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Brandenburg/Havel Bürgermeister von Magnitogorsk: „Wir stehen zusammen“
Lokales Brandenburg/Havel Bürgermeister von Magnitogorsk: „Wir stehen zusammen“
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15:31 16.05.2019
Sergej Berdnikov ist Oberbürgermeister der Partnerstadt Magnitogorsk und zu Besuch in Brandenburg an der Havel. Quelle: Rüdiger Böhme
Brandenburg/H

Sergej Nikolajewitsch Berdnikov (56) ist seit zweieinhalb Jahren Oberbürgermeister der russischen Partnerstadt Magnitogorsk. Zuvor saß er sieben Jahre lang im Stadtparlament, die letzten beiden Jahre davon als dessen Vize-Vorsitzender.

MAZ: Herr Berdnikov, wie beurteilen Sie den derzeitigen Stand der Städtepartnerschaft zwischen Brandenburg an der Havel und Magnitogorsk?

Berdnikov: Ich denke, es ist eine sehr gute und richtige Entscheidung gewesen, die Partnerschaft ist auf einem guten Stand. Darüber bin ich froh.

Bei allem Respekt, haben die Ereignisse um die
Explosion am vergangenen Silvester
in einem Wohnhaus in ihrer Stadt mit 26 zerstörten Wohnungen und 39 Toten, die beiden Städte enger zusammen geschweißt?

Ich würde das traurige Geschehen nicht in den Vordergrund stellen. Insgesamt gesehen hat es uns gezeigt, dass wir zusammenstehen bei solchen Ereignissen. Brandenburg an der Havel war die erste Stadt, die sich bei uns gemeldet und ihr Beileid ausgedrückt hat. Oberbürgermeister Scheller war der allererste Kollege, der bei mir angerufen und Hilfe angeboten hat. Das war ein starkes Zeichen.

Russische Runde Sergej Berdnikov aus Magnitogorsk (2. von rechts) mit Cathrin und André Plotnikow sowie Waldemar Bauer (rechts). Quelle: Rüdiger Böhme

Herr Scheller hat in seiner Rede zum Sommerempfang auch hervorgehoben, dass die Verbindung durch den regen Kontakt zwischen dem Brecht-Gymnasium und der Schule 67 über Jahre hinweg am Leben gehalten wurde. Wie soll die Partnerschaft ausgebaut werden?

Wir haben beim Essen darüber geredet. Neben den Verbindungen zwischen den beiden Schulen, die man auch auf andere ausdehnen kann, denke ich, dass wir auf ökonomischem Gebiet mehr zusammenarbeiten können.

Sie sind das erste Mal in der Havelstadt, welchen Eindruck nehmen Sie mit?

Ich bin nicht das erste Mal in Deutschland, aber das erste Mal in Brandenburg. Ich konnte erleben, wie die Stadt so tickt. Es gibt nicht so viel Hektik und Stress, das Leben ist etwas langsamer als in einer Großstadt. Das ist sehr angenehm.

Übersetzung: Cathrin Plotnikow

Stahl und Musik

Genau 30 Jahre alt ist die Städtepartnerschaft, die am 27. April 1989 in Brandenburg an der Havel besiegelt wurde.

Ausgangspunkt dafür war die letzte Auslandsreise des DDR-Staatschefs Erich Honecker, der nach Magnitogorsk von einem Stahlarbeiter eingeladen worden war, weil dieser herausgefunden hatte, dass Honecker in jungen Jahren für einige Monate inkognito beim Aufbau des Metallurgischen Kombinates in Magnitogorsk geholfen hat.

Scheller und Berdnikov haben nun vereinbart, zu prüfen, ob weitere Schulen in beiden Städten Beziehungen zueinander pflegen können.

Der Gast aus dem Ural zeigte sich zudem sehr interessiert am Öffentlichen Personennahverkehr, zeigte sich erstaunt darüber, dass hier die Straßenbahnen trotz ihres hohen Alters von teilweise mehr als 30 Jahren noch so gut in Schuss sind.

Beide Städte verbindet auch die Tradition der Stahlproduktion, nur mit dem Unterschied, dass hier zwei Millionen Tonnen Stahl im Jahr, in Magnitogorsk hingegen bis zu 15 Millionen Tonnen Stahl produziert werden. Riva-Vertreter hätten positiv auf einen Vorstoß von Scheller reagiert, Kontakte nach Russland aufzunehmen.

Nicht zuletzt soll es auch kulturellen Austausch geben. „Musik verbindet auch über die Sprachbarriere hinweg. Vielleicht fahren wir ja mal mit den Symphonikern oder dem Ensemble Jacaranda dahin“, stellt Scheller in Aussicht.

Von André Wirsing

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