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Brandenburg/Havel SPD kürt Kandidaten – schlechtes Ergebnis für Förster
Lokales Brandenburg/Havel SPD kürt Kandidaten – schlechtes Ergebnis für Förster
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13:14 24.02.2019
Die Spitzenkandidaten sind Britta Kornmesser und Christopher Jahn im Wahlkreis 1, Ralf Holzschuher (nicht im Bild) und Nicole Näther im Wahlkreis 2 sowie Werner Jumpertz und Carsten Eichmüller im Wahlkreis 3 (v. li.). Quelle: Rüdiger Böhme
Brandenburg/H

Der SPD-Unterbezirk Brandenburg an der Havel hat am Samstag im Technologie- und Gründerzentrum die Kandidaten für die Kommunalwahl am 26. Mai gewählt. Sämtliche um einen Listenplatz kandidierenden Männer und Frauen erhielten die nötige Mehrheit. Das schlechteste Ergebnis fuhr der frühere Linkenchef Alfredo Förster ein.

Unterbezirkschef Werner Jumpertz nannte die Versammlung insgesamt „harmonisch. Niemand wurde beschädigt, alle wurden mitgenommen“. Die SPD strebt das Ergebnis der Wahlen von 2014 an mit zwölf Sitzen. „Das ist durchaus realistisch“, so Jumpertz. „Wenn wir 14 gewinnen, ist das auch schön.“

Fraktionschefin Britta Kornmesser griff die CDU scharf an und wirft dieser „arrogantes Auftreten und destruktives Verhalten“ vor. In die gleiche Kerbe schlugen weitere Redner. Während der viereinhalbstündigen Versammlung mit 48 Mitgliedern nannte die SPD ihre Eckpfeiler in der künftigen Legislaturperiode.

Fraktionschefin Britta Kornmesser auf dem Parteitag der SPD. Quelle: Rüdiger Böhme

Ziele für Kornmesser sind Überführung der Bahnübergänge in Wust und auf der Scholle, Autobahnanschluss für Kirchmöser und mehr Bürgerbeteiligung und Einbeziehung der Jugendlichen bei Entscheidungen junge Leute betreffend.

Lückenschluss in der Innenstadt durch Wohnbebauung sei sinnvoller als das Bebauen von Spargelfeldern an der Brielower Landstraße. Daniel Keip sprach sich für die Stärkung Hohenstückens als Baugebiet auch für Einfamilienhäuser aus.

Bildungscampus in Bahnhofsnähe

Bildungsausschuss-Vorsitzender Udo Geiseler plädiert angesichts steigender Schülerzahlen für eine Erweiterung des von-Saldern-Gymnasiums, einen neuen Bildungscampus mit Grund- und Oberschule in Bahnhofsnähe und Stärkung der Oberstufenzentren.

Sorge bereitet der SPD die niedrige Wahlbeteiligung bei den Wahlen 2014, die in Brandenburg bei 36 Prozent lag.

Parteichef der SPD in Brandenburg an der Havel, Werner Jumpertz. Quelle: Rüdiger Böhme

Jumpertz plädiert für ein Zentrum für Start-Ups neben der Technischen Hochschule. Deren Bekanntheitsgrad müsse erhöht werden. Zudem gebe es zuwenig Gewerbeflächen in Autobahnnähe. In Kirchmösers Entwicklung als Wirtschaftsstandort seien 80 Millionen Euro geflossen, doch es „dümpelt vor sich hin“.

Hanswalter Werner will wieder in SVV

Im Mittelpunkt des Parteitages stand die Kandidatenkür: Im Wahlkreis 1 mit Altstadt, Nord, Walzwerksiedlung, Neuendorf und Quenz tritt auf Listenplatz 1 die SPD-Fraktionschefin Britta Kornmesser an.

Sie erhielt 45 Ja- und zwei Nein-Stimmen. Auf Listenplatz 2 folgt Christopher Jahn, danach Anja Weinkauf und Daniel Keip auf Platz 5.

Udo Geiseler tritt für die SPD für das Amt des Ortsvorstehers in Plaue an. Quelle: Rüdiger Böhme

Der Wahlkreis 2 umfasst die Stadtteile Neustadt und Dom und die Ortsteile Klein Kreutz, Saaringen, Gollwitz und Wust. Dort tritt auf Listenplatz 1 Ralf Holzschuher an. Ihm folgen auf den weiteren vorderen Listenplätzen Nicole Näther, Hanswalter Werner und Marianne Rehda.

Für Hanswalter Werner ist es ein Wiedereinstieg in die Kommunalpolitik. Der frühere langjährige Leiter des von Saldern-Gymnasiums war bereits früher Mitglied in der Stadtverordnetenversammlung (SVV). Er engagierte sich für die Bürgerinitiative Packhof, die erfolgreich gegen eine Hotel-Bebauung des Areals kämpfte.

Appell des Generalsekretärs

Der Wahlkreis 3 mit Hohenstücken, Görden, Plaue, Kirchmöser und Mahlenzien tritt auf dem Spitzenlistenplatz der Unterbezirksvorsitzende Jumpertz an. Auf Listenplatz zwei folgt Carsten Eichmüller, auf Platz 3 Lieselotte Martius und auf Platz vier Alfredo Förster.

Der umstrittene frühere Chef der Linken erhielt das schlechteste Ergebnis der Kreiswahlkonferenz: 26 Mitglieder votierten für ihn und 18 gegen ihn bei drei Enthaltungen.

Im TGZ traf sich am Samstag die SPD der Havelstadt zum Unterbezirksparteitag und zur Kreiswahlkonferenz, wo sie ihre Kandidaten für die Wahlkreise aufstellten. Quelle: Rüdiger Böhme

Ursprünglich sollte Förster auf den Listenplatz vor Martius kommen. Erik Stohn, der Generalsekretär der SPD Brandenburg, habe jedoch Druck gemacht: Die Geschlechterparität sei auf den Wahllisten nicht eingehalten. „Er hat mich aufgefordert bis Samstag dafür zu sorgen, dass sich das ändert“, sagt Jumpertz.

Mehr als ein Tausch der Listenplätze von Förster und Martius kam dabei aber nicht heraus. Er habe versucht, den Frauenanteil noch zu erhöhen durch Gespräche. Dies jedoch misslang. Für die SPD treten 41 Männer und 15 Frauen an. Damit liegt der Frauenanteil bei 27 Prozent.

Die SPD will in vier Brandenburger Ortsteilen für den Ortsvorsteher kandidieren. Dafür treten Karsten Eichmüller für Kirchmöser, Nicole Näther für Gollwitz, Udo Geiseler für Plaue und Paul Wenzel für Klein Kreutz an (v. li.). Quelle: Rüdiger Böhme

Auch die Ortsbeiräte und Ortsvorsteher werden am 26. Mai gewählt. Für Gollwitz tritt erneut die 48-jährige Verwaltungsfachwirtin Nicole Näther an, für Plaue kandiert erstmals als möglicher Nachfolger von Liselotte Martius als Ortsvorsteher Udo Geiseler. Er ist 52 Jahre alt und Lehrer.

Für Klein Kreutz kandidiert als Parteiloser Paul Wenzel. Der 41-Jährige ist Wachdienstführer in der Polizeiwache Bad Belzig. In Kirchmöser bewirbt sich der 1. Polizeihauptkommissar Carsten Eichmüller um das Amt des Ortsvorstehers.

Auf die Landesdelegiertenkonferenz im Frühjahr schickt der Unterbezirk Holzschuher, Kornmesser und Jumpertz.

Von Marion von Imhoff

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