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Brandenburg/Havel Ortsbeirat akzeptiert junge Flüchtlinge
Lokales Brandenburg/Havel Ortsbeirat akzeptiert junge Flüchtlinge
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17:18 23.01.2017
Mario Gose (hier mit der SPD-Landtagsabgeordneten Barbara Hackenschmidt) gelang es, im Götzer Flüchtlingsstreit zu vermitteln. Quelle: JACQUELINE STEINER
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Götz

Die minderjährigen Flüchtlinge in Götz dürfen bleiben. Das ist das Resultat einer Krisensitzung mit dem Ortsbeirat, Bürgermeister Reth Kalsow (CDU) und Vertretern der Landkreisverwaltung. Der Protest des Ortsbeirates gegen die jungen Menschen ist verklungen. Das bestätigte auch Ortsbeiratsmitglied Wolfgang Schultz (SPD). Damit endete die Krisensitzung ohne Krise und mit einer friedlichen Lösung.

Dazu hat wohl auch Mario Gose beigetragen, der seit mehr als einem Jahr das Heim für minderjährige Flüchtlinge in Lehnin leitet. Er machte klar, dass es in Lehnin kaum Schwierigkeiten mit den Flüchtlingen gebe, die ohne ihre Eltern oder andere Verwandte allein in Deutschland angekommen sind. „Es ist wichtig, die Gemeindevertretung und Ortsbeiräte früh mit ins Boot zu holen, damit Ängste und Vorbehalte ausgeräumt werden“, sagte Gose am Montag der MAZ.

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Ortsbeirat wollte Flüchtlingsfamilien im Ort haben statt Minderjähriger

Im Dezember hatte der Götzer Ortsbeirat noch seinen Unmut über die minderjährigen Flüchtlinge in ihrem Ort kundgetan und dafür auf der jüngsten Gemeinderatssitzung für eine heftige Debatte gesorgt. Ortsvorsteher Detlef Lemke (Götzer Wählerliste) sprach von dem Wunsch des Beirates, dass statt der Jugendlichen wieder Flüchtlingsfamilien in dem 1300-Einwohner-Ort untergebracht werden sollen. Bis Mitte November hatten in Götz Flüchtlingsfamilien gewohnt; diese mussten dann jedoch in die Lehniner Wohneinrichtung umziehen. In jener schlug Sitzung Kalsow ein Treffen mit Vertretern der Kreisverwaltung vorgeschlagen, die für die Unterbringung der Flüchtlinge zuständig ist.

Betreut werden die Minderjährigen wie gleichaltrige Deutsche, die ohne Eltern in Wohngruppen leben. Das regelt das Jugendhilfegesetz. Die Mitarbeiter des Landkreises machten schon zu Beginn des Gespräches deutlich, dass die Jugendlichen aus den Krisen- und Kriegsgebieten in Götz bleiben werden. Eine Aussage, wie lange, konnte nicht getroffen werden, sagte Kalsow. Das hänge vom weiteren Zustrom von Menschen aus den Konfliktländern ab.

Aufruf zu Spenden für junge Geflüchtete

Zwei Vertreter der Götzer Flüchtlingshilfe nahmen am Gespräch teil. Künftig sollen 20 Flüchtlinge im Alter zwischen 14 und 17 Jahren im früheren Götzer Landgasthof leben. Zur Seite stehen ihnen rund um die Uhr je zwei Sozialpädagogen. Das regelt so das Jugendhilfegesetz, das auch für deutsche Minderjährige in Wohngruppen gilt. Derzeit sind in der Einrichtung 17 Jugendliche untergebracht. Betrieben wird diese vom Arbeits- und Ausbildungsförderverein Potsdam-Mittelmark.

Dass Frieden eingekehrt ist, zeigt auch der Aufruf des Ortsbeirates, den Neuankömmlingen warme Kleidung zu spenden. Auch die Handwerkskammer Potsdam hat ihre Unterstützung zugesagt. So sollen die Jugendlichen bald an Kursen teilnehmen können. „Das ist richtig gut“, sagt Schultz. Derzeit lernen die jungen Geflüchteten in Lehnin Deutsch.

Schultz nennt das Gespräch „kameradschaftlich“. Nach Angaben Kalsows soll es nun regelmäßig derartige „Runden geben, um die beteiligten Personen rechtzeitig über aktuelle Themen oder Veränderungen zu informieren“.

Von Marion von Imhoff

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