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Brandenburg/Havel Neues Leben für alte Jeans: Natalie Schramke designt nachhaltig
Lokales Brandenburg/Havel Neues Leben für alte Jeans: Natalie Schramke designt nachhaltig
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12:41 10.06.2019
Die Brandenburgerin Natalie Schramke entwirft aus alten Jeans neue Kleidungsstücke und will so ein Zeichen für Nachhaltigkeit setzen. Quelle: André Großmann
Brandenburg/H

Alte Jeans erweckt die Brandenburgerin Natalie Schramke auf 20 Quadratmetern zu neuem Leben. Die 31-Jährige entwirft in ihrem Arbeitszimmer Kleider-Prototypen aus gebrauchten Denim-Jeans, arbeitet an einer Kollektion mit asiatischen Einflüssen, designt Beutel und modische Accessoires.

Die Brandenburgerin Natalie Schramke ist Mode- und Textildesignerin und entwirft neue Mode aus gebrauchten Kleidungsstücken. So will die 31-Jährige ein Zeichen für mehr Nachhaltigkeit setzen.

Hoffnung auf mehr Nachhaltigkeit

Die Mode- und Textildesignerin nimmt eine Schablone, zeichnet, schneidet Teile aus einer Jeans und fügt sie zu einem neuen Gesamtbild zusammen. „Ich will nachhaltig handeln und verhindern, dass Ressourcen verschwendet werden. Hierfür nutze ich Kleidungsstücke, die sonst weggeschmissen werden“, sagt Schramke. Die Brandenburgerin betont, dass für die Produktion einer Baumwoll-Jeans bis zu 8000 Liter Wasser benötigt werden. Da im Land Brandenburg jeder Einwohner täglich 104,8 Liter Wasser verbraucht, entspricht dies fast dem Bedarf von 76 Tagen.

Freunde und Bekannte bittet die Havelstädterin um alte Jeans, momentan hat sie mehr als 60 Exemplare gesammelt, die sie in den nächsten Wochen verarbeitet. Kleidungsstücke mit mehreren Löchern funktioniert sie zu Teppichläufern, Sitzkissen und Behältern um. „Dabei ist jedes Stück, dass ich erschaffe ein Unikat, weil ich nie weiß, welche Hosen ich erhalte und welche Farben sie haben“, sagt die Brandenburgerin.

Wunsch nach fairer Kleidung

Natalie Schramke hofft, dass mehr Menschen über die Folgen ihres Kaufverhaltens nachdenken. „Der Markt ist leider mit günstiger Kleidung übersättigt. Als Konsument muss man sich im Klaren sein, welche Konsequenzen es hat, wenn man etwas kauft“, sagt die Brandenburgerin.

Sie macht sich vor dem Einkauf eine Checkliste, hinterfragt, was sie dringend braucht und ob sie Dinge ausleihen oder reparieren kann. Im Supermarkt nutzt Natalie Schramke Obstnetze, die sie sich aus alten Gardinen genäht hat, kauft einzelne Tomaten, Äpfel und vermeidet so Plastikmüll. Die 31-Jährige wünscht sich mehr Wertschätzung für Handarbeit, hofft, dass Billigmode in Discountern langfristig verschwindet und sich die Produktionsbedingungen für Arbeiter in Textilfabriken bessern.

Die Brandenburgerin will faire Kleidung produzieren, über Missstände informieren, Jeans vor dem Abtransport ins Müllager retten und aufklären. „Für jede Jeans, die verbrannt wird, muss eine neue hergestellt werden und ich verhindere das. Ich will versuchen, die Welt ein kleines Stückchen besser zu machen“, sagt die 31-Jährige der MAZ.

Leidenschaft seit der Kindheit

Die Mode- und Textildesignerin hat ihr Hobby zum Beruf gemacht. Als Kind nähte sie mit ihrer Mutter Sylvia und erschuf Puppenkleider, als Jugendliche zerlegte sie Jeans, um diese mit Fransen aufzupeppen. Das Experimentieren mit Kleidungsstücken fasziniert Natalie Schramke bis heute. Im Arbeitszimmer fertigt sie für ihre neue „Kaleidos“-Kollektion ein Kleid mit hellen und dunklen Blautönen aus Denim Jeans und plant langfristig ein Bild aus gesammelten Jeanslabeln zu erstellen.

An ihrem Arbeitsplatz steht eine kleine Schachtel, die das Nadelkissen und Maßband ihrer Mutter Sylvia enthält und sie täglich an ihr Vorbild erinnert. „Sie hat mir viele Werte mit auf den Weg gegeben“, sagt die Brandenburgerin, die ihre Mutter im Alter von 12 Jahren verlor und ihr bis heute dankbar ist. Sie habe ihr gezeigt, dass es nicht auf Geld, sondern Zusammenhalt und Glück ankommt.

Natalie Schramke ist es wichtig, aus ihrer Leidenschaft eine Tugend zu machen. „Für mich ist die Arbeit Selbstverwirklichung und mein Ruhepol. Ich bin kreativ wie Pippi Langstrumpf, mache die Welt bunt und wie sie mir gefällt“, sagt die Brandenburgerin.

Info: Natalie Schramke nimmt noch gebrauchte Jeans entgegen und verarbeitet diese zu neuer Mode. Wer seine Jeans nicht wegwerfen will, kann der Brandenburgerin eine Mail an info@myfairdenim.com senden.

Von André Großmann

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