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Brandenburg/Havel Millionenprojekt Neuendorfer Straße weiter verkauft – schon wieder
Lokales Brandenburg/Havel Millionenprojekt Neuendorfer Straße weiter verkauft – schon wieder
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17:30 18.01.2019
Besichtigung vor Ort auf der Brache im Sommer 2018: Norbert Langerwisch, Dietlind Tiemann, Lutz Bottin, Stephan Skalda (v.l.), ganz links Klaus-Peter Tiemann. Quelle: Christian Griebel
Brandenburg/H

„Ich freu mich wie ein Kullerkeks“, sagte im Sommer 2018 die Bundestagsabgeordnete Dietlind Tiemann (CDU) vor handverlesenen Gästen, als sie zusammen mit ihrem Mann Klaus-Peter Tiemann, ein paar Planern und Investoren sowie ihrem Ex-Bürgermeister Norbert Langerwisch (FW) im Staub der Brache an der Neuendorfer Straße stand. Wo Monate zuvor noch die Ruinen der Stärkefabrik standen, werde – so versprach Investor Stephan Skalda dort – ab 2019 mit dem Bau eines Rewe-Marktes begonnen. Ab 2020, so hieß es bei diesem Termin Mitte September 2018 weiter, solle mit dem Bau von 13 Wohnhäusern begonnen werden. Ursprünglich hatte es gehießen, der Bau des Centers und der Wohnblöcke laufe parallel.

Zehn Jahre Kampf und noch kein Ende

Zur Erinnerung: Das Projekt der Ansiedlung eines Edeka-Centers auf dem Gelände der stillgelegten Stärkefabrik ist fast zehn Jahre alt. Gegen den Widerstand der CDU und der damaligen Oberbürgermeisterin hatten die Fraktionschefs der SPD und der Linken, Norbert Langerwisch und Alfredo Förster, den Kampf für den Investor Isarkies aufgenommen, der das Gelände mit einem Center entwickeln wollte, das die Stadt über Jahre an dieser Stelle ablehnte.

Stephan Skalda (r.), der auch weiter in Brandenburg aktiv bleiben wird, präsentiert die Pläne für den Wohnungsbau auf dem Gelände der Stärkefabrik in der Neuendorfer Straße. Quelle: Christian Griebel

Aber Isarkies verkaufte die

Zwei Rewe-Märkte im Abstand von 400 Meter

Und plötzlich fanden alle den Riesenmarkt großartig, der in der Bevölkerung grundsätzlich gewollt wurde. Auch wenn der Betreiber nun plötzlich Rewe hieß und der nächste Rewe-Markt nur 400 Meter entfernt ist.

Mitte September 2017 startete mit der Schornsteinsprengung auf dem Gelände der alten Stärkefabrik die Beräumung des Areals. Die Vorbereitung des Baufeldes zog sich hin: Der Abriss dauerte statt der geplanten drei Monate ein Jahr. Und man hatte noch Glück, weil Norbert Langerwisch seine guten Beziehungen zum Munitionsberger Roehll spielen ließ und dann die Munitionsfreigabe viele Monate früher erfolgte als zu erwarten war.

Rewe baut selbst und ist nicht vom Verkauf betroffen

Die Baugenehmigung für den Rewe-Markt liegt mittlerweile vor. Der knapp 5.000 Quadratmeter große Bau ( 3.300 Verkaufsfläche) soll Ende 2019 fertig sein. Im März ist Baubeginn, die Handelskette baut selbst. Auf dem zwei Hektar großen Baufeld daneben sollen darüber hinaus 124 Wohnungen entstehen, die Skalda erst ab dem Frühjahr 2020 errichten wollte. Gebaut werden sie in Größen von 55 bis 177 Quadratmeter, 72 der Wohnungen sollen barrierearm sein.

Insgesamt werden 10.480 Quadratmeter Wohnfläche geschaffen. Die Investitionskosten für das Gesamtprojekt aus Handel und Wohnen sollten dem Vernehmen nach bei etwa 40 Millionen Euro liegen. Der Mietpreis der Wohnungen soll bei 10 Euro je Quadratmeter liegen, sagte Skalda im September 2018.

Notarvertrag ist unterschrieben

Ob das stimmt, wird sich zeigen. Denn seit dieser Woche ist Skalda nicht mehr Eigentümer der Fläche. Der Notarvertrag wurde in dieser Woche unterzeichnet, bestätigte Stephan Skalda entsprechende Informationen der MAZ. Nach einem Gespräch Skaldas mit Oberbürgermeister Steffen Scheller (CDU) bestätigte dieser dann auch die Information, dass es sich bei dem Käufer um das Wohnungsunternehmen von Theodor Semmelhaack handelte, der bundesweit aber auch in Potsdam und Werder sehr erfolgreich tätig ist.

Dass Skalda seit Monaten versuchte einen Investor zu finden, war, wieder dieser sagt, auch Norbert Langerwisch bekannt. Dass der Verkauf so kurz bevor stand, hingegen nicht. Im Gespräch war beispielsweise als Käufer des Projektes auch die TAG, die in Brandenburg schon Hunderte Wohnungen hat.

Noch keine Stellungnahme vom Käufer und Investor

Am Stammsitz von Semmelhaack in Elsmshorn verwies man am Donnerstagabend auf eine Stellungnahme in der kommenden Woche. Semmelhaack gilt als potenter Investor. Und glaubt man Skalda, wird der neue Besitzer auch beide Bauabschnitte – also den Markt und die 13 Wohnhäuser – parallel ab dem Frühjahr beginnen.

Die Gebühren für die Baugenehmigung müssen dem Vernehmen nach noch bezahlt werden, dann reicht die Verwaltung die Genehmigungen für die Wohnhäuser aus. Im Rathaus stimmten sich Scheller und Skalda dazu am Donnerstag ab.

Ursprünglich, so planten Förster und Langerwisch vor Jahren, sollte die Brache schon Anfang 2015 zur Bundesgartenschau mit dem Edeka-Center bebaut sein. Nun könnte Ende 2020 ein Rewe-Center dort eröffnen, wann die 124 Wohnungen fertig sein sollen, werden die nächsten Wochen zeigen. Mit Blick auf die Nachfrage nach Wohnungen in noch immer guter Lage und das lange erhoffte Verschwinden eines Schandflecks, wird es dann viele geben, die sich auch freuen wie ein Kullerkeks.

Von Benno Rougk

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