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Brandenburg/Havel Neues Schiff weckt in Brandenburg Vorfreude auf Dampferfahrten
Lokales Brandenburg/Havel Neues Schiff weckt in Brandenburg Vorfreude auf Dampferfahrten
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12:43 26.04.2020
Das neue Fahrgastschiff „Fritze B." der Reederei Nordstern auf dem Weg durch den Domstreng zur Havel. Quelle: Heiko Hesse
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Brandenburg/H

Flach liegt sie im Wasser, die elegante „Fritze B.“. Ruhig wendet der Schiffsführer das Fahrgastschiff im Kessel vor der Burgmühle und lässt es kaum hörbar durch den Domstreng zur Havel gleiten. Es ist die Probefahrt des neuen Schiffes – und sie ist gelungen. sagt Eigner Lars Jahnke.

Mit dem Fahrgastschiff (FGS) „Fritze B.“ will die Brandenburger Reederei Nordstern ab diesem Jahr auf Tour gehen – wenn Dampfertouren nach Fahrplan und Chartertouren wieder gestattet sind. Sobald die Einschränkungen aufgrund der Corona-Pandemie aufgehoben werden, „legen wir los“, betont Jahnke.

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Noch gebe es allerdings kein Zeichen, wann es für die Fahrgastschiffe wieder beginnen kann. „Es ist, als würde unsere Branche unter den Teppich gekehrt“, bedauert der Reederei-Besitzer. Dabei sei er mit dem neuen Schiff sehr gut in der Lage, eine gewisse Zahl von Fahrgästen so zu platzieren, dass sie genügend Abstand einhalten. „Wenn man bald Gottesdienste und Veranstaltungen mit maximal 50 Menschen genehmigt, könnten wir eigentlich auch Fahrgäste befördern“, meint Jahnke.

Anlegen hat überall geklappt

Die Tour am Samstag, die etwa am Salzhof und am Domstreng für Aufsehen sorgte, „war unsere Probefahrt mit dem neuen Schiff“. Es galt auszuprobieren, „ob wir an den verschiedenen Stellen gut anlegen können“. Und? „Es hat überall geklappt“, versichert Jahnke.

Die „Fritze B.“ ersetze die „Pegasus“. Bei der „Pegasus“ habe oft der Platz auf dem Oberdeck nicht gereicht. „Im vorigen Jahr gab es manche Tagesgäste, die wieder gegangen sind, weil es oben zu eng war“, berichtet Jahnke. Die „Pegasus“ bot 50 Oberdecksplätze, die „Fritze B.“ mehr als die doppelte Zahl. Da er nicht zwei große Schiffe benötige, wolle er die „Pegasus“ verkaufen. Derzeit sei es allerdings schwer, einen Käufer zu finden. Zur Nordstern-Flotte gehören außerdem die kleineren FGS „Sirius“ und „Navette“.

Reederei vor zwei Jahren übernommen

Vor zwei Jahren hatte Jahnke die Nordstern-Reederei von Kerstin und Lothar Bischoff übernommen. Das Geschäft lief gut an. Die vergangene Saison habe ihn zufrieden gestellt – sowohl in Bezug auf die Tagesfahrten nach Fahrplan als auch die Spezialtouren, zum Beispiel das Kriminaldinner an Bord. „Gelohnt hat es sich auch, dass wir die Saison bis kurz vor Weihnachten verlängert haben“, sagt Jahnke. „Unsere Gänsekeulen-Tour lief gut.“

Das neue Fahrgastschiff „Fritze B." wendet im Kessel vor der Burgmühle. Quelle: Heiko Hesse

Das Schiff, das heute „Fritze B.“ heißt, ist 1995 in Aken an der Elbe (Sachsen-Anhalt) gebaut. In diesem Jahr übernahm es die Brandenburger Reederei und gab ihm in Erinnerung an das Brandenburger Original Friedrich „Fritze“ Bollmann (1852-1901) den Namen mit Lokalkolorit. Zuvor war das Schiff auf Fulda und Weser unterwegs.

Das Schiff verfügt nach Nordstern-Angaben über etwa 100 Innenplätze und 140 Oberdecksplätze, davon gut 40 überdachte Plätze. Das Schiff ist 30 Meter lang, 6,40 Meter breit und hat einen Tiefgang von 60 Zentimetern. Angetrieben wird die „Fritze B.“ von zwei Volvo-Penta-Turbodiesel-Motoren. Jeder hat eine Leistung von 165 PS.

Von Heiko Hesse

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