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Brandenburg/Havel Nike Schenkl versöhnt Kunst und Handwerk
Lokales Brandenburg/Havel Nike Schenkl versöhnt Kunst und Handwerk
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07:16 28.10.2017
Nike Schenkl in ihrem Atelier in Kirchmöser, in dem sie ihre Modefotos von den Laufstegen in Paris und Mailand aufbewahrt. Quelle: Jast
Kirchmöser

Hund, Vierfüßlerstand oder Shaskankasana. Nike Schenkl weiß wovon sie zeichnet. Jeden Tag praktiziert die in Kirchmöser lebende Frau ihr Yoga. Scheinbar mühelos übertragt sie die Körperspannung, die jede einzelne Übung erfordert, auf Papier. Die Modezeichnerin, Illustratorin, Grafikerin, Fotografin und Malerin hat auch mit 77 Jahren Stift und Pinsel längst nicht aus der Hand gelegt. Noch immer bestreitet sie ihren Lebensunterhalt mit ihrer Kunst und handwerklichen Können. Regelmäßig illustriert sie die neuen Bücher ihrer Freundin, der Yoga-Lehrerin Anna Trökes.

Das Leben von Nike Schenkl besteht zu guten Teilen aus Abwechslung und Veränderung. Das begann im Alter von drei Jahren, als die Mutter 1943 ihrer Liebe nach Brandenburg folgte.

Die gebürtige Magdeburgerin wurde also Brandenburgerin und blieb es bis zum 14. Lebensjahr, als Mutter und Tochter sich mit Fahrrad und S-Bahn über Potsdam nach Berlin absetzten. Fritze Schenkl lebte da nicht mehr, in den letzten Kriegstagen war er an seinem Arbeitsplatz bei Arado überfahren worden.

„Mein Vater hat mich zum Malen gebracht“, erzählt die Künstlerin. Schon als Kind zeichnete Nike Schenkl liebend gern. Ihre Mutter war Schneidermeisterin, so dass das Mädchen früh auf Modeheftchen stieß. „Die Zeichnungen fand ich toll, für mich stand fest: Ich will Modezeichnerin werden“, erzählt sie.

Nach ihrer Lehrzeit als Näherin in Hamburg mit Bestnote erfüllte sich die junge Frau am neuen Wohnort in Krefeld an der Textilingenieurschule den Berufswunsch. Vor 60 Jahren qualifizierte sich dort zur Modezeichnerin. Anschließend studierte sie Ende der 50-er Jahre mit Markus Lüpertz Gebrauchsgrafik an der Werkkunstschule Krefeld.

Auch wenn ihr die erste Stelle in einer kleinen Krefelder Werbeagentur Spaß machte, folgte sie doch ihrer Liebe nach Kiel. Ihre 1964 geborene Tochter musste Nike Schenkl allerdings allein erziehen. Zeitweise jobbte die junge Mutter im Hotel oder als Kellnerin. Mehrere Jahre lang verdiente sie ihr Geld als Wand-Dekomalerin, später als Innenausstatterin bei Karstadt. Nebenher lieferte sie in Nachtarbeit Illustrationen für Zeitschriften.

Viele alte Arbeiten hat Nike Schenkl inzwischen aussortiert, doch ihre alten Modezeichnungen füllen noch immer ganze Aktenordner. Darin aufbewahrt sind auch die Zeugen der vermutlich aufregendesten Zeit im Leben der Vielseitigen. Denn 1975 hörte sie bei Karstadt auf und entwickelte als Freiberuflerin ihre Liebe zu Kamera und bunter Modewelt.

Erste Station waren ausgerechnet die Laufstege von Paris, die Haute Couture also. Erst als Pressezeichnerin, später als Fotografin mit Pentax und 300-er Objektiv. Fünf Jahre später folgte Mailand, Armani, Versace, Jil Sander. „1975 hockten nicht mehr als 15 Fotografen neben den Laufstegen“, erinnert sich Nike Schenkl. Sie fotografierte Mode und Models für Zeitungen und Zeitschriften, für Welt, Vogue und Prisma. „Reich geworden bin ich nicht, aber es hat mir unglaublich viel Spaß gemacht“, versichert die quirlige Nicht-Rentnerin.

Unzählige von ihr illustrierte Schminktipps und Gymnastikübungen wurden in Frauenzeitschriften wie Freundin, Petra und Karina veröffentlicht. Lidstriche und Lippen hat Nike Schenkl gezeichnet für Kosmetikprodukte von Clarins, Dior, Elisabeth Arden, Marbert und Shiseido, sie hat mit wenigen Federstrichen Kartons gestaltet und den Stoffen von Bayer, Hoechst und Dupont künstlerische Klasse verliehen. Auch die Pralinenschachtel „Kleiner Dank“ von Lindt hat Nike Schenkl einst blumenzart verziert.

In den späten 80-er Jahren entdeckte sie die Malerei für sich und vor einigen Jahren dann ihre preußische Zeichenader. Doch blieben die Porträts der Hohenzollern und ihrer Frauen trotz aller Bemühungen kommerziell erfolglos.

Vor 18 Jahren ist Nike Schenkl zurückgekehrt in den Osten des Landes: 1999 erst nach Caputh, 2008 nach Kirchmöser. Welche räumlichen und künstlerischen Stationen sie noch meistern will, lässt sie bei einer guten Tasse Tee offen.

Von Jürgen Lauterbach

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