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Brandenburg/Havel Opfer der Messerattacke außer Lebensgefahr: Mordkommission ermittelt
Lokales Brandenburg/Havel Opfer der Messerattacke außer Lebensgefahr: Mordkommission ermittelt
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17:50 25.09.2019
Kriminaltechniker der Polizei sichern am Mittwoch Spuren in der Tatortwohnung. Quelle: Jürgen Lauterbach
Brandenburg/H

Am Tag danach sind die Kriminaltechniker der Brandenburger Polizei angerückt in der Neuendorfer Straße in Brandenburg an der Havel. Dort hat sich einmal mehr ein Verbrechen abgespielt. Ein 23 Jahre alter Brandenburger wurde am Dienstagabend in seiner Wohnung mit einem Messer schwer verletzt.

Nach derzeitigem Erkenntnisstand der Polizei sind die Verletzungen zwar schwer. Doch soll nach der nächtlichen Notoperation im städtischen Klinikum keine Lebensgefahr mehr bestehen.

Messerstecher mit Basecap

Polizei und Staatsanwaltschaft Potsdam haben an diesem Mittwoch bekannt gegeben, dass die Mordkommission bei der Kripo in Potsdam wegen eines versuchten Tötungsdeliktes ermittelt. Unbestätigt bleiben Informationen, das Opfer sei in die Brust gestochen worden.

Als Tatwaffe nennen die Behörden ein Messer. Der gesuchte Messerstecher, nachdem die Polizei mit einem Zeugenaufruf fahndet, war dunkel gekleidet und trug ein Basecap. Er sei nach der Tat geflüchtet.

Nähere Angaben machen die Ermittlungsbehörden mit Rücksicht auf die gerade angelaufenen Ermittlungen nicht, wie eine Polizeisprecherin sagt.

Mindestens zu dritt am Tatort

Als sehr wahrscheinlich kann aber gelten, dass sich am Mittwochabend mindestens drei Menschen zur fraglichen Uhrzeit gegen 19.50 Uhr in oder nahe der Wohnung des Opfers aufgehalten haben: Der unbekannte Täter, der niedergestochene junge Mann und der Zeuge, der kurz nach der Tat den Notruf abgesetzt hat und den Messerstecher flüchten sah.

Fragen, ob der Messerangriff mit Drogenkriminalität oder Prostitution in Verbindung stehen könnte, möchten die Ermittler derzeit nicht beantworten.

Lange Zeit logierten Prostituierte im Haus

Einige Wohnungen in dem Haus, das sich an der Ecke zur Wilhelm-Weitling-Straße befindet, war über Jahre hinweg von Prostituierten bewohnt. Zum Ärgernis mancher Nachbarn gingen daher Freier ein und aus.

In die Schlagzeilen geriet das Eckhaus vor mehr als fünf Jahren. Im Februar 2014 nahmen Polizeibeamte dort in einer Wohnung zwei Rumäninnen fest, von denen zumindest eine zu einer Schleuserbande gehörte.

Der 31 Jahre alten Prostituierten wurde seinerzeit vorgeworfen, mithilfe von Komplizen zwei Landmänner aus Rumänien in die Wohnung gelockt und dort eingesperrt zu haben.

Gekidnappt und in Frauenkleider gesteckt

Die gekidnappten Rumänen mussten Frauenkleider tragen, sich schminken und am ganzen Körper rasieren. Denn sie wurden vorbereitet für Freier, die auf männliche Prostituierte stehen.

Das Amtsgericht Brandenburg/Havel verurteilte die in Rede stehende Frau im gleichen Jahr zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren und vier Monaten wegen versuchten Menschenhandelszum Zwecke der sexuellen Ausbeutung sowie wegen Freiheitsberaubung und Nötigung.

Veränderungen nach Eigentümerwechsel

Das Haus in der Neuendorfer Straße mit den verhältnismäßig günstigen Mieten hat sich zuletzt nach einem Eigentümerwechsel verändert.

„Die Nutten sind seit ein, zwei Jahren verschwunden“, berichtet eine Mieterin. Somit ist ein solcher Hintergrund bei dem aktuellen Verbrechen wenig wahrscheinlich.

Das Opfer ist Deutscher. Er ist dem einen oder anderen Nachbarn als lockerer, freundlicher junger Mann bekannt. Er wohnt allein, für ihn ist es die erste eigene Wohnung. Eingeschrieben ist er – soweit bekannt – als Student der Technischen Hochschule Brandenburg (THB).

Spurensicherung und Zeugensuche

Die Polizei setzt ihre Ermittlungen fort. Am Mittwoch hat ein Team von Kriminaltechnikern Spuren in der Tatort-Wohnung gesichert.

Die Ermittler hoffen, dass Zeugen weitere Angaben machen können, vor allem zu dem gesuchten Täter. Hinweise nimmt die Polizei in Potsdam entgegen unter 03 31/5 50 80.

Von Jürgen Lauterbach

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