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Brandenburg/Havel Neue Arbeitsformen: So sieht der erste Coworking-Space der Havelstadt aus
Lokales Brandenburg/Havel Neue Arbeitsformen: So sieht der erste Coworking-Space der Havelstadt aus
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10:56 09.10.2019
Heike und Bernd Helmers sitzen auf der Dachterrasse ihres Hauses in der Wollenweberstraße 24. Die Brandenburger vermieten hier Arbeitsplätze auf Zeit. Quelle: André Großmann
Brandenburg/H

Mit einem Klick auf dem Smartphone öffnen Bernd und Heike Helmers die Tür ihres Fachwerkhauses in der Wollenweberstraße 24. Das Gebäude stammt aus dem 15. Jahrhundert, ist aber mit einem elektronischen Türschloss, W-Lan, Beamer und mehreren Computern fit für das digitale Zeitalter und der erste Coworking-Space der Havelstadt.

Sieben Arbeitsplätze auf Zeit sind im ersten Coworking-Space der Havelstadt in der Wollenweberstraße 24 buchbar. Die MAZ hat sich die Räumlichkeiten genauer angesehen.

Sieben Arbeitsplätze auf Zeit

„Das ist ein Angebot für Leute, die einen Arbeitsplatz auf Zeit brauchen, kreativ sind und flexibel arbeiten wollen“, sagt Heike Helmers. Im Haus mit dem Namen „Co-Working Wolle“ stehen sieben Arbeitsplätze tage-, wochen- und monatsweise auf 130 Quadratmetern zur Verfügung. Sie können täglich von 8 bis 22 Uhr, auf Anfrage auch später genutzt werden, ebenso am Samstag, Sonntag und an Feiertagen. Bislang nutzen zwei Mieter das Angebot.

Gäste können im ökologisch sanierten Denkmal technische Geräte wie Drucker, Scanner, Telefone nutzen und Beratungen abhalten. Während im Erdgeschoss zwei Arbeitsplätze mit Computern, ein Meetingraum mit Küche und das Bad mit WC und Dusche stehen, folgen im Obergeschoss zwei Schreibtische und ein Beratungs-/Telefonraum.

Das Dachgeschoss ist hingegen ein offener Raum mit drei Schreibtischen, einem zweiten WC und Terrasse mit Blick auf den Theaterpark. Diese Aussicht genießen Bernd und Heike Helmers.

Das Paar lebt seit 20 Jahren in dem Haus, nachdem ihre Kinder die Havelstadt für das Studium verließen, suchten sie nach einer alternativen Nutzung für die Räume und wollen so „einen Teil der Betriebskosten abdecken.“

Mix aus Smart Home und Mittelalter

Für Heike Helmers ist das Projekt ein Mix aus Tradition und Moderne. „Ich finde so ein Haus lebt und muss sich immer wieder anpassen“, sagt die 52-Jährige. Sie hofft, dass der Coworking-Space Möglichkeiten für neue Ideen und Gespräche bietet. „Ich wünsche mir Leben im Haus, wir machen das nicht aus einem finanziellen Anreiz, sondern um auszuprobieren, was es an Vernetzung bringen kann“, kommentiert Helmers.

Coworking und Kreativorte

Coworking bedeutet frei übersetzt soviel wie „zusammen arbeiten.“ Der Begriff bezeichnet einen zeitlich flexiblen Arbeitsplatz, den sich mehrere Menschen teilen. Coworking-Spaces stellen Arbeitsmittel- und Plätze befristet zur Verfügung und ermöglichen die Bildung einer Gemeinschaft, die mit gemeinsamen Veranstaltungen gestärkt werden kann.

Der Coworking-Space in der Wollenweberstraße 24 ist der erste in der Havelstadt, eine Übersicht zu weiteren Kreativorten ist online auf https://www.kreativorte-brandenburg.de/ abrufbar. Alternativen finden sich beim Projekt „Coconat“ im mittelmärkischen Klein-Glien und dem Briester Projekt „Havelprater.“

Ihr Mann Bernd feilt noch an den letzten Arbeiten, bastelt an Fußleisten und prüft die Glastür im Obergeschoss. Für ihn bietet die Bauform in der „Co-Working Wolle“ einen architektonischen Mix aus Smart Home und Elementen des Mittelalters. „Ein Balken erzählt mit seinen 20 Farbschichten Geschichten von Leuten, die hier im Laufe der Jahrhunderte gelebt haben“, sagt der 54-Jährige.

In den letzten zwei Monaten strich das Paar Wände, ölte den Fußboden neu, baute das Bad und eine neue Küche ein. Im Fachwerkhaus sind Lehm, Holz, Hanfdämmstoffe und gehäckselte Flaschenkorken verbaut, Balken und Biberschwanzziegel von Abrisshäusern wiederverwendet. Heike Helmers schätzt die Kosten für die Umbaumaßnahmen auf 4000 Euro.

Flexible Buchung

Arbeitsplätze können als sogenannter Flexdesk für Einzeltage, als Fix Desk wochen- und monatsweise und als Fix Office mit je zwei Arbeitsplätzen gebucht werden. Auch Beratungsräume für ein Meeting mit externen Gästen sind buchbar, im Tarif „Gast ohne Schreibtisch.“

Mieter können im Erdgeschoss acht Schließfächer nutzen, Parkplätze in der Umgebung sind aber Mangelware. Deshalb empfehlen die Projektplaner bei einer Anreise mit dem Auto, den großen Parkplatz am Wiesenweg zu nutzen.

Beitrag zu neuen Arbeitsformen

Für Heike Helmers ist klar, dass sich die Zukunft der Arbeitsformen in den nächsten Jahren verändern wird. Sie vermutet, dass Flexibilität und ortsunabhängiges Arbeiten zunehmen werden.

„Ich finde es spannend, da mitzumischen und etwas auszuprobieren“, sagt Helmers. Zu einem freien und individuellen Arbeitsumfeld in der Wollenweberstraße 24 sollen höhenverstellbare Schreibtische, Bürostühle und eine voll ausgestattete Küche beitragen. Weitere Infos zum Projekt unter https://coworking-wolle.de/

Von André Großmann

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