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Brandenburg/Havel Hängepartie um Medizin-Hochschule
Lokales Brandenburg/Havel Hängepartie um Medizin-Hochschule
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10:42 09.05.2014
Im Operationssaal: Studenten der Medizinischen Hochschule sollen praxisnah studieren.
Im Operationssaal: Studenten der Medizinischen Hochschule sollen praxisnah studieren. Quelle: dpa
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Brandenburg an der Havel

Über die bevorstehende Gründung der Medizinischen Hochschule „Theodor Fontane“ im Land Brandenburg MHB will Oberbürgermeisterin Dietlind Tiemann (CDU) am Donnerstag die Ärzte des städtischen Klinikums informieren. Doch wird sie dies nur unter Vorbehalt tun können, schließlich kann sie nicht sicher sein, das Gründungs-Vorhaben erfolgreich umzusetzen.

Einen ernsthaften Warnschuss gab es am Dienstagabend im Finanzausschuss. Der verweigerte mehrheitlich mit Stimmen aus SPD, FDP, Linken und Grünen ein Befassen mit dem Thema überhaupt, setzte es kurzerhand von der Tagesordnung ab. Den Anstoß lieferte Klaus Hoffmann (Grüne), der sich „unzureichend informiert“ fühlt. „Es waren alle maßgeblich Beteiligten anwesend, sie hätten jede Frage beantworten können, einschließlich meiner Person“, sagt Bürgermeister Steffen Scheller (CDU), gleichzeitig Aufsichtsratschef des Klinikums. Doch eine Mehrheit habe nicht einmal eine Diskussion zulassen wollen. Schwer nachzuvollziehen sei auch die Argumentation Katrin Rautenbergs (SPD), welche die Hochschule zwar will, aber erst nach den Wahlen und nach der Entscheidung der Landesregierung. „Wie soll ich ein positives Votum aus Potsdam erwarten, wenn es keine Entscheidung der Stadt zum Beteiligen des Klinikums an der Trägergesellschaft Campus GmbH gibt“, kontert Scheller. Er wolle nun mit der Klinikumsleitung heute Abend die Ausschüsse für Gesundheit und Eigenbetriebe zu überzeugen versuchen. Man brauche ein positives SVV-Votum am 21. Mai, damit die Landesregierung wie zugesagt im Juni über die Zulassung der MHB entscheiden kann. Vorgeschaltet werde ein Anhörungsverfahren, bei dem die Bedenken des Wissenschaftsrates ausgeräumt werden sollen. Hier setzt Hoffmanns Kritik an: Der Rat werde nicht erneut beteiligt. Der Studiengang Psychotherapiewissenschaft sei nur ein Vehikel, um überhaupt eine Zulassung zu bekommen. Künftige Ärzte würden ans Klinikum gebunden, unabhängig von Abschlüssen – besseren Bewerbern seien so möglicherweise Wege verstellt.

„Die Fachfragen klären wir in den Fachausschüssen. Der Finanzausschuss wollte noch nicht einmal die Antwort, dass der städtische Haushalt nicht belastet wird“, sagt Scheller.
Die Oberbürgermeisterin kann die Bedenkenträgerei nicht verstehen, sie ist erst Dienstagabend von einem Besuch in der Partnerstadt Kaiserslautern zurückgekehrt. Dort sei sie für die Idee mit der Medizinischen Hochschule bestaunt und beneidet worden. „Wir lernen viel von Kaiserslautern, können aber auch Wissen exportieren. Sie bekommen beispielsweise Medizinische Versorgungszentren nicht erfolgreich zum Laufen, weil ihnen die Poliklinik-Idee fehlt. Da haben wir Vorsprung.“

Von André Wirsing

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