Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Brandenburg/Havel Hype um Badmómzjay: Die Zukunft des deutschen Hip-Hops kommt aus Brandenburg an der Havel
Lokales Brandenburg/Havel

Neuer Stern am Musikhimmel: Aufstrebende Rapperin Badmomzjay stammt aus Brandenburg an der Havel

Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:27 01.07.2020
Die Rapperin Badmómzjay mischt die Szene auf. Die 17-Jährige stammt aus Brandenburg an der Havel. Quelle: Screenshot/Youtube
Anzeige
Brandenburg/H

Sie ist blutjung, selbstbewusst bis in die knallroten Haarspitzen und hochtalentiert. Ihre Musikvideos knacken in Schallgeschwindigkeit die Millionenmarke. Die Rapperin Badmómzjay ist aktuell das wohl heißeste Eisen im deutschen Hip-Hop-Geschäft.

Keine Frage: Die 17-Jährige hat einen veritablen Hype. Die Zutaten dafür? Schwindelerregende Followerzahlen in den sozialen Netzwerken, ein unverkennbarer Stil – und nicht zuletzt Rapmusik auf höchstem Niveau.

Anzeige

Der Hype beginnt auf Instagram

Angefangen hat alles 2019 im heimischen Kinderzimmer – und das liegt in Brandenburg an der Havel, wo Jordan, wie die Künstlerin wirklich heißt, mit ihrer Schwester bei der Mutter aufgewachsen ist. Dort nahm sie mit dem Smartphone kleine Videoschnipsel auf, in denen sie auf bekannte Songs anderer Künstler rappte – und schraubte so ihre Followerschaft auf den Portalen Instagram und TikTok in Windeseile in die Hunderttausende.

Die Geschichte ihres Einstiegs in die Musikwelt ist insofern bemerkenswert, als dass allein diese Aufmerksamkeit im Netz genügte, um einen Plattenvertrag zu ergattern.

Die Rapperin Badmómzjay mischt mit ihren Singles die Szene auf. Die 17-Jährige stammt aus Brandenburg an der Havel. Quelle: Instagram/@badmómzjay

Denn die großen Labels rissen sich schnell um die junge Frau, die bis dato keinen einzigen eigenen Song veröffentlicht hatte. Sie erschien im Sommer 2019 lediglich als Gast auf einem Song des Schweizer Rappers Monet192 – und wirkte schon da so abgeklärt, als wäre sie seit Jahren ein Star der Branche. Die Wahl fiel letztlich auf Universal Music, wo seither alle bisherigen sechs Singles erschienen.

Mit „Zirkus“ gelingt der Durchbruch

Die sind allesamt durch die Decke gegangen. Der Song „Zirkus“ setzte zu Jahresbeginn ein erstes musikalisches Ausrufezeichen – aktuell steht der Zähler des YouTube-Videos bei knapp vier Millionen Aufrufen. Mit jedem weiteren Song stieg die Aufmerksamkeit.

Auch bei diesen Zahlen kann einem tatsächlich schwindlig werden: 346.000 Menschen folgen Badmómzjay inzwischen auf Instagram, 162.000 auf TikTok, auf Youtube sind es 115.000, Spotify notiert mehr als eine Million monatliche Hörer ihrer Songs.

Warum das so gut funktioniert? Erstens: Sie ist eine richtig gute und talentierte Rapperin, die sich mit der Kraft eines großen Labels im Rücken und blitzsauberen Produktionen erst so richtig entfalten kann. Und: Ihre künstlerische Entwicklung steht – wenig verwunderlich – mit 17 noch ganz am Anfang.

Hinzu kommt der Stil. Der geht weit über die markanten roten Haare und die extrovertierte Kleidung hinaus. Badmómzjay, die polnische Wurzeln hat und eigener Aussage zufolge bilingual aufwuchs, wechselt in ihren Texten scheinbar spielerisch zwischen Deutsch und Englisch – peinlich klingt das erstaunlicherweise nie. Sie vereint deutschen und US-amerikanischen Rap. Stilistisch – und optisch – orientiert sich Badmómzjay an den US-Megastars Nicki Minaj, Cardi B und Bhad Bhabie, die sie selbst auch immer wieder als Inspirationsquellen nennt.

Provokant, höchst selbstbewusst und ehrlich

Dabei ist Badmómzjays Musik provokant, höchst selbstbewusst und ehrlich. Die Newcomerin nimmt textlich tatsächlich kein Blatt vor den Mund. Das kommt, gepaart mit hochkarätigen Beats und der permanenten Präsenz in den sozialen Medien, offensichtlich an – vor allem bei unzähligen Mädchen und jungen Frauen, für die sich die Brandenburgerin in kürzester Zeit zu einer (Stil-)Ikone entwickelt hat. Badmómzjay trifft den Nerv der Zeit.

Und: Vor einiger Zeit teilte sie auf Instagram – wo sonst – mit, dass sie bisexuell ist. Das ist in der Hip-Hop-Welt auch 2020 tatsächlich noch eine Nachricht. Jordan selbst berichtet davon, wie viele positive Rückmeldungen sie auf ihren offenen Umgang damit immer noch erhält.

Ihre vierte Single „Move“ hielt sich Ende April/Anfang Mai vier Wochen lang in den deutschen Singlecharts und erreichte dort Platz 27. Eine Eintagsfliege dürfte die 17-Jährige indes nicht werden. Das von den Fans sehnlichst erwartete Album wird derzeit produziert und soll schon bald erscheinen. Aus Brandenburg an der Havel an die Spitze der Charts? Der Hype geht jedenfalls weiter.

Von Philip Rißling

Brandenburg an der Havel/ Mittelmark - Enkeltrick-Betrüger scheitern fünf Mal
26.06.2020