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Brandenburg/Havel Offenes Atelier: In der Artbox kommen kreative Brandenburger zusammen
Lokales Brandenburg/Havel Offenes Atelier: In der Artbox kommen kreative Brandenburger zusammen
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11:07 25.09.2019
Julian Zacharias erschafft mit Spraydosen neue Kunstwerke. Quelle: André Großmann
Brandenburg/H

Lichter fliegen durch das All, während Kugeln und Rechtecke durch die endlosen Weiten des Weltraums schwirren, wechseln Helligkeit und Finsternis ihren Einfluss. Künstler Julian Zacharias hat die Szene auf einem 1,20 Meter breiten und 80 Zentimeter hohen Leinwandbild festgehalten.

Der Brandenburger Julian Zacharias gestaltet neue Bilder und bietet Künstlern im offenen Atelier Artbox eine Plattform für ihre Kreativität.

Treffpunkt für Künstler

„Ich vertiefe mich sehr in meine Werke und verliere mich auch mal darin“, sagt er. Ein Leben ohne Kunst kann sich der 26-Jährige nicht mehr vorstellen. Er hat sich im offenen Atelier Artbox in der Großen Münzenstraße 16 einen Raum für Workshops, Ausstellungen, Gespräche und neue Bilder geschaffen.

„Ich suchte einen Platz, an dem ich auch bei schlechtem Wetter arbeiten kann und der ein Treffpunkt für Künstler ist“, sagt Zacharias. Auf 85 Quadratmetern Fläche beherbergt er Dutzende Leinwandbilder und Werkzeuge wie Spachtel, Spraydosen und Kreide. Die Artbox hat im sozialen Netzwerk Instagram mehr als 535 Abonnenten, bei Facebook sind es mehr als 220.

Im Bann der abstrakten Kunst

Die kreative Arbeit zieht ihn in seinen Bann, lässt ihn nicht mehr los, vor allem im Bereich der abstrakten Kunst. „Hier ist alles möglich, so vieles kann entstehen. Es ist schon nett, keine festen Vorgaben und Einengungen zu haben. Wir unterliegen so vielen Strukturen, wo wir uns kaum bewegen können und es ist toll einen Ort zu haben, an dem man komplett frei sein kann“, sagt Zacharias.

Im Alter von 15 Jahren begann er mit dem Malen, dabei hat ihn die Graffiti-Kunst geprägt. Seine jahrelangen Erfahrungen helfen ihm jetzt beim Einschätzen der Formen, Farben, Kontraste und beim Bildaufbau. „Ich habe soviel gelernt und das gar nicht so richtig gewusst. Dass ich Leinwände bemalen kann, hat mich dann gefesselt, da ging eine neue Tür für mich auf“, sagt er. Seine Bilder entstehen auf unterschiedliche Art und Weise.

Puzzlearbeit und Herausforderungen

Während Zacharias einige Ideen sofort verwirklicht, spielt er andererseits mit Formen und Farben, probiert, verändert Dinge und setzt Bestandteile eines Bildes wie ein Puzzle zusammen. Häufig beginnt er hierfür mit einer Grundierfarbe, malt von dunkel nach hell und arbeitet mit mehreren Ebenen und Schichten, die nacheinander aufgetragen werden.

Einzelne Elemente kratzt er mit verschiedenen Spachteln weg. Eine der größten Herausforderungen bei der künstlerischen Arbeit ist für ihn die Verwendung verschiedener Sprühdosenköpfe.

„Sie unterscheiden sich im Druckverhältnis, so kommt bei einigen Exemplaren mehr Farbe heraus“, sagt Zacharias. Dadurch kann es passieren, dass aus Versehen Farbstrukturen übersprüht werden. „Man bekommt mit der Zeit ein Gefühl dafür. Aber wenn man eine Weile unkonzentriert ist, können kleine Fehler entstehen. Es ist wichtig, bei der Arbeit locker und dennoch fokussiert zu sein“, sagt der 26-Jährige. Für ihn ist die Entstehung eines Kunstwerks die „Fertigung eines ästhetischen Gegenstandes.“

Neues Wissen für junge Künstler

Zacharias hätte sich als Jugendlicher gewünscht, einen Ansprechpartner zu haben, der ihm Tipps für die Bildgestaltung vermittelt. Jetzt möchte der Erzieher sein Wissen weitergeben und bietet die Räume für Projekte an. So können Kinder die sogenannte Kunst des Schönschreibens, die Kalligraphie erlernen und Graffitis zeichnen. Bislang stellten seit dem Start der Artbox im April vier Künstler aus, darunter Danny Prescher, er bringt mit Acrylfarbe Stars, Filme und Serien auf die Leinwand.

Kreative Tage im Industriemuseum

Aktuell arbeitet Julian Zacharias an den Artbox Creative Days, hier zeigen 15 Künstler ihre Bilder beim Kleinkunstfestival „Heimwerts“ im Industriemuseum. Gäste sehen Graffiti, Fotografie, Siebdruck und erleben beim Livepainting, wie Bilder entstehen.

Diese visuelle Performance-Kunst kann sich Zacharias auch in der Artbox vorstellen, für ihn ist das offene Atelier ein „Treffpunkt für alle Künstler mit neuen Ideen.“

Der 26-Jährige bildet sich momentan bei einem Kurs zur Porträtmalerei an der Wredowschen Zeichenschule weiter und möchte als Künstler reifen. „Mein ganzes Leben ist die Verbindung aus Kunst und Pädagogik. Ich will helfen, das Leben etwas bunter zu gestalten“, sagt Zacharias.

Künstler mit neuen Projekten können sich per E-Mail an info@artbox-brandenburg.de wenden.

Von André Großmann

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