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Brandenburg/Havel Eichhörnchen-Babys am Fläschchen: Süß, aber nichts für Zuhause
Lokales Brandenburg/Havel Eichhörnchen-Babys am Fläschchen: Süß, aber nichts für Zuhause
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10:17 19.04.2019
Alle vier Stunden gibt es das Fläschchen für die jungen Eichhörnchen im Krugpark, damit sie wachsen und wieder ausgewildert werden können. Quelle: Rüdiger Böhme
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Brandenburg/H

Sie sind einfach süß, die drei Eichhörnchen-Babys. Die Pfleger des Naturschutzzentrums Krugpark ziehen die Findlinge auf. Ein Hausbesitzer entdeckte die Jungtiere am 1. April in seinem Garten in der Krakauer Landstraße. Da waren die Jungtiere etwa drei Wochen alt und wogen keine 80 Gramm.

Offenbar war ihre Mutter von einem Auto überfahren oder vom Habicht erwischt worden, deswegen verließen die Eichhörnchen ihr Nest hoch oben in einer Tanne. Das vermutet Tierpfleger Nico Fritsche. Die drei tapsten unter dem hohen Baum umher. Krähen hatten bereits begonnen, die Eichhörnchen zu attackieren. Für die Vögel wären sie willkommene Beute gewesen.

So aber haben die Pfleger Nico Fritsche und Viola Witowski die niedlichen Nager unter ihre Fittiche genommen. Wenn die Tiere drei Monate alt sind, setzt sie Nico Fritsche in einem Waldstück bei Wusterwitz aus. Durch die Aufzucht von Hand werden die Eichhörnchen immer zutraulich Menschen gegenüber sein. Deswegen soll ihre neue Heimat abgeschieden sein.

Die drei jungen Eichhörnchen haben die ersten Wochen in menschlicher Obhut gut überstanden und nehmen an Gewicht stetig zu. Die Tierpfleger Nico Fritsche und Viola Witowski kümmern sich intensiv um die neuen Schützlinge.

Mit einem Fläschchen und Welpenaufzuchtmilch alle vier Stunden haben die Eichhörnchen bereits an Gewicht zugenommen. Sie wiegen nun etwa 140 Gramm.

Handtücher und Gurken für die Nager

Im Krugpark stehen zwei große Käfige für die Nager. In Handtücher können sie sich einkuscheln. Auf Tellern liegen Bananen, Gurke und Äpfel bereit. An Stöckern trainieren sie ihre Geschicklichkeit.

Abends nimmt immer einer der Pfleger die Eichhörnchen mit zu sich nach Hause, denn auch nachts müssen die drei ihre Milchmahlzeiten erhalten.

Rund ein halbes Dutzend junge Eichhörnchen päppelt das Naturschutzzentrum jährlich auf. Meist bringen Brandenburger die Findlinge im Frühjahr.

Nicht jedes Fundtier ist in Not

Doch Tierpfleger Fritsche warnt: „Nicht jedes Fundtier muss ins Naturschutzzentrum.“ Oft greift der Mensch zu früh ein, obwohl noch das Muttertier in der Nähe ist. „Oft werden uns auch junge Feldhasen gebracht“, sagt Nico Fritsche. „Hasen sitzen nicht in einem Bau wie Kaninchen, sondern auf der Wiese und die Mutter kommt nachts zum Füttern.“

Für Rehkitze gelte das Gleiche. Auch bei Vögeln, die frühzeitig das Nest verlassen, sei das zu beachten. „Die Leute fangen die Vögel ein und bringen sie uns.“ Oft sei die Begründung, der Familienhund oder die Katze würden sonst die umherlaufenden Jungvögel im Garten töten. „Dann ist es besser, die Katzen oder Hunde zwei, drei Tage im Haus zu halten, bis die Vögel flugfähig sind. In der Natur gehört es aber auch dazu, dass Tiere gefressen werden.“

Hohe Sterberate in Pflege

Und: „Jedes zweite Jungtier, das von Hand aufgezogen wird, schafft es nicht“, sagt der 29-Jährige, der an einer Berliner Tierklinik seinen Beruf erlernt hat. Wildtiere sollten in der Natur belassen werden, „wenn nicht Gefahr in Verzug ist“.

Eins sagt Marco Fritsche deutlich: „Das Halten von Wildtieren ist verboten.“ Tatsächlich gibt es im Internet Anbieter von Eichhörnchen. Sie machen sich strafbar.

Rauferei unter Geschwistern

Die possierlichen Tierchen sind wieselflink. Mit großem Geschick gelingt es Viola Witowski, die drei nach und nach mit handwarmer Aufzuchtsmilch zu füttern. Gierig saugen die Eichhörnchen an den Fläschchen, halten sie in ihren Pfötchen.

Untereinander sind sie wild und haben sich auch schon kleine Verletzungen zugefügt. Es sind zwei Männchen und ein Weibchen. Zart gehen sie nicht miteinander um.

Der Krugpark lädt am Sonntag von 14 bis 17 Uhr zum Osterfest ein.

Von Marion von Imhoff

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