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Brandenburg/Havel Pflegediskussion mit Bundesfamilienministerin Franziska Giffey
Lokales Brandenburg/Havel Pflegediskussion mit Bundesfamilienministerin Franziska Giffey
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01:16 15.04.2019
Der Geschäftsführer des Brandenburger Pflegedienstes Percurana Christian Schallert spricht mit Moderatorin Daniela Wiesler-Schnalke (links) und Bundesfamilienministerin Franziska Giffey. Er fordert einen flächendeckenden Tarifvertrag für Pflegefachkräfte. Quelle: André Großmann
Brandenburg/H

Probleme in der Pflege sind für Hanna Schmidt allgegenwärtig. Die 29-Jährige ist aus Berlin angereist, um die Worte der Familienministerin Franziska Giffey (SPD) im interkulturellen Zentrum „Gertrud von Saldern“ zu hören. „Wir haben in der Pflege nicht mehr fünf vor Zwölf, sondern 13 Uhr“, sagt Schmidt, die sich bessere Bedingungen für Pflegefachkräfte und pflegende Angehörige wünscht.

Das Thema „Pflege und Beruf in Einklang bringen-Was bewegt Sie?“ wurde vor mehr als 50 Gästen im Interkulturellen Zentrum „Gertrud von Saldern“ diskutiert.

Tarifvertrag gegen den Fachkräftemangel

Giffey betont, wie wichtig es sei, dass letztere nicht verarmen und will finanzielle Unterstützungen prüfen. Ein weiteres Ziel ist für die Ministerin ein flächendeckender Tarifvertrag in der Pflegebranche. „Das ist die einzige Lösung, wie wir den Fachkräftemangel in den Griff kriegen“, sagt die 40-Jährige weiter. Junge Leute sollten sich laut Giffey nicht fragen müssen, ob sie es sich leisten können, Pflegefachkraft zu werden.

Wichtig sei hingegen eine anständige, tarifgebundene Ausbildungsvergütung von ungefähr 1000 Euro im Monat. Sie bezeichnete es als „absurd“, dass einige Auszubildende in Pflegeberufen momentan noch Schulgeld zahlen müssen. Giffey empfiehlt, dass Pfleger gesellschaftlich mehr Anerkennung und bessere Arbeitsbedingungen erhalten sollen. „Wenn wir weiter nur jammern, wie schlimm und schlecht alles ist, werden wir auch keine Leute finden“, sagt sie weiter.

Auch Christian Schallert, Geschäftsführer des Brandenburger Pflegedienstes Percurana ergreift das Mikrofon. Er betont, dass es selbst mit der Auszeichnung „Familienfreundliches Unternehmen“ schwierig sei, Pflegefachkräfte zu finden. „Ehrlicherweise dreht sich am Ende alles um den Lohn. Setzen Sie bitte diesen Pflegetarif um“, sagt er zu Giffey.

Schallert erläutert, dass ihm die Krankenkasse beim Nachweis der Lohnkosten von Mitarbeitern nicht glaubt. „Das können Sie sich nicht vorstellen, dann wird wie auf einem Basar der Preis auf ein Maß gedrückt, das am Ende keine vernünftigen Löhne zulässt,“, kommentiert der Inhaber des Brandenburger Pflegedienstes.

Wünsche der pflegenden Angehörigen

Die pflegenden Angehörigen applaudieren. Sie kritisieren auf einem Flipchart, dass ihnen kaum Zeit für die eigene Pflege und Freizeitaktivitäten bleibt, die Finanzierungstöpfe von Bund-und Ländern viele Unterschiede aufweisen und sich die Transparenz bei der Beratung von Pflegeangeboten verbessern müsse.

Pflege sollte ihrer Ansicht nach kein Tabuthema sein und steuerlich entlastet werden. Pflegewissenschaftlerin Anja Gerlach aus Hamburg kümmert sich seit sechs Jahren um ihren Mann und versteht die Wünsche. Ihr Partner ist am Locked-in-Syndrom erkrankt und fast vollständig körperlich gelähmt.

Zweieinhalb Jahre gab Gerlach ihren Beruf auf und verbrauchte ihr Vermögen. Erst seit dem Jahr 2016 erhielt sie Hilfe zur Pflege und kann wieder berufstätig sein. Gerlach hofft, dass Angehörige von Pflegenden beim Konzept „Hilfe zur Pflege“ keine finanzielle Rechenschaft beim Sozialamt ablegen müssen.

Hoffnung auf mehr Verständnis

Verena Schröder nickt und hört aufmerksam zu. Der 72-jährigen Brandenburgerin ist es wichtig, dass sich das menschliche Miteinander und das Verständnis für Pflegende und Pflegebedürftige verbessert. In der Havelstadt wünscht sie sich Wohngemeinschaften, in denen Menschen verschiedener Generationen zusammenleben können. „Da passiert momentan wenig, das wäre mir ein Anliegen“, sagt die Brandenburgerin der MAZ.

Von André Großmann

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