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Brandenburg/Havel Sparkasse schließt Filiale in Plaue
Lokales Brandenburg/Havel Sparkasse schließt Filiale in Plaue
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16:35 03.12.2018
Keine Filiale mehr in Plaue: Die Sparkasse macht dicht. Quelle: dpa/Stratenschulte
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Brandenburg/H

Nun schließt auch die Sparkasse ihre Filiale: In Plaue wird es ab dem 31. Januar keinen Standort mehr geben. Das gab die Mittelbrandenburgische Sparkasse (MBS) in Potsdam bekannt. Die zwei Mitarbeiter werden demnach zu Filialen in der näheren Umgebung versetzt, auch der Geldautomat und der Kontoauszugdrucker verschwinden. Den rund 2000 vor Ort registrierten Privatkunden und den Geschäftskunden wird empfohlen, sich künftig von Kirchmöser aus betreuen zu lassen.

Grund für die Schließung seien wirtschaftliche Gründe und ein „verändertes Kundenverhalten“, sagt Sparkassen-Sprecher Robert Heiduck. „Die Sparkasse hat sich die Entscheidung nicht leicht gemacht. Es tut uns leid und wir können die Enttäuschung der Plauer verstehen.“ Ausschlaggebend sei demnach die Erkenntnis gewesen, dass die meisten Einwohner überwiegend an anderen Automaten – und nicht in Plaue – ihr Bargeld abheben. „Die Nutzung von Geldautomaten folgt einem Konsumbedürfnis“, sagt Heiduck. Demnach müssten Plauer zum Einkaufen in andere Orte fahren, beispielsweise nach Kirchmöser oder in die Innenstadt Brandenburgs und würden dort ihr Geld vor Ort abheben. Der Bedarf der persönlichen Beratung in größeren Fragen wie zum Beispiel der Geldanlage sei dagegen wesentlich seltener im Jahr notwendig.

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Neben der Filiale in Plaue schließt die MBS außerdem noch drei weiter Kleinstfilialen im Havelland. Betroffen sind Tremmen, Paulienenaue und Paaren im Glien.

Plauer Ortsvorsteherin ist „bestürzt und verärgert“

Die Plauer Ortsvorsteherin Liselotte Martius (SPD) ist über die Entscheidung „bestürzt und verärgert“: „Das ist ein kompletter Rückzug! Er belastet vor allem die älteren und mobilitätseingeschränkten Bürgerinnen und Bürger.“ Martius habe sich mehr „Kundenfreundlichkeit und Empathie für die hier lebenden Menschen“ erwartet – gerade von einer Anstalt des „öffentlichen Rechts“. Sparkassen-Specher Heiduck sagt dazu, dass auch die Sparkasse wirtschaftlich denken müsse: „Wir gucken uns die Zahlen an und sehen, dass die Filiale weniger genutzt wird“.

Martius apellierte in ihrer Stellungnahme an Brandenburgs Oberbürgermeister Steffen Scheller (CDU), die Entscheidung zu überprüfen und forderte von der Sparkasse wenigstens eine Grundversorgung aufrecht zu erhalten. Geldautomat, Kontoauszugsdrucker und ein Kasten für Überweisungsformulare sollten erhalten bleiben. Sie frage sich zudem „was alle Beteuerungen der Sparkasse Wert waren“. So hätten Mitglieder des Vorstands der Sparkasse ihr gegenüber nach dem Weggang des Supermarkts Rewe gesagt, in der Plauer Innenstadt bleiben zu wollen.

Uneinigkeit um Zusage der Sparkasse

Robert Heiduck von der Sparkasse verneint eine solche Zusage: „Ich bin nun schon einige Zeit Sprecher der Sparkasse. Von solchen Beteuerungen ist mir nichts bekannt.“ Er betont dagegen, dass in ganz Deutschland die Bedeutung von Bargeld sinke. „2017 war das Jahr, indem es erstmals mehr bargeldlose Transaktionen gab“. Das zeige, dass Online- und vor allem Mobile-Banking immer wichtiger werde. Dagegen würden Filialen wesentlich seltener genutzt werden. So sei die Entscheidung schlussendlich auch eine wirtschaftliche. Für ältere Kunden, denen der Zugang zu Online-Diensten nicht einfach zugänglich sei, empfiehlt er Dienste wie den Service des Telefon-Bankings der Sparkasse.

Viele Kunden in Plaue wird das trotzdem nicht zufriedenstellen. Die Wege zur nächsten Sparkasse werden weiter und mit der Sparkasse geht ein weiteres Stück der Innenstadt von Plaue verloren.

Von Ansgar Nehls

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