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Brandenburg/Havel Neue BT-Chefin genießt Schellers Vertrauen
Lokales Brandenburg/Havel Neue BT-Chefin genießt Schellers Vertrauen
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09:33 19.11.2018
Manchmal geht es auch wie hier bei den „Räuber" im April 2017 im Theater Brandenburg/Havel richtig zu Sache. Quelle: Foto: Rüdiger Böhme
Brandenburg/H

Christine Flieger, die derzeitige Sachgebietsleiterin für Beteiligungen und Steuern in der Kämmerei des Rathauses soll am 1. Januar 2019 neue Geschäftsführerin des Brandenburger Theaters (BT) werden. Sie löst Klaus Deschner (74, SPD) ab, dessen Vertrag Oberbürgermeister Steffen Scheller (CDU) nicht verlängern wird.

Die Personalie Flieger wird am Montag im Hauptausschusses behandelt und kommt für manche überraschend. Nicht für alle: Die SPD-Fraktionschefin Britta Kornmesser hatte, wie sie bereits im Mai sagte, aus dem Theaterumfeld erfahren, dass das Rathaus mit ihr im BT plant. Für Christine Flieger ist das BT kein Neuland. Die Brandenburgerin, Jahrgang 67, arbeitet seit 2002 in der Stadtverwaltung und hat an der Fachhochschule ein Diplom als Betriebswirtin abgelegt.

Im Aufsichtsrat geachtet

Über viele Jahre hat sie an der Seite Schellers, der damals Kämmerer und Bürgermeister war sowie mit Detlef Reckow, dem aktuellen Kämmerer, auch die Finanzen der städtischen Beteiligungen verwaltet, glatt gezogen und „im Griff gehabt“, wie einer ihrer Kollegen sagt.

Das Verhältnis Schellers zu ihr gilt als vertrauensvoll. Im BT-Aufsichtsrat ist Flieger nicht unbekannt: „Sie ist sicherlich das wirtschaftliche Hirn in der Runde bei den Aufsichtsratssitzungen“ und sie scheute sich nicht Klaus Deschner die Meinung zu sagen, sagt BT-Aufsichtsrat Florian Schmidt.

Zeit des Übergangs

Der frühere Stadtkämmerer Klaus Deschner, war 2016 überraschend von der Ex-OB Dietlind Tiemann (CDU) aus dem Ruhestand geholt und dem GF Jörg Heyne zur Seite gestellt worden. Wenig später drohte er: Schon 2017 werde das Theater insolvent sein, wenn Stadt und Land dem mit etwa 7 Millionen Euro jährlich unterstützen Haus nicht erheblich mehr Geld gebe.

Als Ursache hatte Deschner zum Beispiel einen von ihm insgesamt als kritisch bewerteten, auslaufenden Haustarifvertrag ausgemacht und drohte in der Folge mit drastischen Kürzungen der Orchesterstellen. Letzten Endes wurde nicht an den Orchesterstellen sondern im restlichen künstlerischen Bereich gespart. Überdies schloss Deschner selber einen Haustarifvertrag für das Orchester über zehn Jahre ab, was im Ministerium und im Rathaus für Unmut sorgte. Scheller: „Einen Zehnjahresvertrag hätte ich nicht unterschrieben!“

Nachfolger gesucht

In den zurückliegenden beiden Jahren haben zumeist nur Chefdirigent Peter Gülke (84), dessen Vertrag zum Saisonende ausläuft und das Orchester mit positiven Nachrichten auf sich aufmerksam gemacht. Darüber hinaus war aus vielerlei Gründen ein personeller Aderlass zu verzeichnen: Die Orchesterdirektorin Victoria Tafferner verließ wie ihre Vorgängerin Gale Mahood das BT, ebenso die Leiterin der Öffentlichkeitsarbeit sowie die künstlerische Leiterin Katja Lebelt, der Geschäftsführer Jörg Heyne oder der Technikchef Andreas Vagts und die Leiterin des Jugendtheaters Christiane Ziehl.

Auf die Neuausschreibung der Orchesterdirektorin gab es jüngst nur noch eine Bewerbung, die im Verfahren durchfiel, heißt es aus dem BT. Auf die Stelle des künstlerischen Leiters haben sich aber etwa 50 Interessenten beworben. Ein Dutzend davon wird in den nächsten Wochen eingeladen und gehört.

Land dringt auf starken Nachfolger

Im Rathaus und im Ministerium hofft man darauf, diese prägende, seit Lebelts Abgang unbesetzte Position, endlich kompetent und stark nachzubesetzen. Wie es weiter geht mit der Stelle des Chefdirigenten ist offen. Vom Gesellschaftervertreter, dem Beigeordneten Wolfgang Erlebach, war Deschner mehrfach, so auch im Frühjahr 2017, aufgefordert worden, die Nachfolge Gülkes zu organisieren. Damals sagte Deschner, man habe eine Liste mit „sieben bis zehn Kandidaten“, die man einladen wolle. Der Prozess des Übergangs werde Gülke erneut „ein bis zwei Jahre“ ans Haus binden. Die Zeit läuft zum Saisonende ab, den Nachfolger kennt OB Scheller, wie er sagt, noch nicht.

Viele Begehrlichkeiten

Vor Christine Flieger liegen also spannende Zeiten. Denn wie Scheller im Mai vor der SVV sagte, soll die Stadt ab 2019 damit beginnen, eine eigene Schauspielsparte wiederaufzubauen, wie er im Wahlkampf ankündigte. Er führe, so Scheller vor der SVV dazu Gespräche mit der Landesregierung zum Umstrukturieren der Theaterförderung. Das Land hat, wie berichtet, mehr Geld in Aussicht gestellt.

Das weckt Begehrlichkeiten. So wird theaterintern bereits über zusätzliche Stellen für Orchestermusiker geredet, was in Schellers Plänen bisher gar keine Rolle spielt.

Von Benno Rougk

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