignisses ab? Zunächst gibt die Leitstelle der Feuerwehr Informationen zum Unfall weiter und kontaktiert das nächstgelegene Krankenhaus, in diesem Fall das städtische Klinikum in Brandenburg. Dort wird intern entschieden, wie viele Kräfte alarmiert werden müssen.

Sowohl Ärzte als auch Pflegekräfte, Sicherheitspersonal und Wirtschaftsdienste erhalten einen Anruf per Handy oder Festnetz, auf dem eine Bandansage läuft, dass man aufgrund eines Notfalls zum Arbeitsplatz kommen soll.

Hans Kössel schildert, dass in dieser Situation noch unklar sei, „weswegen man rein gerufen wird, ob hier die Hütte brennt oder ob man Patienten evakuieren muss oder ob da ein Großunfall gewesen ist“, sagt er der MAZ.

Matthias Sprenger erläutert, dass zur Zeit des Unfalls mehrere Ärzte im Klinikum und eine Vielzahl der täglichen Operationen bereits beendet waren. „Wir hätten zehn OP-Säle besetzen können“, kommentiert Sprenger, der die Abläufe für Ernstfälle verfeinern will.

Schulleiter ist erleichtert

Die verletzten Kinder sind Schüler der Katholischen Marienschule Potsdam. Sie waren bei einem Tagesausflug unterwegs und wollten die Kirchmöseraner Familienferienstätte „Sankt Ursula“ besuchen. „Wir hatten viel Glück im Unglück, das erleichtert mich etwas“, sagt der Leiter des Gymnasiums Thomas Rathmann der MAZ.

Marcel Dudek wohnt nur wenige Meter vom Unfallort entfernt. „Zunächst war das natürlich ein Schock, als es so gerummst hat. Einige Kinder waren kurz wie weggetreten, ich habe ihnen etwas Wasser gegeben und versucht, sie aufzuheitern. Es ist wichtig, schnell zu helfen“, sagt der Brandenburger der MAZ.

Kinderchefarzt Thomas Kössel betont, dass jedes Kind im Klinikum individuell betreut wurde. Doch worauf kommt es an, um Schüler im Ernstfall zu beruhigen? „Es ist wichtig, mit ihnen zu reden und zu sagen, dass alles gut wird. Es gab keine hektischen Situationen“, sagt der Mediziner. Oberbürgermeister Steffen Scheller (CDU) bedankte sich bei den Einsatzkräften für ihre Hilfe.

Angebot für Potsdamer Kinder

Er will die Kinder der Katholischen Marienschule noch einmal in die Havelstadt einladen, zu einer Bootsfahrt oder in das Freibad. Das sei ihm wichtig, „sodass sie alle auch schöne Erinnerungen mit unserer Stadt verbinden“, sagte das Stadtoberhaupt. Der Schulleiter des Potsdamer Gymnasiums Thomas Rathmann freute sich über den Anruf. „Ich werde den Vorschlag gemeinsam mit den Schülern besprechen“, sagte er der MAZ.

Von André Großmann

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