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Brandenburg/Havel Neues Projekt in Schmerzke zeigt: Jeder kann musizieren
Lokales Brandenburg/Havel Neues Projekt in Schmerzke zeigt: Jeder kann musizieren
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20:33 26.10.2019
Jeder machte am Donnerstag im Schmerzker Bürgerhaus Musik wie er mochte, es wurde gesungen oder mit eigenen und angebotenen Instrumenten musiziert. Quelle: Rüdiger Böhme
Brandenburg/H

Musik hört jeder gern, aber selbst musizieren und zwar auf unterschiedliche Art, das ist für viele Menschen schon schwieriger. Diese Hemmschwelle, wie hoch sie auch immer sein mag, kann man mit Hilfe von Franziska Lagg und einem besonderen Projekt überwinden.

Die Potsdamer Musikpädagogikstudentin ist derzeit in Schmerzke, einem Ortsteil der Stadt Brandenburg/Havel, während ihres dualen Studiums in der Fliedners-Wohnstätte „Am Pfarrhaus“ im Einsatz und betreut das von der Aktion Mensch geförderte Musikprojekt. „Ich wurde zu diesem Projekt während eines Seminars in der Hochschule angeregt“, berichtet die 20-Jährige.

Gemeinsames Singen ist das Ziel eines neuen Projektes im Brandenburger Ortsteil Schmerzke. Dazu sind alle Interessierten eingeladen. Das Interesse bei der ersten Veranstaltung war riesig.

Dabei sei sie auf eine besondere Versorgungslücke gestoßen: „Es gibt bei uns viele Angebote, um Musik machen zu können – diese richten sich aber eher an die Jüngeren, also Kinder und Jugendliche. Oder es Angebote für Menschen mit einschlägigen Erfahrungen.“ Mit dem neuen Projekt soll Laien aus allen Altersgruppen der Zugang zur Musik und dem Selbermachen erleichtert werden.

Sie hatte am Donnerstagabend erstmals in das Schmerzker Bürgerhaus eingeladen und gut 20 Interessierte aus den unterschiedlichsten Altersgruppen waren gekommen – größtenteils aus Schmerzke. Sicher überwog bei den Interessierten die Neugier. Sie wollten wissen, was es mit dem Projekt „Musik hier & jetzt“, wie Franziska Lagg ihre Veranstaltung nennt, auf sicht hat.

Hemmschwelle überwinden

Um ihren Besuchern den Schritt über die Hemmschwelle zu erleichtern, begann die Studentin mit einem lockeren Kreis und dem Anstimmen eines afrikanischen Begrüßungsliedes. Dabei löste sich spürbar die Anspannung. Nach der Runde kristallisierte sich heraus, wer welche Musikrichtung mehr mag, wer früher musiziert hat oder heute Musik macht. Dann ging es an die Instrumente.

Mancher Besucher hatte eigene Instrumente mitgebracht. Aus Plaue war Heiner Dröse nach Schmerzke gekommen. „Bei uns in Plaue gibt es einen Musikstammtisch – deshalb war ich neugierig zu sehen, wie es hier gemacht wird.“ Er finde es toll, „wenn man sich trifft, um gemeinsam zu musizieren“. Von solchen Projekten, meint Heiner Dröse, könne es nicht genug geben.

Sich einmal ausprobieren

Mara und Laura, zwei neunjährige Freundinnen, ließen sich den Auftakt nicht entgehen. „Wir wollen uns mal ausprobieren, machen aber schon Musik“, berichteten sie. Derweil führen sie die mitgebrachten Instrumente vor. Mal versuchen, ob er sich doch wieder der Musik widmet, das war es, was Max Nothelfer am Donnerstag ins Bürgerhaus führte.

Franziska Lagg ließ die Gruppe das Lied „Ein Kompliment“ der Sportfreunde Stiller anstimmen. Jeder Besucher beteiligte sich, wie er es konnte oder wollte. Es wurde gesungen oder ein Instrument zur Hand genommen und mit eingestimmt. Schon hier zeigte sich, das mancher ganz gut im Musizieren ist, der es vielleicht nicht gedacht hätte.

Keinen Termin verpassen

Um die Arbeit der jungen Studentin zu unterstützen, war Helga Radtke am Donnerstagabend dabei. „Ich helfe gern, wenn jemand etwas anpackt und finde gerade diese Idee gut. Ich habe mich auch schon eingeschrieben, damit ich den nächsten Termin nicht verpasse“, sagt die 78-Jährige.

Franziska Lagg war am Ende der Veranstaltung mit der Resonanz sehr zufrieden. „Ich hätte nicht gedacht, dass wir doch so viele werden.“ Sie hoffe, dass das Interesse anhält und auch die nächsten Termine immer wieder jemand dazu kommt.“ Die nächste Gelegenheit soll es voraussichtlich in etwa Wochen geben, wahrscheinlich wieder an einem Donnerstagabend. Franziska Lagg möchte das Projekt regelmäßig anbieten.

Der nächste Abend

Wer den Termin erfahren möchte, schaut entweder am Bürgerhaus in den Info-Kasten oder fragt bei Franziska Lagg per Email an unter musik-in-schmerzke@gmx.de

Von Rüdiger Böhme

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