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Brandenburg/Havel SPD und Linke fordern Schulzentrum in der City
Lokales Brandenburg/Havel SPD und Linke fordern Schulzentrum in der City
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16:57 24.08.2018
125 neue Siebtklässler sind diese Woche an der Oberschule Nord ins Schuljahr 2018/2019 gestartet. Quelle: Jacqueline Steiner
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Brandenburg/H

Das Staatliche Schulamt Brandenburg hat eine klare Botschaft an Politik und Verwaltung der Havelstadt: In zwei Jahren werden angesichts steigender Zahlen an Grundschülern die Plätze für Siebtklässler in Brandenburg knapp. Vor diesem Hintergrund fordern SPD und Linke mit Stellungnahme von Freitag die Gründung eines Schulzentrums. CDU-Stadtverordnete Ute Taege plädiert für eine Gesamtschule in Bahnhofsnähe als Neubau.

Oberbürgermeister Steffen Scheller (CDU) dagegen lehnt eine Gesamtschule mit Blick auf das berufliche Gymnasium am Oberstufenzentrum Flakowski ab. „Wir haben neben den Gymnasien und Oberschulen auch das Oberstufenzentrum, an dem ergänzend zum Abschluss an einer Oberschule auch ein Abitur abgelegt werden kann. Wegen der hohen Akzeptanz dieser Aufgabenteilung war eine Diskussion über eine Gesamtschule nicht notwendig.“ Ähnlich äußert sich Udo Geiseler (SPD), Vorsitzender des Bildungsausschusses: „Ich bin ein Fan von Gesamtschulen, aber eine solche Gründung würde auch Auswirkungen auf die bestehenden Gymnasien haben.“

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SPD fordert schon lange Schulzentrum

Den Stein ins Rollen gebracht hatte das MAZ-Interview mit der neuen amtierenden Leiterin des Staatlichen Schulamtes Janina Kolkmann. Darin weist sie auf die Notwendigkeit hin, in den nächsten Jahren die Kapazitäten an Schulplätzen ab der 7. Klasse zu erhöhen. In seiner ersten Stellungnahme dazu bestätigt der Oberbürgermeister diese Notwendigkeit. Eine Lösung, wie das erreicht werden könnte, nennt er aber nicht.

Udo Geiseler sagte am Freitag: „Die Deutlichkeit, in der Frau Kolkmann die vor uns liegenden Aufgaben anspricht, überrascht.“ Das bestätige Befürchtungen, die er wiederholt im Bildungsausschuss und in der Stadtverordnetenversammlung geäußert habe. Schon vor Jahren habe die SPD den Bau eines neuen Schulzentrums in Innenstadtlage gefordert, sei damit aber in der Stadtverordnetenversammlung gescheitert.

Schulentwicklungsplan endet 2020

Der aktuelle Schulentwicklungsplan gilt bis 2020. Geiseler fordert Scheller auf, interne Pläne für die Zeit danach offen zu legen. „Wenn wir jetzt nicht anfangen zu planen, bricht die Entwicklung über uns hinein.“ Ein Schulzentrum mit unterschiedlichen Schulformen sei flexibel bezüglich des Anwahlverhaltens, so Geiseler. „Dann hätten wir auch nicht das Problem, dass durch Anbauten große Schulstandorte entstehen“.

Linken-Politikerin Heidi Hauffe favorisiert nach dem Vorbild der Grund- und Gesamtschule Lehnin ein Schulzentrum in der Innenstadt, etwa am Standort der Luckenberger Grundschule und der Nicolai-Oberschule. Dort bestehe schon jetzt ein Campus-Charakter.

Linke freut sich über gute Nachricht

Dass die Stadt mehr Plätze ab Klasse 7 brauche, sei eine positive Nachricht, die zeige, dass Brandenburg wachse. „Wir haben die Grundschulplätze mit der Neugründung in der Kleinen Gartenstraße erhöht, nun müssen wir als familienfreundliche Stadt auch die Schulentwicklung an den weiterführenden Schulen anpassen.“ Hauffe fordert, dass eine Expertenkommission die Stadtverwaltung beim neuen Schulentwicklungsplan unterstützen müsse.

Derzeit ist die Zahl der Siebtklässler noch stabil. Das teilt die zuständige Fachbereichsleiterin Viola Cohnen auf MAZ-Anfrage mit. Lag die Zahl 2014 bei 547 Jungen und Mädchen, sind es jetzt 537 Siebtklässler. Von diesen gehen 75 Kinder auf die Nicolaischule, 44 auf die Berufsorientierte Schule Kirchmöser. 74 Siebtklässler besuchen die Otto-Tschirch-Oberschule und 125 Kinder die stark angewählte Oberschule Nord. Das Bertolt-Brecht-Gymnasium hat 104 Siebtklässler aufgenommen, das von Saldern-Gymnasium 115. Auch die beiden siebten Klassen am Domgymnasium sind laut Schulleiter Winfried Overbeck ausgelastet.

Von Marion von Imhoff